Wunder bleibt aus – Baunach verpasst Playoffs

Veröffentlicht am 29. März 2016 von Redaktion
Logopädie Scheßlitz



Nach einer bitteren 74:78-Heimniederlage gegen die finke baskets aus Paderborn verpassen die Baunacher Zweitligabasketballer nach einer tollen Saison die Playoffs als Tabellenneunter der ProA in einem Fünfervergleich mit Nürnberg, Heidelberg, Hanau und Köln denkbar knapp. Nachdem die direkten Konkurrenten um den Einzug ins Viertelfinale patzten, hätte der jungen Truppe um Head Coach Fabian Villmeter ein Sieg über Paderborn zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte gereicht, so aber belohnten sich die Young Pikes nicht für ein grandioses Jahr, das niemand ihnen vor dem Saisonstart zugetraut hatte.

Dass am Ende nur vier Punkte zur Verlängerung fehlten, hätte nach 24 Minuten wohl kaum noch einer der 1.120 Zuschauer in der sehr gut gefüllten Graf-Stauffenberg-Halle erwartet. Nach einer desolaten, verkrampften ersten Halbzeit lagen die Grün-Weißen zu diesem Zeitpunkt aussichtlos mit 26 Punkten in Rückstand (30:56). Die Gäste trafen in der ersten Halbzeit hochprozentig aus der Distanz (8/17 – 47 %), bekamen nach Offensivrebounds immer wieder zweite Wurfchancen und waren der teils schläfrigen, teils übernervösen Baunacher Mannschaft mit tollem Teambasketball immer einen Schritt voraus.

Schon nach fünf Minuten musste Villmter mit einer Auszeit eingreifen (3:10) und sein Team beruhigen. Die sichtlich verkrampften Youngsters hatten mit der Bürde, unbedingt siegen zu müssen, zu kämpfen. Die einfachsten Korbleger verwerteten Johannes Thiemann & Co. nicht, so dass der 12:25-Viertelstand nur folgerichtig war. Auch im zweiten Spielabschnitt lief es bei den Oberfranken keinen Deut besser. Als man nach 13 Minuten erstmals mit über 20 Punkten zurücklag, drohte ein Debakel (14:35). Immerhin konnte sich die Baunacher, die nie aufsteckten und mit dem Mut der Verzweiflung kämpften, ohne sich einen noch größeren Rückstand einzubrocken, in die Pause retten (28:49).

In den ersten Minuten der zweiten Hälfte deutete zunächst nichts auf eine Kehrtwende hin. Paderborn punktete zuverlässig aus der Distanz und schien einem sicheren Auswärtssieg entgegen zu steuern. Was dann aber geschah, hätte man bei einem Happy End getrost als „Wunder von Baunach“ bezeichnen können. Erst sorgte Arnoldas Kulboka mit fünf Punkten dafür, den Rückstand etwas zu verkürzen, ehe der in der zweiten Halbzeit bärenstarke Thiemann übernahm und die nächsten neun Punkte der Gastgeber markierte (42:61, 27. Minute). Dank einer immer besser werdenden Defense konnte Baunach bis zum Viertelende noch etwas aufholen (50:65).

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Trotz einiger weiterer Ballgewinne gelang es den aufopferungsvoll kämpfenden Young Pikes nicht entscheidend näher zu kommen, da man im Angriffsspiel etwas zu unentschlossen agierte und auch das nötige Quäntchen Glück im Abschluss fehlte. So lag man fünf Minuten vor der Schlusssirene immer noch deutlich zurück, obwohl man bereits über die Hälfte des ursprünglichen Rückstandes wettmachte (57:69). Mit der Unterstützung des lautstarken Baunacher Publikum brachten dann aber Obst und Schmidt mit fünf schnellen Punkten die Paderborner Mannschaft zum Nachdenken (62:70). Als Thiemann mit einem Dreipunktspiel eine Minute vor dem Schluss auf 69:74 verkürzte, erinnerte die Atmosphäre an legendäre, frühere Basketballabende in der „Blauen“. Doch damit noch nicht genug: Nach einem weiteren Ballgewinn netzte Schmidt jenseits des Perimeters zum 72:74 ein und belebte die Baunacher Playoff-Hoffnungen 22 Sekunden vor der Schlusssirene. Paderborn blieb an der Freiwurflinie jedoch cool, und eine fast historische Aufholjagd wurde nicht gekrönt – das „Wunder von Baunach“ erfüllte sich nicht.

Head Coach Fabian Villmeter: „Wir haben es heute in der ersten Halbzeit einfach nicht hinbekommen. In der zweiten Halbzeit sind wir kämpferisch gut zurückgekommen und haben auch unter Beweis gestellt, dass wir auch so ein Spiel gewinnen können, wenn wir zwei solche Halbzeiten spielen. Es ist kein Geheimnis, dass wir nach der verpassten Playoff-Teilnahme enttäuscht sind. Wenn man jetzt in die Kabine geht, dann wird man ausschließlich niedergeschlagene Spieler sehen. Wir müssen aber ein mittelfristiges Ziel mit Baunach in der ProA haben. Es geht darum, Spiele zu gewinnen, aber es geht vor allem darum, jungen Spielern eine Plattform zu bieten und Erfahrungen zu sammeln. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden, wie diese Saison gelaufen ist.“

Baunach Young Pikes: Thiemann (25 Punkte, 10 Rebounds), Kulboka (10 Punkte), Kratzer (9 Punkte, 15 Rebounds), Schmidt (9 Punkte, 5 Assists), Obst (8 Punkte), Müller (6 Punkte), Taras (4 Punkte, 5 Assists), Edwardsson (3 Punkte), Dizdarevic, Fichtner (DNP), Keppeler (DNP), Kunz (DNP)

Jochen Hirmke

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