Rattelsdorf feiert ersten Auswärtssieg der Saison – gegen TTL Bamberg

Veröffentlicht am 2. Februar 2015 von Redaktion

15 Spiele – und erst zwei Siege. Die aktuelle Saison läuft für die Independents aus Rattelsdorf alles andere als rund. Immerhin: Am Wochenende konnte die Mannschaft den ersten Auswärtssieg der Saison feiern, ausgerechnet gegen TTL Bamberg. Für Baunach setzte es dagegen, nach einem schwachen Spiel, eine ärgerliche Niederlage und auch der TSV Tröster Breitengüßbach verlor.

Auch die Lee-Show kann die Pleite in Chemnitz nicht verhindern

Eine extrem ärgerliche Niederlage mussten die Baunacher bei den heimstarken Sachsen hinnehmen. Eine desolate Vorstellung war verantwortlich dafür, dass man bei der ersatzgeschwächten Truppe um den Ex-Baunacher Alex Heide nie richtig ins Spiel fand und so folgerichtig wichtige Punkte liegen ließ. Doch auch die Baunacher konnten leider nicht auf ihren kompletten Kader zurückgreifen. Alex Engel fehlte krankheitsbedingt und Daniel Keppeler wegen einer Fußverletzung.

Trainer Ivan Pavic schenkte auch in dieser wichtigen Partie dem Nachwuchs sein Vertrauen und schickte neben den beiden Routiniers Steffen Hamann und Marcos Knight die Youngster Leon Kratzer (17), Andi Obst (18) und Johannes Thiemann (20) in den Anfangsminuten aufs Parkett. Als Steffen Hamann gleich zu Beginn einen Dreier zum 3:2 traf, bedeutete dies die einzige Führung der Baunacher in der gesamten Begegnung. In den folgenden Minuten schien der Korb wie vernagelt für die Gäste aus Oberfranken und so konnten sich die NINERS bis auf 14:3 absetzen. Erst zum Ende des ersten Viertels gelang es den von ca. 20 Auswärtsfans unterstützten Grün-Weißen sich etwas heran zu kämpfen (19:12). Die Pavic-Truppe schien jetzt auf einem guten Weg zu sein, doch als man auf 20:18 herangekommen war, agierte man erneut unkonzentriert im Angriff und der Verteidigung, so dass Chemnitz wieder auf 35:25 davon ziehen konnte. Die ungewöhnlich hohe Anzahl von Ballverlusten an diesem Abend war hierfür sicher auch verantwortlich. Alleine der sonst so zuverlässige Marcos Knight agierte sehr unglücklich und leistete sich sechs Turnovers. Mit einem 38:28 Rückstand ging es dann in die Halbzeitpause.

Mit neuen Elan wollte man in die zweite Halbzeit gehen, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Nach vier Minuten hatte man den Rückstand auch bis auf 44:38 verkürzt. Neuzugang Sam Muldrow traf sicher aus der Halbdistanz und war der erhoffte Stabilisator in der Verteidigung. Auch Johannes Thiemann bestätigte seine aufsteigende Form und zeigte ein gutes Spiel. Um das Spiel aber drehen zu können, fehlte ihnen letztendlich die Unterstützung ihrer Teamkameraden, die durchweg einen gebrauchten Tag erwischten. Dennoch baute Coach Pavic weiter auf den Nachwuchs und ließ die jungen Spieler über 100 Minuten aufs Parkett. Der unermüdlich kämpfende Andi Obst zog ein paar Mal erfolgreich zum Korb, aber die Baunacher schafften es nicht, näher heranzukommen. Mit einem 7 Punkte Rückstand ging es in die letzten zehn Spielminuten. Hier machte Chemnitz aber schnell den Deckel drauf. Mit einem 13:0 Lauf erstickten sie die Hoffnungen der Gäste das Spiel zu drehen. Beim 67:47 war die Messe gelesen. Die Baunacher versuchten in den letzten Minuten noch einmal alles, doch es sollte nicht mehr reichen. In der letzten Minuten gab es dennoch ein kleines Basketballhighlight in der Richard-Hartmann-Halle für die über 1.800 Zuschauer. Beim Stand von 75:65 für Chemnitz 38 Sekunden vor dem Ende kam die Zeit des Baunachers Anthony Lee. Nach stopp-the-clock Fouls dribbelte er nach vorne und traf noch vier Dreier aus teilweise zehn Meter Entfernung. Bis auf 82:79 brachte er sein Team so heran, für einen Sieg hat diese tolle Einzelleistung am Ende jedoch nicht mehr gereicht. Das faire Chemnitzer Publikum spendete dennoch Beifall für diese unglaublichen 38 Sekunden am Ende.

