„Es gibt kein rotes oder schwarzes Hallstadt …“

Veröffentlicht am 2. Mai 2014 von Johannes Michel

Nicht etwa die Hälfte seiner Mitglieder, wie zum Beispiel in Baunach und Zapfendorf, verliert das Hallstadter Kommunalparlament, aber immerhin sechs Stadträte mit zusammen 144 Jahren Stadtratserfahrung. Und auch an der Spitze gibt es einen Wechsel. So wurden am 30. April nicht nur die Stadträte, sondern auch Bürgermeister Markus Zirkel verabschiedet.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen sich engagieren und sich für das Vorankommen einer Kommune einsetzen“, sagte Markus Zirkel zu Beginn der Stadtratssitzung vom 30. April 2014, die als einzige Tagesordnungspunkte die Verabschiedung der Stadträte und des Bürgermeisters aufwies. Allen ausscheidenden Mitgliedern wurden eine Dankurkunde, eine Flasche Wein und ein Wappen der Stadt Hallstadt überreicht.

Zuerst verabschiedete Zirkel Irene Diller, die seit 2008 dem Stadtrat angehört hatte. Auf drei Amtsperioden kam Anneliese Stöcklein – Zirkel lobte ihre grüne Einstellung, die oftmals die Wertehaltung in der SPD-Fraktion beeinflusst habe, sowie ihr soziales Engagement für Jugend, Senioren und Menschen mit Behinderung. Seit 1990 gehörte Ingeborg Eichelsdörfer dem Stadtrat an. „Sie hat sich immer leidenschaftlich für die Belange von Dörfleins eingesetzt und auch Erfahrungen aus ihrem Stand, der Landwirtschaft, in das Gremium eingebracht“, so Zirkel.

Verabschiedung Stadtrat Hallstadt 2014
2. Bürgermeister Ludwig Wolf (links) verabschiedete Bürgermeister Markus Zirkel (2.v.r.). Die Amtsgeschäfte übernimmt Thomas Söder (rechts). Außerdem scheiden aus dem Stadtrat aus: Irene Diller (2.v.l.), Wolfgang Göppner, Udo Hofmann, Ingeborg Eichelsdörfer, Anneliese Stöcklein und Edgar Stärk.

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Bürgermeister werden meist nur an den abgeschlossenen Aufgaben gemessen

Auch drei „Oldies“ scheiden aus dem Stadtrat aus: Wolfgang Göppner und Udo Hofmann waren seit 1984 mit dabei. Göppner sei, so Zirkel, immer ein kritischer Wegbegleiter gewesen und habe Hallstadt mit seinem Engagement auch über den Stadtrat hinaus vorangebracht. Und Hofmann habe seine Leidenschaft, sein Wortwitz und sein Humor ausgezeichnet, was gerne auch für Auflockerung und damit für neue Blickwinkel gesorgt habe. 36 Jahre lang, seit 1978, war Edgar Stärk Stadtratsmitglied. Er ergriff die Möglichkeit, sich mit einigen persönlichen Worten zu verabschieden: „Auch wenn es oft unterschiedliche Auffassungen gab, hatten wir doch immer ein gutes Miteinander im Stadtrat und konnten uns hinterher immer in die Augen schauen.“

Nach den Stadträten übernahm der zweite Bürgermeister Ludwig Wolf die Verabschiedung von Bürgermeister Markus Zirkel. 2008 habe er das Ruder übernommen, sich Ziele gesetzt und sei die Umsetzung konsequent angegangen. „Mit Mehrheiten im Stadtrat und in guter Zusammenarbeit mit Verwaltung und Bauhof hast Du viel erreicht.“ Wolf blickte dabei auf wichtige Projekte zurück und nannte unter anderem Straßenerneuerungen, die Abstufung der B4, die Neugestaltung des Weihers in Dörfleins, die Aufstellung einiger Bebauungspläne, das Konzept zur Innenstadtentwicklung, die Planungen für das Heimatmuseum und auch die Rathaussanierung. „Du hast die Messlatte sehr hoch gelegt, wodurch du unsere Stadt geprägt und nach vorne gebracht hast. Daher verdienst Du Dank, Anerkennung und Respekt.“

Verabschiedung Markus Zirkel 2014
Markus Zirkel erhielt unter anderem eine Urkunde.

Zirkel selbst bezeichnete das Amt des Bürgermeisters als wichtige und gute Erfahrung. Er habe vielen Menschen kennen lernen dürfen. Seinem Amtsnachfolger wünschte er eine gute Hand bei der Führung der Stadt und appellierte an die Stadträte, ihn nach Kräften zu unterstützen. „Wir waren politische Konkurrenten, aber nie persönliche Konkurrenten. Auch nach der Wahl haben wir uns gut verstanden“, sagte der Stadtrat und neue Bürgermeister Thomas Söder. Abschiedsworte sprachen außerdem Ingeborg Eichelsdörfer für die Fraktion BBL/FW („Die Bürger sehen oft nur die fertigen Projekte, aber nicht die laufende Arbeit. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Bürgermeister nicht nur an den fertigen Projekten gemessen wird.“) und Udo Hofmann für die SPD-Fraktion („Es gibt kein rotes oder schwarzes Hallstadt.“).

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