Erneut viele Breitengüßbacher dabei

Veröffentlicht am 2. Oktober 2017 von Johannes Michel

Fast genau zwei Jahre, nachdem in Breitengüßbach die Bürgerwerkstatt zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) viele Bürger angelockt hatte, begrüßte Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder mit Edith Obrusnik eine Stadtplanerin, die sich nun um die konkrete Umsetzung von Projekten kümmern soll. Und auch diesmal war die Beteiligung der Breitengüßbacher vorbildlich.

Es tut sich was in Breitengüßbach. Denn nur Pläne für die Schublade zu produzieren kommt nicht nur für die Gemeindeverwaltung um Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder nicht in Frage, sondern auch für die Bürger. Das zeigte sich erneut bei der Vorstellung von Edith Obrusnik, die in den kommenden mindestens zwei Jahren als Projektmanagerin die Umsetzung der ersten konkreten Maßnahmen begleiten soll, die als Ideen im Rahmen des ISEK entstanden. Außerdem wird sie sich um die Durchführung eines städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbes für die Ortsmitte kümmern.

„Eigentlich wollten wir ja mit der Ortsmitte beginnen“, erklärte Reinfelder den zahlreich erschienenen Breitengüßbachern beim Vorstellungstermin am 28. September. „Dann kam uns aber die Bahn dazwischen – und nun gilt es, dieses technische Bauwerk in den Ort zu integrieren.“ Die ersten Maßnahmen werden sich daher auch auf den Bahnbereich konzentrieren. Es gilt etwa, den Osten Breitengüßbachs attraktiv an die Bahnunterführung am Bahnhof anzubinden und hier Parkplätze bereitzustellen – und, so betonte auch Obrusnik, „einen Gegenpol zu schaffen“ zum technischen Bauwerk Bahnstrecke und den Lärmschutzwänden. „Es stehen die landschaftsplanerischen Maßnahmen der Bahn an, ehemalige Bauflächen werden rückgebaut, die Lärmschutzwände begrünt. Unser Ziel muss sein, dass die Grünflächen qualitätsvoll gestaltet werden – und nicht nur pflegeleicht. Es muss ein Mehrwert für die Bürger entstehen.“


Edith Obrusnik und Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder.

Jugendtreff wünscht sich einen Skaterplatz

Dementsprechend wurde eine Arbeitsgruppe „Grünes Breitengüßbach“ ins Leben gerufen, die Bürger können hier ihre Wünsche und Ideen einbringen. Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema „Bürgerhaus“ beschäftigen. „Wir haben mehrere Gebäude, die für eine neue Nutzung in Frage kommen“, erklärte Reinfelder. Dazu gehört neben den beiden Gebäuden am Bahnhof (der Bahnhof selbst und die denkmalgeschützte Lagerhalle) auch das ehemalige Rathaus „Zentrum 2“, in dem zuletzt eine Zahnarztpraxis untergebracht war und in dem die Veranstaltung am 28. September stattfand. „Zunächst müssen wir den Bedarf zu ermitteln: Was fehlt uns noch in Breitengüßbach?“


Obrusnik stellte ihr Aufgabenfeld vor.


Aus dem Gebäude Zentrum 2 ließe sich ein provisorisches Bürgerhaus machen.

Provisorisch kann das Haus „Zentrum 2“ aber schon genutzt werden. Obrusnik empfand vor allem die Lage als gut geeignet für ein Bürgerhaus – aufgrund der nahen Gemeindeturnhalle, den vorhandenen Parkplätzen und der Freifläche rundherum. Aber: „Zentrum 2 ist nicht barrierefrei, die Räume sind alle eher klein,“ so Obrusnik. Dennoch habe das Gebäude Potenzial – die Bürger dürfen sich in der Arbeitsgruppe also auch hierzu Gedanken machen. Die Stadtplanerin unterstrich, dass sich gerade eine Gemeinde wie Breitengüßbach insbesondere um die schon vorhandenen Gebäude kümmern müsse. Mit dem Satz „Wir können nicht immer neue Gebiete ausweisen, neu bauen“, plädierte sie für die Sanierung von Bestandsimmobilien.


Das Interesse der Bürger war erneut groß.

Eine Aufgabe von Edith Obrusnik wird auch die Durchführung eines städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbes für die Ortsmitte sein. Im Frühjahr 2018 soll der Prozess starten. Und spontan kam noch ein neues Projekt hinzu: Die Jugendlichen aus dem Jugendtreff schauten beim Termin vorbei und wünschten sich einen Skaterplatz. Der Wunsch stieß beim Publikum und auch bei den anwesenden Vertretern der Gemeinde auf offene Ohren – Obrusnik betonte aber, es müsse dann auch schnell gehen, damit die heute von der Idee begeisterten Jugendlichen auch noch etwas davon hätten.

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