Mut zur Veränderung – vom Straßenkind zur Autorin

Veröffentlicht am 16. Mai 2012 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



„Ich find es mutig, Fremden so ehrlich über sein Leben zu erzählen!“, antwortete Eva-Maria aus der M9b auf die Frage, wie ihr denn die Lesung von Sabrina Tophofen gefallen habe. Dass die Lesung an der Baunacher Verbandsschule jedem Zuhörer unter die Haut ging, darüber war sich der Großteil der Zuhörer einig. Was aber faszinierte die junge Zuhörerschar so?

Sabrina Tophofen wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Als „Zigeunerkind“ – wie sie sich selbst bezeichnete – lebte sie in einer Familie, die alles andere als eine heile Welt darstellte. Vom alkoholisierten Vater missbraucht, geschockt vom Tod ihrer Schwester, die im eigenen Haus verbrannte und beinah erwürgt von einem Onkel, beschließt sie im unglaublichen Alter von elf Jahren von Zuhause abzuhauen.

Mit mutiger Stimme erzählt sie den Schülern der 8. bis 10.Klasse die Flucht ins Heim und die dort zu erduldenden Schikanen. In einem packenden Wechsel aus Erzählung und Lesung nimmt Sabrina Tophofen die Jugendlichen mit auf ihre Reise nach Köln auf die sogenannte Domplatte. Ein Ort, an dem man ums Überleben kämpft. „Ich habe immer im Sitzen geschlafen. Auf die Straße legen, kam nicht in Frage. Dann wäre ich ja ein Penner gewesen. Und das wollte ich nicht sein“, so das ehemalige Straßenkind.


Sabrina Tophofen vor dem Plakat zu ihrem Buch „So lange bin ich vogelfrei“.

LSD-Trip, Überdosis und Liebe

Gebannt lauschten die Schüler ihrem ersten LSD-Trip, stellten Fragen zum Leben auf der Straße oder verglichen insgeheim ihre eigene Welt mit Sabrinas damaligem Leben. Am Ende dieser eindrucksvollen Begegnung stellte Anna-Marie, M9b, eine Frage, die wohl allen auf den Nägeln brannte: „Wie haben Sie es nur geschafft, der Straße zu entkommen?“ Ausschlaggebend war wohl eine Überdosis, die zu einem Herzstillstand führte, in zweiter Linie war es dann aber die Liebe zu einem Mann, die ihr Herz in anderer Art und Weise berührte.

Heute ist Sabrina glückliche Mutter und Ehefrau, die großen Mut zur Veränderung – so ihr Lebensmotto – bewies.

Die Verbandsschule Baunach bedankt sich auch bei der Leseinsel in Ebern, die es seit Jahren ermöglicht, solche Veranstaltungen an der Schule stattfinden zu lassen.


Gespannt lauschten…


…die Schüler der Lesung und stellten Fragen.

Karin Radler

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