Trainer Ivan Pavic war nach dem Spiel sichtlich bedient: “Das war ein sehr schlechtes Spiel unseres Teams. Unsere Führungsspieler haben uns nicht die Stabilität gegeben, die wir für unsere sehr junge Mannschaft benötigen und auch die jungen Talente, mit Ausnahme von Johannes Thiemann, haben heute unter ihren Möglichkeiten agiert. Das wird eine intensive Trainingswoche, in der wir versuchen unseren offensiven und defensiven Rhythmus wieder zu finden. Neuzugang Sam Muldrow hat den Job gemacht, den ich von ihm nach nur zwei Trainingseinheiten erwartet habe. Er muss noch etwas an seiner Fitness arbeiten, aber dann wird er uns definitiv helfen.“ Ob diese Vorsätze in die Tat umgesetzt wurden, kann die Mannschaft am nächsten Samstag (19:30 Uhr) beweisen, wenn der Bundesligaabsteiger Rasta Vechta in einem vorentscheidenden Duell um die Playoff-Teilnahme seine Visitenkarte in der Stauffenberghalle abgibt.

2. Basketball-Bundesliga ProA

NINERS Chemnitz – Bike-Cafe Messingschlager Baunach 84:79

Bike-Cafe Messingschlager Baunach: Lee 21, Hamann 16, Thiemann 11, Knight 10, Obst 9, Kratzer 6, Muldrow 6, Dizdarevic, Walde, Taras, Dippold (dnp)

 

Neun Güßbacher chancenlos in Erfurt

Mit einer Notbesetzung mussten die Regionalliga-Basketballer des TSV Tröster in Erfurt eine 73:85 Niederlage einstecken. 

Der TSV musste ohne Tibor Taras (Baunach Pro A) und die verletzten/erkrankten Kevin Jefferson und Daniel Keppeler beim BC Erfurt antreten. Der Ex-Breitengüßbacher Brian Wanamaker gab sein Debüt im Trikot der Hausherren und erwischte einen Sahnetag gegen seine ehemaligen Mitspieler. Er kam am Ende auf 24 Punkte, 9 Rebounds und 3 Assists.

Coach Kevin Kositz startete mit Völkl, Dippold, Heberlein, Sanders und Djerman in die Partie. Das Spiel gestaltete sich zu Beginn sehr ausgeglichen. Djerman und Heberlein auf Güßbacher-, sowie Wanamaker und Bode auf Erfurter Seite sorgten für ein 8:8 nach 3,5 Minuten. Ein 10:0-Lauf der Gastgeber folgte anschließend, wobei Wanamaker 8 der 10 Punkte erzielte. Gegen ihren ehemaligen Teamkollegen fanden die TSV’ler an diesem Abend kein Mittel in der Verteidigung. Der BC baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und führte verdient zum Ende des ersten Spielabschnittes mit 27:16. Auffällig war, dass im ersten Viertel nur Djerman (9P) und Heberlein (7P) für die Gäste punkten konnten.

Zu Beginn des zweiten Viertels hielten Wagner und Dinkel die Güßbacher im Spiel. Sanders und Dippold konnten in der 13. Spielminute gar auf 31:26 verkürzen.  Nun ging es ständig hin und her bis schließlich Heberlein mit einem Dreier auf 38:33 verkürzte. Danach gab es in der Offensive der Gäste einen Bruch im Spiel. Die Hausherren starteten einen 12:2 Lauf durch Wanamaker, Dziuballe und Schmuck, sodass es zwei Minuten vor der Halbzeitpause 50:35 stand. Hartmann machte mit einem Korbleger kurze Zeit später den 52:37 Halbzeitstand perfekt.

