„Jede Zeit hinterlässt ihre Spuren.“

Veröffentlicht am 7. Juli 2014 von Johannes Michel

Mitten in Baunach, etwas versteckt hinter der katholischen Kirche St. Oswald, befindet sich das so genannte Beinhaus. Ortsprägend ist es dennoch, denn wer vom Altstadtparkplatz über die Fußgängerbrücke kommt, nimmt Kirche und Beinhaus als Ensemble war. Nun könnte sich, nach jahrelangem Stillstand, etwas tun – eine Sanierung und Umnutzung steht in Aussicht.

Dekan Stefan Gessner hatte am 3. Juli 2014 in die Pfarrkirche eingeladen, um das neue Konzept in Sachen Beinhaus zu präsentieren. Rund 30 interessierte Bürger, darunter auch Stadträte und Bürgermeister Ekkehard Hojer, waren gekommen. Gessner erläuterte zunächst die Vorgeschichte, berichtete von den massiven Schäden im Beinhaus, von Lücken in der Mauer und der Sperrung des Gebäudes – zuvor war es als Lagerraum genutzt worden. Nun stehe, in Zusammenarbeit mit dem Bistum Würzburg, ein Konzept zur Verfügung, das zugleich Sanierung und auch Nutzung möglich mache. „Nur zusammen macht das auch Sinn“, so Gessner.

Erhält die Kirchenstiftung die beantragten Fördergelder von Bistum, Oberfrankenstiftung und Regierung von Oberfranken, werde das Beinhaus Teil des Würzburger Diözesanmuseums und würde eine Krippensammlung mit 400 Exponaten beherbergen. Zu sehen wäre immer nur ein Teil, was auch die Größe des Gebäudes bedinge. Sonderausstellungen und Veranstaltungen sollen zusätzlich Besucher anziehen, Kooperationen mit der Diözese oder auch dem Bamberger Krippenweg wären denkbar.

Information Sanierung Beinhaus Baunach 2014
Dekan Gessner bei der Infoveranstaltung.

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FC Baunach

Teil des Sanierungskonzeptes für weitere kirchliche Gebäude

Die Umnutzung wird zunächst eine Sanierung beinhalten, in deren Rahmen auch eine Heizung eingebaut wird, sie soll allerdings lediglich zum Frostschutz dienen. Um das Gebäude durch den notwendigen Eingangsbereich nicht kleiner zu machen, erhält das Beinhaus einen Anbau aus Sandstein und Glas, der sich dem Gebäude bewusst unterordnet. Gessner betonte, dass nicht jedem dieses Konzept gefallen werde, jede Zeit hinterlasse aber ihre Spuren. Dem Denkmalschutz sei eine Unterordnung des Anbaus daher wichtig gewesen. Aufgrund der geringen Gebäudefläche wird lediglich das Erdgeschoss barrierefrei ausgeführt, notwendig werden auch eine Toilette sowie die Neugestaltung des Gartenbereichs für Außenveranstaltungen. Die Architektenschätzung geht von Kosten von rund 850.000 Euro aus – der größte Teil sind Zuschüsse, die momentan beantragt werden. Nur bei Gewährung kann das Projekt auch durchgezogen werden, so Gessner.

Die Reaktionen der Besucher waren größtenteils positiv, auch wenn die moderne Architektur des Anbaus nicht jedem gefiel. Natürlich tauchten diverse Fragen auf: Braucht Baunach ein solches Museum? Zieht es auch wirklich Besucher an? Wäre nicht doch der Einbau eines Aufzugs möglich? Im Rahmen dieser Diskussionen kam das Gespräch auch auf das gesamte Gebäudekonzept der Pfarrei, in dessen Rahmen unter anderem geplant ist, das Pfarrhaus zu sanieren und die Kirche zu verkleinern. Aber das wird sicher bald in anderem Rahmen erneut Thema sein …

 

Wie könnte das Beinhaus nach der Sanierung aussehen? Bilder und Infotexte finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen).

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  1. Erich Spring 7. Juli 2014 at 13:05 - Antworten

    Unnötig.

    Zuerst benötigt die Pfarrei St. Oswald nicht Christ…einen eigenen geeigneten Pfarrer!

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