Independents erzielen über 100 Punkte – und verlieren dennoch

Veröffentlicht am 23. Februar 2015 von Redaktion

70:78, 85:93, 101:109. So lesen sich die Basketball-Ergebnisse vom Wochenende, und dokumentieren damit ein maues Wochenende für die Basketballer aus der Region. Für Baunach heißt es jetzt: Nach unten schauen, denn die Abstiegsplätze sind nicht mehr weit entfernt …

 

Erneut knappe Auswärtsniederlage für Baunach

In einer hart umkämpften und nervösen Partie siegten die Cuxhaven Baskets verdient mit 78:70 gegen Bike-Cafe Messingschlager Baunach und können sich weiter Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. Die Baunacher dagegen, die zwischenzeitlich mit einem Playoffplatz liebäugelten, müssen wieder nach unten schauen und noch einige Punkte gegen den Abstieg sammeln, denn vom 14. Tabellenplatz, der theoretisch noch den Abstieg bedeuten könnte, ist man nur zwei Siege entfernt.

Die Gäste, die auf Andi Obst und Johannes Thiemann (Einsatz bei den Brose Baskets) verzichten mussten, begannen mit Daniel Keppeler in der Startformation und der Youngster machte seine Sache gar nicht schlecht, sondern verhalf seinem Team gleich zu einer 8:0-Führung. Dann allerdings hatten sich die Norddeutschen gefangen und zogen ihrerseits durch Brandon Johnson mit 9:8 in Front. Nachdem Leon Kratzer mit zwei schnellen Fouls auf der Bank Platz nehmen musste, kamen sie immer wieder zu Offensivrebounds und bauten ihren Vorsprung auf 19:12 aus. Sam Muldrow, der bis zur Pause 15 Punkte bei einer hervorragenden Quote erzielt hatte, brachte die Gäste auf 19:17 heran, doch nach dem ersten Viertel lag Cuxhaven mit 22:17 vorne, nachdem ein Treffer von der Mittellinie durch Alex Engel nicht mehr gewertet wurde.

Im zweiten Abschnitt agierten der Neuling zunächst recht unkonzentriert und leistete sich viele Ballverluste, sodass die Baskets auf 33:20 (14. Minute) davonziehen konnten. Nach Umstellung der Verteidigung auf Zonenabwehr (Co-Trainer Thomas Lorber: „Wir hatten Probleme in der 1:1 Verteidigung“) und mit einer guten Dreierquote von 42 % kamen die Oberfranken bis zur Pause wieder auf 45:42 heran, doch 15 Offensivrebounds (!) von Neuzugang McCombs (6) und Co. verhinderten, dass die Begegnung kippte.

Nach dem Wechsel agierten die Jungs von Coach Ivan Pavic weiterhin zerfahren und schafften es nicht, vernünftige Würfe herauszuarbeiten, sodass der Vorletzte seinen Vorsprung bis zur 26. Minute erneut auf 59:45 ausbauen konnte. Jetzt erst fing sich der Aufsteiger und begann im Rebound dagegen zu halten. Leon Kratzer, der jetzt besser ins Spiel kam, mit einem Dreipunktespiel und einige Freiwurftreffer machten am Ende des dritten Viertels beim Stand von 62:55 wieder etwas Hoffnung.

In den letzten zehn Minuten gelang es zunächst nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen, denn eine schlechte Wurfauswahl und weitere Ballverluste waren dafür verantwortlich, dass die Gastgeber bis zur 38. Minute weiterhin mit 69:63 vorne lagen. Doch die Baunacher gaben noch lange nicht auf und Marcos Knight brachte seine Mannschaft 90 Sekunden vor Schluss auf 69:68 heran und im darauf folgenden Angriff hatte man sogar die Chance das Blatt vollends zu wenden. Doch als der Dreier von Muldrow sein Ziel verfehlte, war es Borekambi, der mit einem seiner seltenen Dreier die Oberfranken ins Herz traf. Nach zwei weiteren vergebenen Chancen gelang es schließlich Nawrocki mit zwei Freiwurftrffern zum 75:68 eine halbe Minute vor dem Ende eine Vorentscheidung herbeizuführen und kurz darauf konnten die Baskets mit ihren überglücklichen Anhängern den sechsten Saisonerfolg feiern. Teammanger Jörg Mausolf war nach der Niederlage bedient: „Wir spielen auswärts zwei Klassen schlechter als zu Hause. Zum Ende verlieren wir einfach unsere Linie und wollen den Sieg erzwingen. Das müssen wir in den nächsten Partien unbedingt besser machen!“ Die Aussicht auf Besserung mit den eigenen Fans im Rücken besteht schon beim Doppelspieltag am nächsten Wochenende, wenn man am Freitag (20 Uhr) Paderborn empfängt und am Sonntag (15 Uhr) Hamburg in der Graf-Stauffenberghalle gastiert.

