Professionelle und ehrenamtliche Jugendarbeit müssen enger zusammenrücken

Veröffentlicht am 13. Juli 2017 von Johannes Michel

Breitengüßbach fährt bei der Jugendarbeit zweigleisig. Neben dem Jugendforum und einer Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) gibt es mit Kristina Müller von iSo e.V. auch eine hauptamtliche Kraft. Die Zusammenarbeit war in den vergangenen Monaten wohl nicht ganz einfach, klärende Gespräche fanden statt, die FSJ-lerin kündigte. Nun soll es wieder aufwärtsgehen.

Jedes halbe Jahr berichtet Kristina Müller im Gemeinderat über die hauptamtliche Jugendarbeit mit dem Projekt JAM. Diesmal standen aber nicht die Aktionen des ersten Halbjahres im Fokus, sondern der „Aushandlungsprozess Kooperation Jugendforum“. Das Jugendforum in Breitengüßbach, das auch einen Jugendsprecherrat wählt, war schon aktiv, bevor die Gemeinde sich entschied, in Zusammenarbeit mit iSo die Jugendarbeit zu professionalisieren. Angedacht war eine enge Kooperation zwischen dem FSJ-ler und der hauptamtlichen Kraft.

Das hat zuletzt nicht gut funktioniert. Julia Geppert, die bis August die Aufgaben der FSJ-lerin zum Teil übernommen hat, führte das in der Sitzung des Gemeinderats am 11. Juli 2017 vor allem auf mangelnde Kommunikation zurück. Daher habe die FSJ-lerin auch gekündigt. Nun sei eine ganz andere Basis vorhanden, um wieder besser zusammenzuarbeiten. Das betonte auch Kristina Müller. JAM sei offen für jegliche Kooperation mit dem Jugendforum, nicht immer könne aber allen Wünschen entsprochen werden, etwa, wenn es um den Alkoholausschank bei Veranstaltungen gehe. Aktuell werde für das Jugendforum ein Logo entworfen, so dass künftig bei Kooperationen sowohl JAM als auch das Jugendforum sichtbar vertreten sein können, etwa auf Plakaten und Einladungen.

KiTa und Solarpark

Als Aktion aus dem ersten Halbjahr 2017 stellte Müller die „blumigen Grüße zum Valentinstag“ heraus, die im Seniorenzentrum Breitengüßbach stattfand. 80 Rosen mit handgeschriebenen Zetteln waren verteilt worden – die Freude bei den Bewohnern sei groß gewesen, so dass das Seniorenzentrum künftig mehr in die Jugendarbeit einbezogen werden soll, so Müller. Bei der Hexennacht in der Frankenlagune Hirschaid probierte sich ein Filmteam aus Breitengüßbacher Jugendlichen aus, bei der Gesundheitsmesse wurde die „HaLT-Bar“ angeboten. In der anschließenden Diskussion regte Manfred Herl (SPD) an, langfristig an ein gemeinsames Logo – JAM und Jugendforum – zu denken. Und Hubert Dorsch (CSU) wünschte sich für die Zukunft einen jeweils ehrlichen Sachstandsbericht: „Von Konflikten war beim Bericht im Januar noch nichts zu hören“, so Dorsch.

Nachdem eine Erweiterung der Kindertageseinrichtung der Gemeinde ansteht, hatte Breitengüßbach zuletzt, wie alle paar Jahre, eine Bedarfsabfrage für die Kinderbetreuung durchgeführt. Die ermittelten Zahlen wurden vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet. Aktuell stehen 24 Krippenplätze, 145 Kindergartenplätze sowie 47 Hortplätze (Kinder von 6 bis 12 Jahre) zur Verfügung – in der Einrichtung der Gemeinde sowie im „Haus für Kinder St. Michael“ der Kath. Kirchenstiftung St. Leonhard.

Eingeleitet wurde zudem das Bauleitverfahren für einen Bebauungsplan „Solarpark Gut Leimershof II“. Zusätzlich zum bestehenden Solarpark möchte die Firma IBC Solar eine weitere Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von sechs Megawatt errichten. Um den Zuschlag für eine Förderung zu erhalten, braucht das Unternehmen das Okay der Gemeinde, das bei einer Gegenstimme erteilt wurde.

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Verlagerung des Dientzenhofer-Gymnasiums: Warum nicht nach Breitengüßbach?

Einen größeren Teil der Sitzung nahm der Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ ein. Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder verwies dabei auf einen Pressebericht in der Zeitung aus der vergangenen Woche zur Kreistagssitzung, der sich mit der möglichen Verlagerung des Dientzenhofer-Gymnasiums (DG) aus der Stadt in den Landkreis Bamberg beschäftigte. Sie war dort mit den Worten zitiert worden, Breitengüßbach stehe nicht als Standort zur Verfügung – obwohl das eventuell noch möglich wäre. Dies sei nicht sinngemäß wiedergegeben gewesen. Vielmehr habe sie die Vorgehensweise kritisiert: Die Vergabe des Gutachtens zur Untersuchung eines möglichen Standorts im Landkreis sei nicht den Ausschüssen des Kreistags besprochen worden. Zudem stelle sich die Frage, ob Schüler aus Bamberg, die im DG immerhin 30 Prozent ausmachen, auch ein Gymnasium im Landkreis besuchen würden und ob nicht zunächst eine Grundlagenuntersuchung zur Sanierung im Bestand oder einem Neubau am alten Standort Sinn mache.

Als mögliche Fläche für ein Gymnasium in Breitengüßbach wäre das Muna-Gelände möglich, das allerdings erst ab dem Jahr 2023 zur Verfügung stünde. Bis zum Haltepunkt Breitengüßbach wären es von dort rund 600 Meter. Der Bahnanschluss spreche für Breitengüßbach, so Reinfelder. Nachdem im Kreistag Breitengüßbach als möglicher Standort aber ohnehin herausgefallen sei (Hallstadt, Hirschaid, Memmelsdorf und Scheßlitz werden weiter untersucht), solle die Gemeinde das Potenzial des Muna-Geländes gemeinsam mit der Bürgerschaft entwickeln, „man muss nicht auf jedes Pferd aufspringen“, so Reinfelder. Gemeinderätin Christine Raab (CSU) fühlte sich von Reinfelder im Kreistag nicht gut vertreten. „Wir hatten uns als Gemeinderat dafür ausgesprochen, dass wir das DG gerne hier hätten.“ Für Rainer Klehr (UBB) lag die Sache anders: „Wir hatten uns in einem Brief an das Landratsamt beworben, fielen aber heraus.“ Und Hubert Dorsch kritisierte, dass in den Gemeinden mit dem Thema „Verlagerung DG“ viel heiße Luft erzeugt werde.

Reinfelder informierte außerdem, dass an den kommenden beiden Wochenenden die Behelfsbrücken im Süden von Breitengüßbach und bei Unteroberndorf abgebaut werden. Das könne auch mit Nachtarbeiten verbunden sein. Der Informationspunkt der Bahn am Haltepunkt Breitengüßbach werde am 25. August letztmalig geöffnet sein und dann ebenfalls zurückgebaut.

Bild: JAM Breitengüßbach

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