Rathaus Baunach: „Arbeitsbedingungen und Räumlichkeiten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen“

Veröffentlicht am 14. März 2012 von Johannes Michel

„Leider wurde die Sanierung unseres Rathauses 2009 nicht ins Konjunkturpaket II aufgenommen“, sagte Geschäftsstellenleiter Armin Bogendörfer in der Baunacher Stadtratssitzung vom 6. März. „Das Gebäude wurde Anfang 1983 bezogen, seitdem gab es keine nennenswerten Umbauten oder Renovierungen.“ Nun soll das Baunacher Rathaus auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 430.000 Euro.

Bis Ende nächsten Jahres soll das Rathaus in Baunach in neuem Glanz erstrahlen. Bürgermeister Ekkehard Hojer, Geschäftsstellenleiter Armin Bogendörfer und Architekt Gerhard Schlereth stellten die Planungen nach Behandlungen in nichtöffentlichen Sitzungen am 6. März 2012 der Öffentlichkeit vor. Das über 30 Jahre nicht sanierte Gebäude soll im Rahmen der Möglichkeiten auf den Stand der Zeit gebracht werden. Publikumsintensive Räumlichkeiten werden künftig im Erdgeschoss angesiedelt sein, so dass ein modernes und funktionsgerechtes Verwaltungsgebäude entsteht. Eine erste Maßnahme wurde 2011 bereits vollzogen: der Eingangsbereich wurde neu gestaltet.

In räumlicher Hinsicht stehen die Platzprobleme im Einwohnermeldeamt ganz oben auf der Liste. Dieser Bereich wird sehr intensiv genutzt und soll weiterhin direkt hinter dem Eingang zum Rathaus zu finden sein. Momentan belegen drei Mitarbeiterinnen zwei Zimmer, nur zwei Bürger können parallel bedient werden. Künftig soll dies an drei Stellen möglich, der Wartebereich auch nicht mehr beengt sein. Selbstverständlich spielt auch der Datenschutz eine Rolle, bei speziellen Anliegen sollen sich die Mitarbeiter auch mit den Bürgern zurückziehen können.

Ebenfalls wichtig ist die Zusammenführung der Bauamts-Mitarbeiter. Bisher sind sie räumlich getrennt. Für Personal und Besucher sollen zudem getrennte Toilettenanlagen geschaffen werden. Das Trauzimmer, momentan im Obergeschoss, wird als Multifunktionsraum ins Erdgeschoss verlegt, so dass hier ohne Treppen ein leichterer Zugang auch für ältere Personen möglich wird. Außerdem können so Wartebereich und (Behinderten-)Toilette mitgenutzt werden.


So soll das Erdgeschoss nach der Sanierung aussehen. Mittig ist der vergrößerte Wartebereich zu erkennen.

Im Sommer können die Mitarbeiter bisher kaum ein Fenster öffnen

Für die Rathausverwaltung spielt auch der Umweltaspekt eine Rolle. Durch ein eigenes erarbeitetes Lichtkonzept könnte das Rathaus Energie einsparen, möglich wäre auch der Einsatz von LEDs, die aber in der Anschaffung teurer sind als herkömmliche Leuchtmittel. Außerdem wird das Gebäude eine Lüftungsanlage mit kontrollierter Wärmerückgewinnung erhalten. Durch die Lage direkt an der Bundesstraße 279 und den damit verbundenen Verkehrslärm ist ein Arbeiten bei geöffnetem Fenster nicht möglich, dem soll die Lüftungsanlage Abhilfe verschaffen.

Bis Ende 2013 soll die Sanierung des Rathauses abgeschlossen sein. Ein Teil der Gesamtkosten von etwa 430.000 Euro wurde bereits umgesetzt (ca. 70.000 Euro). Der Anteil der VG Baunach beträgt rund 75.000 Euro, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit beteiligt sich mit rund 26.000 Euro. Damit verbleiben etwa 262.000 Euro, die noch zu finanzieren sind. Die Maßnahme wird in mehreren Bauabschnitten erfolgen, da das Rathaus nutzbar bleiben muss. Einstimmig verabschiedeten die Stadträte das vorgestellte Umbaukonzept. Architekt Gerhard Schlereth wird sich um die Ausschreibungen kümmern, Details werden in künftigen Bauausschuss- und Stadtratssitzungen bekannt gegeben.


Seit 1983 beheimatet das ehemalige Schulgebäude die Verwaltung der Stadt.

Johannes Michel, Fotos: Stadt Baunach, Architekt Schlereth


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