Baunach verpasst knapp den Derby-Sieg

Veröffentlicht am 12. Januar 2015 von Redaktion
Logopädie Scheßlitz



In der großen Brose Arena konnte Bike Cafe Messingschlager am Sonntag das Heimspiel gegen die s.Oliver Baskets aus Würzburg bestreiten. Am Ende – nach Verlängerung – mussten die Baunacher aber knapp den Kürzeren ziehen. Und auch die Rattelsdorfer Independents verloren ihr Spiel, hatten dabei aber gegen den Tabellen-Spitzenreiter keine Chance.

Sensation nur knapp verpasst

Die Baunacher verlieren in der Brose Arena gegen den Zweitliga-Tabellenführer aus Würzburg vor einer Rekordkulisse erst nach Verlängerung mit 95:98

Als Steffen Hamann mit einem Drei-Punkte-Spiel drei Minuten vor Ende der Partie gegen die s.Oliver Baskets Würzburg die Baunacher erstmals in Führung gebracht hatte (76:73), hielt es keinen der 4.900 Zuschauer in der Brose Arena mehr auf seinem Stuhl. Bis zum Ende der regulären Spielzeit und auch in der fünfminütigen Verlängerung setzte sich auch keiner mehr hin. Denn das Publikum bekam Dramatik pur geboten. Mit viel Glück gewann der Zweitliga-Tabellenführer am Sonntag das Frankenderby mit 98:95 vor der Saison-Rekordkulisse in der  2. Basketball-Bundesliga ProA.

„Ich muss den Baunachern viel Respekt zollen. Sie haben alles gegeben und nie den Kopf hängen lassen. Das war ein super Spiel und hat mir viele Nerven gekostet“, sagte der Würzburger Trainer Doug Spradley nach dem couragierten Auftritt des Aufsteigers. Bei einer  klaren 46:28-Führung zur Halbzeit hatten die besonders im ersten Viertel aus der Distanz fast traumwandlerisch sicher treffenden Gäste um den Ex-Bamberger Darren Fenn (sechs Dreier bei sechs Versuchen) schon wie der sichere Sieger ausgesehen. Doch die mit viel Leidenschaft spielenden und nie aufgebenden Gastgeber kämpften sich fulminant in die Partie zurück.

Sie gewannen das dritte Viertel mit 26:19 und das vierte mit 33:22. Die Sensation blieb aber aus, weil die Baunacher  es bei einer 87:84-Führung kurz vor Ende der regulären Spielzeit nicht schafften, den letzten Würzburger Angriff mit einem Foul zu unterbinden. So rettete Jeremy Dunbar die Gäste mit einem Dreier aus der Ecke in die Verlängerung.

Auf Augenhöhe

Auch hier waren die „jungen Wilden“ aus Baunach  mit dem mit etlichen Bundesliga-erfahrenen Spielern gespickten Spitzenreiter auf Augenhöhe, ehe die Würzburger nach zwei Ballverlusten von Andi Obst und Alex Engel in der letzten Minute der Verlängerung den Kopf noch aus der Schlinge zogen. „Als jüngste Mannschaft der 2. Liga haben wir heute eine grandiose kämpferische Leistung gezeigt. Bei den Freiwürfen hatten wir am Ende schlechte Nerven, sonst hätten wir das Spiel nach Hause geschaukelt. Wir werden aber aus dieser Situation lernen und gestärkt daraus hervorgehen“, meinte  der Baunacher Trainer Ivan Pavic.

Der überragende Anthony Lee läutete die Aufholjagd im dritten Abschnitt mit drei Dreiern kurz hintereinander ein. Zuvor hatte das junge Team des Aufsteigers zu viel Respekt vor dem Meisterschaftsfavoriten gezeigt. Während der Spitzenreiter im ersten Viertel sechs Dreier im Korb der Gastgeber unterbrachte, verfehlten alle sieben Baunacher Würfe aus der Distanz ihr Ziel. Auch nach dem ersten Viertel (12:24) konnten die Hausherren ihrem Gegner nicht Paroli bieten, sodass die Unterfranken ihren Vorsprung bis zur Pause auf 18 Punkte ausbauten (46:28). Mit ihrer Zonenverteidigung stellten die s.Oliver Baskets ihren Gegner vor große Probleme. Beleg dafür war die geringe  Baunacher Trefferquote von nur 33 Prozent vor der Pause. „In der ersten Halbzeit waren wir sehr nervös, und Würzburg hat sensationell getroffen. Aber nach der Pause haben wir mächtig Gas gegeben und Charakter gezeigt“, sagte Aufbauspieler Steffen Hamann.

