Syrische Köstlichkeiten und ein Film

Veröffentlicht am 26. Februar 2015 von Redaktion
Logopädie Scheßlitz



Das Baunacher Büchereiteam hat das diesjährige Motto des Sankt Michaelsbundes „Treffpunkt Bücherei. Herzlich willkommen!“ zum Anlass genommen, um im Rahmen einer Filmwoche mit dem Kinofilm „Monsieur Claude und seine Töchter“ zu einem ganz besonderen Abend einzuladen.

Die Botschaft des Films, für den die Bücherei am Samstag, dem 21. Februar 2015, im Bürgerhaus ihre Türen öffnete, lautet: „Wir kommen aus unterschiedlichen Kulturen und mussten uns erst einmal sehr aneinander gewöhnen (vor allem alle Väter in dem Film!) … doch jetzt sind wir eine wundervolle Familie!“

Natürlich gab es Popcorn und Getränke für die Zuschauer, aber auch noch etwas ganz Besonderes: eine kulinarische Reise mit kleinen Köstlichkeiten in das Land Syrien! Zubereitet hat diese Kasem Alachek, Koch und langjähriger Restaurantleiter in Syrien und Saudi Arabien. Aber wieso treffen wir ihn in Baunach? Er musste mit seiner Frau und dreien seiner Kinder aus Syrien fliehen, über Saudi Arabien und Italien kamen sie unter vielen Entbehrungen nach Deutschland – nach Jesserndorf. Hier fand die Familie Aufnahme in besonderer Weise: Die Bewohner waren neugierig, schauten bei den Alacheks vorbei und boten ihre Unterstützung an. Diese reichte vom Kochtopf und bis zu Fahrten zum Deutschkurs nach Ebern, erzählt Daniela Berninger, die im Kindergarten in Jesserndorf arbeitet, den auch die jüngste Tochter der Familie Alachek besucht. „Die syrische Gastfreundschaft ist bemerkenswert. Hier ist nicht nur die Hand offen, hier kommt ganz viel zurück.“ Dabei haben die Menschen doch das Wichtigste verloren: ihre Heimat. Dank der Jesserndorfer, des Asylhelferkreises Ebern, der Familie Saffouri aus Baunach und vieler weiterer hilfsbereiter Menschen finden sie hoffentlich eine zweite.

Die Kinobesucher, die gerne die neuen Angebote ihrer Bücherei annehmen, sind begeistert. „Diesen Film mit Essen aus einer anderen Kultur und der Geschichte dieser Flüchtlingsfamilie vor Ort zu verbinden, weckt auf jeden Fall Interesse“, meint Ehepaar Langhojer aus Dorgendorf. Nachdenkliche Gesichter machen die Schwestern Martina Roy und Miriam Hüttner aus Baunach: „Wir haben von dem Schicksal der Familie oder der Umfunktionierung der Kaserne in Ebern in Wohnungen für Flüchtlinge nichts gewusst, obwohl es nicht weit weg ist. Gerade überlegen wir, wie auch wir helfen können.“

Geschmeckt haben die syrischen Köstlichkeiten allen, sogar den kleinen Besuchern wie Jakob Schmitt, die bis zu Beginn des Films bleiben durften. „Super lecker!“, war das Urteil des sonst kritischen Essers. Das wird Kasem Alachek freuen, denn er wartet ungeduldig auf seine Arbeitserlaubnis, um endlich wieder als Koch arbeiten zu können.

Susanne Rebscher

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