2. Basketball-Bundesliga ProA

Cuxhaven BasCats – Bike-Cafe Messingschlager Baunach    78:70

Cuxhaven Baskets: Johnson 22 Punkte/3 Dreier, Woods 11/3, Borekambi 10/1, Sherrill 8, Nawrocki 8/2, McCombs 7, Martin 6/1, Seward 3, Cook 3/1, Baues, McDuffie.

Bike-Cafe Messingschlager Baunach. Muldrow 17/2, Kratzer 13, Knight 11, Lee 9/1, Hamann 9/1, Keppeler 4, Engel 3/1, Walde 2, Dizdarevic 2, Dippold.

Zuschauer: 984

 

Güßbacher können Ausfälle nicht kompensieren

Die Regionalliga-Basketballer des TSV Tröster Breitengüßbach verlieren ohne Djerman, Keppeler und Völkl gegen hapa Ansbach mit 93:85.

Der TSV erwischte einen guten Start ins Spiel. Zwei Dreier und ein Korbleger von Stefan Dinkel brachten nach zwei Minuten eine 8:0-Führung. Meinel und Cline trafen für die Gastgeber kurze Zeit später und brachten diese wieder heran. Doch Sanders, Heberlein und erneut Dinkel sorgten für eine 20:10-Führung. Dinkel, dem 16 Punkte im ersten Viertel gelangen (vier Dreier), und Dippold sorgten drei Minuten vor Ende des Viertels für eine 17:26 Führung. Leider verlor der TSV nun etwas den Faden und konnte keine Punkte mehr im ersten Spielabschnitt erzielen, während die Ansbacher durch Petrovic und Dubienka wieder bis auf 24:26 herankamen.

Zu Beginn des zweiten Viertels setzte sich der Trend aus den letzten Minuten fort. Ansbach war deutlich besser im Spiel und kontrollierte es auf beiden Seiten des Feldes. Imberi, Herbert und Dubienka konterten einen Taraš-Dreier. Somit gingen die Hausherren in der 13. Spielminute erstmals in Führung, welche sie bis zum Spielende nicht mehr abgeben sollten. Nun war die Zeit für Ansbachs Scharfschützen gekommen. Gleich drei Dreier konnten sie in Folge verwandeln, ehe TSV-Coach Kevin Kositz eine Auszeit nahm um den Lauf von hapa zu unterbrechen, (43:34 15. Min). Die Auszeit brachte immerhin einen Teilerfolg, denn die Mittelfranken konnten ihren Vorsprung seitdem nicht mehr weiter ausbauen. Stefan Dinkel machte mit einem Dreier die letzten Güßbacher Punkte in der ersten Halbzeit. Somit stand es nach 20 Minuten 53:43.

Dieser war es auch, der erneut mit einem Dreier die Güßbacher Aufholjagd zu Beginn des dritten Viertels einläutete. Vier Kral-Punkte in Serie brachten den TSV wieder bis auf fünf Punkte heran. Doch die Routiniers aus Ansbach hatten immer wieder eine Antwort parat. Cline und Meinel übernahmen bei ihnen die Verantwortung, trafen wichtige Würfe und hielten somit die Oberfranken auf Distanz. Taraš brachte mit zwei Dreiern die gelbschwarzen zum Ende der dritten zehn Minuten noch einmal auf sieben Punkte heran, ehe Petrovic den Dreier mit der Schlusssirene zum 75:65 traf.

