„Je kräftiger die Farbe wird, desto mehr tritt das ohnehin große Gebäude in den Vordergrund“

Veröffentlicht am 28. März 2012 von Johannes Michel

Am 29. November vergangenen Jahres berieten die Breitengüßbacher Gemeinderäte schon einmal über die Farbgestaltung für das Rathaus, das momentan saniert wird. Einige Gemeinderäte konnten sich mit der schlichten Farbgestaltung nicht anfreunden – und Architekt Christian Eichler hatte daher zur Gemeinderatssitzung am 27. März 2012 drei konkrete Vorschläge mitgebracht. Die Tendenz: Ein öffentliches Gebäude sollte sich zurücknehmen und nicht in den Vordergrund drängen.

Drei Farbvarianten stellte Christian Eichler vor: Weiß mit grauen Lisenen und Faschen, grau mit weißen Lisenen und Faschen sowie Sandstein. „Das Gebäude steht zwischen zwei Fachwerkhäusern und sollte sich durch die Farbgestaltung und Dachfarbe von den privaten Wohngebäuden absetzen“, so Eichler. Daher habe er sich auch für eine dunkle Dacheindeckung entschieden. Einen Farbakzent setze das rote Eingangsportal. Seine Entwürfe zeigte er auch als Fotomontagen.

Gemeinderat Peter Pfister (UBB) war mit den Entwürfen nicht hundertprozentig zufrieden: „Ich könnte mir die Variante in Sandsteinfarben mit rotem Dach und weißem Zwischenraum zwischen den Fenstern vorstellen.“ Während Manfred Herl (SPD) das Gebäude in Variante 1 (weiß) als stimmig empfand, wünschten Bernhard Pfister (SPD) und Andrea Hummel (CSU) mehr Mut zur Farbe: „Mich überzeugt keine der drei Varianten. Die Fachwerkhäuser im Vordergrund sind ohnehin schon dezent gehalten, wir könnten also Farbe hineinbringen“, sagte Hummel. Pfister sprach sich für eine Aufwertung des Umfelds aus: „So finde ich es langweilig. Ein solches Gebäude soll den Platz aufwerten und im Rahmen der Neugestaltung des Ortskerns sollten wir diese Chance auch nutzen.“


Momentan ist das Breitengüßbacher Rathaus eingerüstet.
Die Bäume bleiben auch nach den Baumaßnahmen erhalten.

Mit 12 zu 3 Stimmen entschied sich der Gemeinderat nach Abschluss der Diskussion für die Variante 1 in Weiß. Beim Sockel herrschte noch mehr Einigkeit: Er soll in Granit ausgeführt werden, da Sandstein deutlich pflegeintensiver und wenig beständig ist (14 zu 1 Stimme).


Die drei Farbvarianten im direkten Vergleich. Die oberste wird umgesetzt.

Johannes Michel. Fotos: Johannes Michel, Gemeinde Breitengüßbach/Architekt Christian Eichler

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