Sanders übernahm am Anfang der zweiten Halbzeit Verantwortung für seine Mannschaft und erzielte vier Punkte in Folge. Adomaitis, Wanamaker und Hartmann konterten allerdings für den BC, sodass es Mitte des dritten Viertels fast 20 Punkte Vorsprung für die Hausherren waren (60:41, 25. Min). Wer jetzt die Tröster-Truppe abschrieb lag falsch. Sie mobilisierten noch einmal alle Kräfte und starteten die Aufholjagd. Djerman und Dinkel für Drei, Wagner mit einem Hakenwurf und Dippold mit einem Korbleger brachten den TSV wieder in Schlagdistanz, 64:53. In den letzten anderthalb Minuten des Viertels passierte nichts mehr, sodass es mit diesem Stand in das vierte Viertel ging.

Kunz, Djerman und Dinkel drückten den Rückstand erstmals wieder in den einstelligen Bereich, 68:60 (33. Min). Blossey und Wanamaker sorgten allerdings kurze Zeit später wieder für einen beruhigenden 13-Punkte-Vorsprung aus Sicht der Erfurter. 8 Djerman Punkte in Serie brachten den TSV nochmal auf 7 Punkte Differenz heran. Leider war aufgrund des Spielermangels nicht mehr viel möglich in der Schlussphase des Spiels. Somit verloren die Oberfranken am Ende mit 85:73 bei den starken Erfurtern, die mit dieser Leistung auf keinen Fall etwas mit dem Abstieg in der Regionalliga Südost zu tun haben werden.

Breitengüßbach: Djerman (26Punkte/4Dreier), Heberlein (15/2), Dinkel (9/1), Wagner (8), Sanders (6), Kunz (5/1), Dippold (4), Kral, Völkl

 

Geht doch!

Endlich konnten die Rattelsdorf Independents einen Auswärtssieg auf ihre eigene Fahne schreiben und mit 72:75 gewinnen. Dabei musste man keines der Viertel an den TTL Bamberg abgeben. 12:17 stand es am Ende des ersten Viertels. Ebenso klar konnte Rattelsdorf den zweiten (14:21) und dritten (8:19) Abschnitt für sich entscheiden. Lediglich im letzten Viertel und mit der Gewissheit eines Auswärtssieges wurde man etwas nachlässiger, so dass dieses remis (18:18) ausging.

Das Rattelsdorfer Erfolgsrezept bestand darin, dass man alte Basketballweisheiten umsetzen konnte. Die Independents spielten eine harte Teamdefense und kontrollierten während des gesamten Spiels den Rebound, was bisher eher die Achillesferse war. Trainer Andy Sippach zeigte sich außerdem erfreut, weil seine Spieler eigene Belange hinten anstellten, den Sieg unbedingt wollten und daher alles Nötige dafür taten. Sie behielten die Ruhe, auch wenn die Mannschaft des TTL einen Lauf hatte und antworteten konzentriert und mit der richtigen Konsequenz.

Zudem trugen sich alle Spieler in die Scorerliste ein, was für gute Mannschaftsmoral und-zusammenhalt spricht. Vor allem aber setzte den TTLern Jason Boucher mit seinen 28 Punkten zu. Während er allein sechs Dreier versenken konnte, kam die gefährlichste Waffe des TTL, Louis Feistkorn, überhaupt nicht ins Spiel. Hinzu kommt sicherlich auch, dass man auf TTL-Seite mit einem einfachen Sieg gegen den bisher auswärts erfolglosen Gegner gerechnet hatte. Allerdings darf man die jungen Independents nicht vorzeitig abschreiben, denn es geht doch!

Punktverteilung: Boucher 28 /6 Dreier, Kagne 11/2, Reinfelder 10, Reh 9/1, Stretz 6, Tomaszek 5, Seemüller 4, Kohn 2

Jochen Hirmke, Florian Dörr, Theresia Wagner. Titelfoto: © Rainer Sturm / PIXELIO

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