Doch die Tröster-Truppe gab nicht auf und zu Beginn des Schlussabschnitts kamen sie erneut durch Taraš, Sanders und Dippold bis auf fünf Punkte heran. Taraš war es, der knapp 5 Minuten vor Ende des Spiels einen Korbleger mit Unsportlichem Foul traf. Somit war der TSV wieder bis auf 82:78 herangekommen. Nun begann ein offener Schlagabtausch, bei dem die Gäste leider nicht mehr näher als vier Punkte herankamen. Cline und Meinel machten in der Schlussminute den Deckel drauf und somit gewann hapa Ansbach am Ende gegen den TSV mit 93:85.

Breitengüßbach: Dinkel (24Punkte/6Dreier), Taraš (20/3), Dippold (14), Wagner (9), Heberlein (7/1), Sanders (5/1), Kral (4), Jefferson (2), Kunz

 

Was für ein verrücktes Spiel

In der Abtenberghalle trafen die Rattelsdorf Independents auf die zweite Mannschaft der Chemnitz 99ers. In deren Kader befanden sich drei große Spieler, was sich im Verlauf des Spieles als entscheidend herausstellen sollte. Das Match begann und die Gäste zeigten sofort ihre Ambitionenl. Beim Zwischenstand von 4:14 versemmelten die 99ers ohne Gegenspieler jedoch leichtfertig einen Dunking spektakulär. Nun kam die Zeit der Independents und ihrer Spezialität. Reh, Kohn und Kangne antworteten mit vier Dreiern und schon lag Rattelsdorf in Führung. Mit weiteren erfolgreichen Distanzwürfen von jenseits der Dreierlinie trugen sich bis zum Ende des ersten Viertels auch noch Boucher und Sabeckis zum Stand von 27:27 ein.

Im zweiten Viertel sollte dieses Dreierspektakel seine Fortsetzung finden. Dieselben Spieler wie schon im ersten Viertel erhöhten mit sieben weiteren Dreiern den Spielstand auf 59:48 für die Independents. Als der glänzend aufgelegte Peter Reh gleich zu Beginn des dritten Viertel seine Dreier Nr. 4 und 5 traf, die Rattelsdorfer Verteidigung durch gute Zusammenarbeit die großen 99ers unter dem Korb in Schwierigkeit brachte und Mahfouz` unbeherrschtes Verhalten auf Chemnitzer Seite mit einem technischen Foul geahndet wurde, lagen die Nerven der Chemnitzer blank. Der Gästetrainer machte beim Stand von 72:56 für Rattelsdorf seinem Ärger für alle in der Halle hörbar lautstark Luft, weil er zu diesem Zeitpunkt sich ziemlich sicher war, das Spiel bereits verloren zu haben.

In der Folge jedoch kam es ganz anders. Die Heimmannschaft begann sich selbst zu demontieren. Vier unnötige Ballverluste der Rattelsdorfer in Folge mit erfolgreichen Abschlüssen der Gäste und wenig später völlig unbeherrschte Ausraster des jungen Spielers Loch, der nach zwei technischen Fouls vorzeitig in die Kabine musste, waren der Anfang vom Ende.

Beim Stand von 78:72 begann das vierte Viertel. Auf Chemnitzer Seite hatten die großen Spieler jeweils vier Fouls, trotzdem bekam die Mannschaft wieder Oberwasser. Sie warfen in dieser Phase ihre Größe wieder und wieder in die Waagschale, holten zweite und dritte Offensivrebounds und trafen aus allen Lagen (36 Zweier gegenüber 9 auf Rattelsdorfer Seite). In diesem Abschnitt vergaßen dann leider vor allem die Leistungsträger der Rattelsdorfer ihre Stärken. Es wurde immer wieder der Weg in die Zone gesucht, beim Abschluss hatte man jedoch kein Glück. Die Gäste erkämpften sich in dieser Schlussphase auch noch anderen Freiwurf (insgesamt 39) und verwandelten diese wieder sicher. Und so nutzten letztendlich die lautstarke Rede des Co-Trainers, der den erkrankten Chefcoach vertreten musste und auch die weiteren Dreier von Reh (Nr. 7) und Sabeckis (Nr.5) in diesem Viertel nichts mehr. Das Spiel endete für die Independents letztendlich enttäuschend und unglücklich mit 101:109.

Punktverteilung: Sabeckis 26 ( 5 Dreier), Reh 23 (7), Boucher 18 (4); Kohn 17 (2), Kangne 6 (2), Stretz 6, Reinfelder 5, Seemüller, Loch

Jochen Hirmke, Florian Dörr, Theresia Wagner

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