Lärmschutzwand statt Lärmschutzwall

Veröffentlicht am 4. März 2015 von Johannes Michel

Im vergangenen Jahr war richtig was los, aktuell ist es still geworden. Dennoch: Ab Januar soll die ICE-Baustelle rund um Breitengüßbach, Ebing und Zapfendorf in vollem Gange sein, die Strecke für acht Monate gesperrt werden. Mitte Februar hat die Bahn nun einige Änderungen im so genannten Planfeststellungsverfahren vorgenommen. Mit dem Beschluss wird für Ende Juni 2015 gerechnet.

Die „3. Änderung des Planfeststellungsverfahrens“ betrifft insbesondere den Markt Zapfendorf. So ist nach aktuellem Stand der Trainingsplatz nicht mehr als Lagerfläche eingezeichnet und bliebe somit nutzbar. Das große Spielfeld allerdings fällt, das ist aber nichts Neues, dem Bau eines Teils der Westtangente zum Opfer. Im Bereich des Sportplatzes verschiebt sich die gesamte Bahnstrecke etwas in Richtung Ortschaft, dafür entfällt der Lärmschutzwall zugunsten einer Lärmschutzwand, die deutlich weniger Platz benötigt und optisch nicht derart voluminös ausfällt. Auch in einer Gemeinderatssitzung wurde dies bereits befürwortet.

Neu ist eine Baustraße über die Bahnstrecke neben dem Baumarkt an der Bamberger Straße (siehe Plan, eingezeichnet links in blau). Stefan Kabitz, der für die Bürgerinitiative Das bessere Bahnkonzept die Pläne ausführlich analysiert hat, vermutet, dass keine Brücke notwendig sein wird, sondern einfach eine Überfahrung der Strecke, die während der Bauzeit ja ohnehin gesperrt ist. Nach wie vor als Baustraße vorgesehen ist die erst vor wenigen Jahren sanierte Bahnhofstraße, ein Thema, das Kabitz, wie er in der Vergangenheit mehrfach äußerte, sehr kritisch sieht.

3. Planänderung ICE Bahn Zapfendorf 2015
Blau markiert sind im Plan die aktuellen Änderungen. Der Trainingsplatz (rechts), bislang rot, bleibt (blaue Streichungen) also erhalten.

Weichen werden aus München gesteuert

Noch nicht berücksichtigt hat die Bahn in der 3. Planänderung eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer bei Ebing – die Pläne enthalten noch immer eine Fußgängerbrücke. Neu hingegen ist die Behelfsbrücke mit Anschluss an die Bundesstraße 4 am Kreisverkehr in Breitengüßbach. Zurückgebaut werden die beiden mechanischen Stellwerke in Breitengüßbach, sie sollen durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt werden, also nichts anderes als einen Computer, der von der Betriebszentrale in München aus gesteuert wird. Dafür entsteht ein kleines neues Stellwerksgebäude im Bereich der ehemaligen Laderampe des Bahnhofs.

Am Freitag, 6. März, informiert die Initiative Das bessere Bahnkonzept im Feuerwehrraum Zapfendorf ab 19.30 Uhr über die neuesten Entwicklungen. Im Fokus steht dabei auch, was ab 11. Januar 2016, dem Beginn der Vollsperrung, auf die Bürger zukommt.

 

Die Videoanimation zeigt, wie die Bahnstrecke zwischen Hallstadt und dem Tunnel Eierberge einmal aussehen soll (Stand: Mitte 2014) (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf das Einstellungsrädchen und wählen dann bei Qualität 720p HD aus…).

Grafik: DB Projektbau

1 Kommentar bisher. Haben Sie etwas dazu zu sagen?
Dann können Sie gerne ebenfalls einen Kommentar hinterlassen.
Kommentare geben die Meinung des Autors wieder, die Meinung der Redaktion
von Nachrichten am Ort muss damit nicht deckungsgleich sein.

  1. Thomas Porzner 4. März 2015 at 18:12 - Antworten

    Danke an die „Nachrichten am Ort“ für ihre Information und das Video, das einen guten Eindruck der Planungen im Endausbau von Hallstadt bis zum Eierbergtunnel bei Wiesen gibt.

    Ich kann aber aufgrund der vorliegenden Unterlagen Herrn Kabitz nicht verstehen, wenn er nach ausführlicher Analyse meint, dass keine Baustellenbrücke am Bahnübergang Zapfendorf Süd gebaut wird. Ist doch eine bauzeitliche Behelfsbrücke in der obigen Skizze und im Erläuterungsbericht durch Blaueintrag neu aufgenommen worden. Die neue Linienführung ist notwendig, da eine Brücke eben auch Rampen benötigt. Die Baustraße in diesem Bereich war schon immer vorgesehen.

    Wichtig ist jetzt für die Gemeinde Zapfendorf, dass gerade diese neu aufgenommene Brücke und die anschließenden Straßen, als bauzeitliche Umleitungsstrecke, so leistungsfähig ausgebaut werden, dass kein Verkehrschaos entsteht. Durch die verkürzte Bauzeit wird 2016 an allen Ecken und Enden gleichzeitig gebaut werden. Bei gleichzeitiger Sperrung von drei Bahnübergängen, der Staatsstraße und der Eisenbahnstrecke und Umbauten an der Autobahn wird es für uns alle schwer werden nach Westen und Süden zu kommen.

    Der Gemeindeverwaltung ist dieses Problem bekannt und sie wird ihre Interessen im Verfahren einbringen. Es ist der Antrag gestellt, dass sich der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen damit intensiv beschäftigt.

    Thomas Porzner
    Gemeinderat

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.