Die Baunacher ließen sich auch  von unglücklichen Situationen nicht aufhalten. Doch belohnten sich die Gastgeber am Ende für ihre Aufholjagd nicht. Dennoch wurden sie bei ihrem ersten Auftritt in der „Frankenhölle“ von den  Zuschauern  mit viel Applaus verabschiedet. Und als die rund 1.000 Würzburger Fans die Brose Arena mit  Sprechchören („Derbysieger, Derbysieger, hey, hey,  hey“) verließen, schwang bei ihrem Siegesgesang eine große Portion Erleichterung mit.

Bike-Cafe Messingschlager Baunach: Lee (24 Punkte/5 Dreier), Knight (14), Hamann (12/1), Obst (12/4), Kratzer (10),  Thiemann (8), Walde (7), Engel (5), Taras (3/1), Stutz, Dizdarevic  /

s.Oliver Baskets Würzburg: Fenn (28/6), Medlock (26/4), Hoffmann (13), Dourriseau (9/1), Dunbar (7/1), Givens (5), Mallett (4/1), Spoden (3), Wendt (3/1), Ugrai

 

Rattelsdorf Independents – GGZ Baskets Zwickau: Keine Chance gegen den Spitzenreiter

Im ersten Aufeinandertreffen im neuen Jahr gab der Tabellenführer aus Zwickau in der Abtenberghalle bei den Rattelsdorf Independents seine Visitenkarte ab. Wie zu erwarten war, machten die Gäste von Anfang an den Zuschauern klar, dass sie die Punkte mit nach Hause nehmen wollen. Schnell führten sie, ließen den Ball schnell in ihren Reigen laufen und trafen hochprozentig, während auf Rattelsdorfer Seite viele Bälle den Weg in den Korb einfach nicht finden wollten. Etwa zur Hälfte des ersten Viertels kamen dann die körperlich und größenmäßig unterlegenen Rattelsdorfer trotzdem  ins Spiel und hielten den Rückstand in Grenzen, so dass das erste Viertel mit 20:28 beendet wurde.

Im zweiten Viertel legte die Gästemannschaft noch einmal nach und kam gleich zu Beginn durch acht Punkte von Trautmann zu einer deutlichen Führung. Hinzu kamen individuelle Fehler der jungen, verunsicherten Independents, sodass die Seiten beim Spielstand von 34:56 gewechselt wurden.

Nach einer etwas intensiven Ansprache in der Kabine kam die Mannschaft zurück aufs Spielfeld und zeigte dort, dass sie nicht ohne weiteres aufgeben würde. Schon bald stand es 51:64 und der Zwickauer Trainer sah sich gezwungen, für seine Spieler eine Auszeit zu nehmen, vor allem um den Rattelsdorfer Lauf zu stoppen. Schließlich endete das dritte Viertel mit 60:80 und auch im vierten Abschnitt  änderte sich nichts mehr am Kräfteverhältnis. Hier bewies en vor allem Felix Loch und Silvio Reinfelder Moral und Einsatzwillen gegen die erfahreneren Spieler aus Zwickau. Mit 78:104 ging das Spiel schließlich zu Gunsten der Gäste aus. Gegen die Zwickauer Übermacht unter dem Korb konnten sich die Independents vor allem aus der Distanz mit Dreiern wehren.

Punkteverteilung: Boucher (15/2 Dreier), Reinfelder (12/1), Loch (9/2), Reichmann (9/1), Kohn (9), Kangne (8/2), Reh (8/2), Seemüller (5), Tomaszek (4/1)

Jochen Hirmke, Theresia Wagner. Titelfoto: © Rainer Sturm / PIXELIO

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