Unentschieden heißt: Abgelehnt!

Veröffentlicht am 15. April 2015 von Johannes Michel

Bereits im Januar hatte sich der Baunacher Stadtrat schon einmal mit einer möglichen interkommunalen Zusammenarbeit mit Gemeinden aus dem Baunach-, Itz- und Lautergrund beschäftigt, damals mit einer positiven Tendenz. Nach einer Informationsveranstaltung im März kam das Thema erneut auf die Tagesordnung. Außerdem ging es um eine mögliche Dorferneuerung für Godeldorf / Godelhof.

Schon bei der Infoveranstaltung am 12. März in Rentweinsdorf hatte sich Bürgermeister Ekkehard Hojer, glaubt man den Presseberichten, zurückgehalten. In der Baunacher Stadtratssitzung vom 15. April 2015 stellte der die ersten Ergebnisse der Veranstaltung vor und berichtete über die diversen Vorteile einer Allianz mehrerer Kommunen. Insbesondere die Erstellung eines ländlichen Entwicklungskonzepts sowie höhere Fördergelder wären möglich. „Da der Landkreis Bamberg insgesamt sehr gut da steht, wäre eine Zusammenarbeit über Landkreis- und Bezirksgrenzen hinaus denkbar“, so Hojer. Dennoch sollte sich Baunach nicht von Bamberg wegorientieren, da die Stadt mittlerweile sehr stark nach Süden ausgerichtet sei.

„Ein direkter Vorteil ergibt sich nicht heute oder morgen, sondern in der Zukunft. Verloren ist durch eine solche Allianz nichts“, meinte Stadtrat Erich Langhojer (SPD). Skeptisch zeigte sich Thomas Distler (CBB): „Vor 40 Jahren fiel die Entscheidung, sich Richtung Bamberg zu orientieren. Wir sind hier in vielen Verbünden aktiv, etwa der Klimaallianz oder den Regionalwerken. Chancen sehe ich vor allem beim Tourismus, aber der war bei der Versammlung nur ein Randthema. Wir schaffen es ja nicht einmal in der Verwaltungsgemeinschaft, einen gemeinsamen Bauhof zu betreiben, wie soll so etwas dann in der Allianz funktionieren?“

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Anwohner müssen mitziehen

Der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung lautete, die Gründung eines solchen Zusammenschlusses anzustreben. Da die Abstimmung mit einem Unentschieden endete (8 zu 8), bedeutet dies die Ablehnung. Somit geht Baunach keine Allianz mit Gemeinden wie Ebern, Rentweinsdorf oder Untermerzbach ein. Für den Zusammenschluss wäre Baunach sicher eine Kerngemeinde gewesen, somit könnte das gesamte Projekt nun scheitern. In Oberfranken sind derartige Allianzen noch wenig bekannt und damit Neuland.

Bei einer Bürgerversammlung in den Stadtteilen Godeldorf und Godelhof kam der Wunsch nach einem einfachen Dorferneuerungsverfahren auf. „Die Stadt ist nur zu einem kleinen Teil Eigentümer der Straßen, der Großteil befindet sich in Anliegerhand“, erklärte Bürgermeister Hojer. Somit wäre es wichtig, dass die Anlieger geschlossen hinter einem solchen Verfahren stünden und der Stadt benötigte Flächen für öffentliche Wege und Plätze kostenlos zur Verfügung stellen. Die Sanierungskosten lägen insgesamt bei etwa 500.000 Euro. Der Stadtrat beschloss, einen Vertreter des Amtes für ländliche Entwicklung zu einem Bürger-Informationsabend einzuladen und danach einen Fragebogen an die Grundstücksbesitzer zu versenden, um die Kooperationsbereitschaft abzuklären.

Weitere Beschlüsse vom 14. April 2015

Sowohl der Basketballabteilung des 1. FC Baunach als auch den Sportkeglern gewährte der Stadtrat, wie auch schon in den vergangenen Jahren, einen Zuschuss für Hallen- und Bahnmiete. Bezüglich eines neu zu errichtenden Jugendverkehrsübungsplatzes in Scheßlitz zeigten sich die Räte zurückhaltend und vertagten das Thema, da die Kosten bislang nicht bekannt sind. „Wir können keinen Blankoscheck ausstellen“, meinte Hojer. Peter Großkopf (SPD) regte an, der Landkreis solle den Übungsplatz selbst errichten und nicht, wie bislang geplant, die Stadt Scheßlitz. Somit wären dann alle Kommunen über die Kreisumlage gerecht an diesem Platz beteiligt.

Geändert wurde der Name des Bebauungsplans Baunach Nord 1 zu „Baunach Nord 1 Messingschlager“. Nur so ist es möglich, entlang der Bundesstraße Hinweisschilder aufzustellen, so dass Lieferanten das richtige Einfahrtstor nutzen. Den Austausch der Schilder zahlt das Unternehmen selbst. Notwendig waren, so Hojer, eine Verkehrsschau sowie zahlreiche Absprachen mit Landratsamt, Staatlichem Bauamt und Regierung von Oberfranken.

Titelbild: © Stephanie Hofschläger / PIXELIO

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