Auftakt 1200 Jahre Breitengüßbach: „Wir könnten noch 20 Jahre lang weiter feiern…“

Veröffentlicht am 8. Januar 2012 von Johannes Michel

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Mit einem Festabend und der Eröffnung der Jubiläumsausstellung in der Breitengüßbacher Schule startete am Wochenende das Festjahr „1200 Jahre Breitengüßbach“. Bezirksheimatpfleger Dr. Günter Dippold erläuterte in seiner Festrede, das genaue Gründungsdatum Breitengüßbachs sei nicht bekannt. „Es liegt zwischen 810 und 832 – wir hätten also schon vor zwei Jahren mit den Feierlichkeiten beginnen können und könnten jetzt noch 20 Jahre lang weiter feiern.“

Etwa 500 Gäste bevölkerten am Samstag, 7. Januar, die Hans-Jung-Halle und bekamen ein dreistündiges Festprogramm geboten. Eröffnet wurde die Feier mit dem Einzug der Ortsvereine, die sich in den nächsten Monaten mit vielen Aktionen einbringen werden. „Die 26 Vereine, die sich heute präsentieren, zeigen das breite Spektrum des Vereinslebens in unserem Ort“, sagte Bürgermeister Reiner Hoffmann.

Wann Breitengüßbach genau gegründet wurde, ist nicht bekannt. Auch Bürgermeister Hoffmann konnte in seiner Festrede nicht mit neuen Infos dienen. „Wir wissen nur von einer kaiserlichen Urkunde, die zwischen 810 und 832 ausgestellt wurde. Dort wird erwähnt, dass Breitengüßbach (‚Gusibah‘) zum Königshof Hallstadt gehört. 2009 hat unser Gemeinderat daher beschlossen, 2012 zum Festjahr auszurufen. Als lebendige Gemeinde werden wir viele Veranstaltungen in diesem Jahr durchführen.“ Hoffmann bedankte sich auch bei den Sponsoren, allen voran der Sparkasse Bamberg und der VR Bank Bamberg, die sich mit Geldspenden beteiligen und auch Münzen sowie eine Münzprägemaschine für diverse Anlässe zur Verfügung stellen. Als Ehrengäste begrüßte Hoffmann unter anderem Landrat Dr. Günther Denzler, Bundestagsmitglied Thomas Silberhorn sowie viele Bürgermeisterkollegen aus dem gesamten Landkreis.


Bürgermeister Reiner Hoffmann bei seiner Festrede in der Hans-Jung-Halle.


Hoffmann bekam die Jubiläumsmedaille der VR Bank auf dem Podium überreicht.

Landrat Dr. Günther Denzler überbrachte die Glückwünsche des Landkreises und lobte den generationenübergreifenden Zusammenhalt der Bürger, ohne die Breitengüßbach nicht so lange Bestand gehabt hätte. Er bezeichnete Breitengüßbach als „Vorzeigegemeinde“, insbesondere in Sachen Umweltschutz und Familienfreundlichkeit. Dadurch sei die Gemeinde zu einem attraktiven Wohnort geworden. „Aber auch als Wirtschaftsstandort ist Breitengüßbach interessant. Über 1.000 Arbeitsplätze finden sich hier, wofür natürlich auch die hervorragende Verkehrsanbindung verantwortlich ist“, so Denzler.

Auch die kirchlichen Vertreter sprachen einige Grußworte. Pfarrer Valentin Tempel überreichte Bürgermeister Hoffmann eine Flasche Messwein. „Hoffentlich erfährt es der Domberg nicht. Der Wein soll ein Zeichen der Dankbarkeit für unsere gute Zusammenarbeit sein“, sagte er. Das evangelische Pfarrersehepaar Schlechtweg gratulierte ebenfalls. Auf die wechselvolle Geschichte von Breitengüßbach blickte anschließend Professor Dr. Günter Dippold zurück. Er erwähnte die Gründungsurkunde, die sich in Cambridge befindet und erläuterte, warum Breitengüßbach sich auch heute als eine erfolgreiche Gemeinde behaupten kann: „Schon immer war der Ort ein Verkehrsknotenpunkt. Gerade in diesem Punkt zeigen sich Konstanz und Wandel – vom Straßen- zum Eisenbahnverkehr und zurück.“


Prof. Günter Dippold stellte die Geschichte Breitengüßbachs vor.

Zum Abschluss des Festabends trat Moderator Mäc Härder als „Der König von Franken“ auf und sorgte für gute Unterhaltung. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Breitengüßbach, der klassische und moderne Stücke zum Besten gab.


Mäc Härder als „Der König von Franken“.

„Eigentlich hat man Bamberg neben Breitengüßbach gebaut.“

Einen Tag später, am Sonntag, 8. Januar, eröffnete Bürgermeister Hoffmann die Jubiläumsausstellung in der Schule. Alois Ludwig, zweiter Bürgermeister der Gemeinde, erklärte die verschiedenen Schwerpunkte der Ausstellung. Sie zeigt zum einen das Schulleben im Wandel der Zeit und präsentiert Ansichtskarten mit Ortsbildern aus der Sammlung von Hermann Linzmayer. Außerdem finden sich einige Fossilien und archäologische Funde. „Der Bamberger Dom feiert dieses Jahr 1000 Jahre. Also hat man Bamberg neben Breitengüßbach gebaut“, scherzte Ludwig.


Viele Bürger kamen zum Neujahrsempfang in die Schule.


Die Ausstellung zeigt zahlreiche Ansichtskarten mit Motiven aus Breitengüßbach.

Thomas Bechmann vom Naturkundemuseum Bamberg und Dr. Cornelia Lohwasser vom historischen Verein Bamberg führten durch die Ausstellung und wiesen auf einige beachtenswerte Gegenstände hin. Gemeinderat Bernhard Pfister stellte dem Publikum das Jubiläumsbuch „Breitengüßbach – Im Spiegel der Zeit“ vor, das bewusst nicht als Chronik, sondern als Zeitzeugenbericht aufgelegt wurde. Damit behält die Chronik von Konrad Schott aus dem Jahr 1989 ihre Gültigkeit. Das Buch zeige „Ortsgeschichte in Geschichten der Bürger“, so Pfister.

Die nächsten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr finden im März und April statt. Dann stehen eine „Geistliche Kirche mit dem Gesangverein Cäcilia“ und die Feierlichkeiten „5 Jahre Musikverein Breitengüßbach“ auf dem Programm. Eine Übersicht zum Festjahr finden Sie in unseren Veranstaltungstipps.

Johannes Michel

 

Viele Infos zum Festabend und zur Ausstellungseröffnung enthält auch das „Nachrichten am Ort“-Video, das Sie sich gerne anschauen können (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf 360p und wählen dann 720p HD aus…).

 

Bilder vom Festabend finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen der Galerie einfach auf ein beliebiges Foto klicken, zum Beenden der Anzeige genügt ein Klick auf das geöffnete Bild)…

 

Bilder vom Neujahrempfang und der Ausstellungseröffnung finden Sie in unserer zweiten Bildergalerie (zum Öffnen der Galerie einfach auf ein beliebiges Foto klicken, zum Beenden der Anzeige genügt ein Klick auf das geöffnete Bild)…

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