Kinderbetreuung auch außerhalb der Kernzeit?

Veröffentlicht am 30. Januar 2014 von Lena Thiem

Im Herbst wurde vom Landratsamt Bamberg und der CariThek das Projekt Leihgroßeltern im Landkreis Bamberg ins Leben gerufen. Zehn Gemeinden, darunter Kemmern und Breitengüßbach, haben sich mit ehrenamtlichen Vermittlern als Projekt-Gemeinden gemeldet. Wie entwickelt sich das Projekt?

Die Aufgabe der jeweiligen Vermittler in ihren Gemeinden – Familien mit Betreuungsbedarf für ihre Kinder mit ehrenamtlichen Leihgroßeltern zusammenzubringen – ist dabei schwieriger als angenommen, denn bislang fehlt entweder das Interesse von Familien an dem Angebot oder Senioren, die sich an dieser Stelle ehrenamtlich engagieren wollen.

Die Idee der CariThek, fitte Senioren mit jungen Familien zusammenzuführen, die vielleicht nicht auf ein eigenes familiäres Netzwerk, etwa für die spontane Kinderbetreuung, zurückgreifen können, ist auf den ersten Blick einfach und für alle Seiten von Vorteil. Die Senioren haben Zeit und Lebenserfahrung und freuen sich über den Umgang mit den Kindern. Die Eltern wissen ihr Kind in guten Händen, können Arzttermine oder Elternabende besuchen oder sich eine Auszeit gönnen. Die Kinder bekommen neue Anreize und Zeit geschenkt.

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Angebot und Nachfrage…

Die „Kümmerin“ aus Kemmern, Ursula Mainbauer, zeigt sich Anfang Januar hoch optimistisch. Bereits im November 2013 hat sie durch ein Inserat im Kemmerner Amtsblatt gleich drei motivierte „Omas“ gefunden. Diese stehen für unterschiedliche Aufgaben in den Startlöchern: Kinderwagenfahrten mit den Kleinen, Spielplatz mit den Großen oder sogar für spontane Betreuungszeiten in den Abend- und Nachtstunden. Allein: Ihr fehlen Familien mit Kindern, die das Angebot wahrnehmen. Um das Projekt näher an die Zielgruppe heranzubringen, stellte Ursula Mainbauer im Vorfeld eines Elternabends des Kindergartens St. Maria das Projekt mit seinen Vorteilen für Familien vor und erläuterte den Anwesenden kurz die Vorteile und den Ablauf der Vermittlung. Es ist ihr wichtig, in persönlichen Gesprächen mit Eltern und Senioren die passenden zueinander zu bringen, damit sich jeder wohl fühlt. Dabei käme den Familien natürlich zugute, dass sie in Kemmern viele kennt und nur zuverlässige Großeltern vermitteln wird. Auch die Abwicklung und Abrechnung über die CariThek sei unkompliziert. Pro Einsatz bekommt die ehrenamtliche Leihoma (oder auch der Leihopa) eine Aufwandspauschale von 8 Euro.

Antje Ginalski, Leiterin des Kindergarten St. Maria in Kemmern, betrachtet das Angebot als gute Ergänzung, um Randzeiten zu überbrücken. Leihgroßeltern könnten einspringen, wenn die Betreunungsinstitution schließe und die Eltern noch arbeiten müssten.

2014 01-Kemmern LeihgroßelternVermittlerin Ursula Mainbauer (r.) stellt das Projekt Leihgroßeltern bei einem Kindergarten-Elternabend in Kemmern vor.

In Breitengüßbach sehen sich die Vermittlerinnen Melanie Ulbricht und Daniela Angermeyer mit der entgegengesetzten Herausforderung konfrontiert. Hier fehlen engagierte Omas und Opas, um die bestehende Nachfrage von Familien nach Leihgroßeltern zu decken. Bislang hat sich zumindest noch keiner gemeldet, die Vermittlerinnen sind auch hier noch auf der Suche.

Wer jetzt Interesse bekommen hat, sich selbst zu engagieren, oder zuverlässige und vertrauenswürdige Menschen in seiner Gemeinde für die Betreuung seiner Kinder sucht, der kann sich direkt bei den Vermittlerinnen melden und informieren. Weitere Informationen zum Projekt Leihgroßeltern gibt es auch auf der Homepage des Landratsamtes.

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