Stärkung des Gewerbes, Bürgersprechstunden, Bürgerstammtische: Eindrücke aus den Breitengüßbacher Wahlveranstaltungen

Veröffentlicht am 25. Februar 2013 von Johannes Michel

Die heiße Phase vor der Bürgermeisterwahl in Breitengüßbach ist in vollem Gange: Die Kandidaten warben und werben bei Wahlversammlungen und Bürgergesprächen für sich und ihr Programm. Nachrichten am Ort hat bei Alois Ludwig, Bernhard Pfister und Sigrid Reinfelder vorbei geschaut – der vierte Kandidat, Franz Schumm, hielt (bisher) keine Versammlungen ab.

Wahlversammlungen Breitengüßbach 2013 Alois LudwigAlois Ludwig: Kein Übergangs-Bürgermeister

18. Februar, Feuerwehrhaus Unteroberndorf. Um die 60 Besucher drängen sich im Saal des Feuerwehrhauses, kurz vor Beginn der Veranstaltung werden noch Stühle und Bänke hereingetragen. „Mit diesem Andrang hatten wir nicht gerechnet – da lohnt sich heute ein Foto“, meint Alois Ludwig. Zunächst eröffnet CSU-Ortsvorstand Ottmar Geuß den Abend. „Vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt – das gab es in den letzten 50 Jahren nicht. Das ist ein Beweis für eine lebendige Demokratie.“ Anschließend tritt Alois Ludwig ans Mikrofon und stellt zuerst einmal klar, dass er bei einer erfolgreichen Wahl auch über das Jahr 2020 hinaus Bürgermeister sein möchte, wenn es die Gesundheit zulasse. Er spricht über sich und seine Familie, geht auf ihm wichtige Dinge ein. Natürlich spielt dabei die Verkehrssituation im Ort eine zentrale Rolle, aber auch die Innensanierung des Rathauses, Ersatzbeschaffungen für die Feuerwehren und die Stärkung des Gewerbes finden ihren Platz. „Die Bürger stehen für mich an erster Stelle“, sagt Ludwig. Die Gemeindeverwaltung müsse sich als Dienstleister verstehen und ein Ansprechpartner für alle Bürger sein. Aufgrund seiner Parteizugehörigkeit glaubt Ludwig auch, Breitengüßbach künftig besser mit der „großen“ Politik vernetzen zu können – hier sieht er momentan Defizite.

Wahlversammlungen Breitengüßbach 2013
Feuerwehrhaus Unteroberndorf: Voll besetzt…

Wahlversammlungen Breitengüßbach 2013 Sigrid Reinfelder

Sigrid Reinfelder: Das „Wir“-Gefühl in Breitengüßbach stärken

20. Februar, Frankenstuben Breitengüßbach. Auch hier rücken die Besucher enger zusammen, um Sigrid Reinfelders Ideen für die Zukunft Breitengüßbachs zu hören. „Wir haben unsere Veranstaltung bewusst Bürgergespräch genannt, weil wir auch Ihre Anregungen sammeln möchten“, führt Stephan Obermeder an und übergibt direkt an die Kandidatin des Unabhängigen Bürger Blocks (UBB), Sigrid Reinfelder. Sie spricht über ihre neue Heimat Breitengüßbach, in der sie seit mittlerweile zehn Jahren zu Hause ist und über ihre Arbeit als Qualitätsmanagement-Beauftragte bei der Arbeiterwohlfahrt. In der Gemeinde sieht sie eine gute Mischung aus Infrastruktur und Natur, aus Alt- und Neubürgern vorhanden und bezeichnet Breitengüßbach als „abwechslungsreichste Gemeinde im Landkreis“. In den vergangenen zwei Jahren habe sie aktiv die Lokalpolitik verfolgt und könne sich daher, auch wenn sie bisher nicht im Gemeinderat vertreten sei, schnell einarbeiten. „Ich möchte ein Rathaus, in das man gerne geht“, sagt Reinfelder und setzt auf Bürgersprechstunden, ein Ideen- und Kritikmanagement, einen Neubürgerempfang. Die Jugendarbeit möchte sie professionalisieren, die Wohnqualität steigern. Für Letzteres sei eine Verkehrsberuhigung und Ortskernsanierung dringend erforderlich.

Wahlversammlungen Breitengüßbach 2013
Frankenstuben Breitengüßbach: Sehr reges Interesse…

Wahlversammlungen Breitengüßbach 2013 Bernhard PfisterBernhard Pfister: Wir verkaufen uns unter Wert!

20. Februar, Sportheim Zückshut. Bernhard Pfister hat zu seiner Wahlversammlung eingeladen, und über 30 Zückshuter sind der Einladung gefolgt. Auch der Gundelsheimer Bürgermeister Jonas Merzbacher schaut vorbei – und drückt seinem SPD-Parteikollegen die Daumen. Nach seiner Vorstellung in Sachen Familie und Beruf geht Pfister direkt zu seinem Schwerpunkt über: Die Erarbeitung eines Verkehrs- und Entwicklungskonzeptes – für die gesamte Gemeinde. Das umfasst neben der Verkehrssituation auch die künftige Entwicklung: Soll Breitengüßbach eine Wohngemeinde sein? Oder verstärkt auf Gewerbe- und Dienstleistungs-Ansiedlungen setzen? Auch die bestehenden Flächennutzungspläne will Pfister unter die Lupe nehmen. Er kritisiert den Gewerbesteuerhebesatz von 320 v.H. Nachbargemeinden lägen hier höher, Breitengüßbach habe aber die besseren Voraussetzungen. „Wir verkaufen uns unter Wert“, so Pfister. Beim ICE- Ausbau stehen für ihn Alternativen im Fokus, etwa moderne Lärmschutzmaßnahmen oder eine Umfahrung der Gemeinde. Als Bürgermeister möchte er eine Servicestelle zur Festigung des Ehrenamtes im Rathaus einrichten und in jedem Ortsteil quartalsweise einen Bürgerstammtisch etablieren. „Bürgernähe heißt für mich nicht: Präsenz auf Festen.“

Wahlversammlungen Breitengüßbach 2013
Sportheim Zückshut: Viele Bürger interessieren sich für die Ausführungen…

Johannes Michel

 

Tipp zum Weiterlesen:

Alle Artikel zum Thema „Bürgermeisterwahlen 2013 in Breitengüßbach finden Sie in unserer umfangreichen Artikelsammlung… Mit dabei: Interview mit allen Kandidaten, Einführungen und mehr.

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