Wurden die Wünsche der Bürger erfüllt?

Veröffentlicht am 21. Oktober 2016 von Sophia Benoit

Die Innenstadtsanierung von Hallstadt ist ein langwieriger Prozess – doch so ein umfangreiches Vorhaben braucht eben seine Zeit und die Bürger wurden zusätzlich stark mit in die Planung einbezogen, was nicht selbstverständlich ist. Nach vorbereitenden Beteiligungsrunden inklusive drei sehr gut besuchten Bürgerbeteiligungen wurde jetzt einer groben Vorentwurfsplanung der Gestaltung im Stadtrat zugestimmt.

Runde für Runde wurden die Wünsche und Anregungen der Bürger aufgegriffen und in den Planungen berücksichtigt. Interessengruppen wie Anwohner oder Gewerbetreibende wurden einzeln angehört sowie Bürgersprechstunden abgehalten, sodass auf jeden eingegangen werden konnte. Dieser Einbezug der Bürger sei ein Paradebeispiel wie Politik heute funktioniert, so Bürgermeister Thomas Söder. Dass die Bürger aktiv mitarbeiten zeigt auch die Tatsache, dass viele Grundstückseigentümer nun in den Startlöchern stehen, um im Zuge der Straßensanierung ihre eigenen Anwesen zu sanieren und aufzuwerten, so Söder.

Mehr Parkplätze und ein Busparkplatz

Nach der letzten Bürgerbeteiligung am 12. Juli 2016, bei der ein vollständiger Entwurf durch den Stadtplaner Ralph Stadter (RSP Architekten Bayreuth) präsentiert wurde, sind die Wünsche der Bürger in einem Stadtrats-Workshop berücksichtigt und beraten worden. Der Vorentwurfsplan wurde daraufhin entsprechend vom Architekturbüro angepasst. Bei dieser Vorplanung handelt es sich um eine grobe Einteilung, es kann somit immer noch etwas geändert werden.

Der größte Wunsch der Bürger war eine Verbesserung der Parkplatzsituation. So wurden neue Stellplätze im Bereich Rathaus/ Metzgerei Dietz, Hampelmann/ Physio, katholisches Pfarr- und Jugendheim sowie an der Ecke Gemüsbauer Hofmann und am Sportplatz geschaffen. Zu den drei Bestandsparkplätzen südlich der Kirche sollen noch weitere hinzu kommen, die Verhandlungen darüber laufen bereits. Die Parkplätze im Bereich rund um den Marktplatz werden Kurzzeitparkplätze, sodass das Konzept einer attraktiven und belebten Innenstadt weiterhin vorhanden ist. Außerdem wurde in den Planungen die Verbreiterung des Bordsteins zwischen Bürgerhaus und das Anwesen Marktplatz 1 mit aufgenommen. Der Bordstein soll an der engsten Stelle 1,5 Meter und an der breitesten 1,8 Meter betragen. Die beiden Fahrbahnverengungen in der Lichtenfelser Straße sind mit 4,75 Metern Fahrbahnbreite so ausgeweitet worden, dass eine Begegnung von PKWs sowie LKW und Rad problemlos von statten geht. Die Busse des Hotels „Goldener Adler“ bekommen einen eigenen Busparkplatz und die angedachte Bauminsel in der Schleppkurve im Bereich am Sportplatz wurde versetzt, sodass die Befahrbarkeit durch größere Fahrzeuge wie gehabt bestehen bleibt.

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Umrahmt sind die Änderungen aufgrund der Ergebnisse der dritten Bürgerbeteiligung.

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Die Innenstadtsanierung kann nicht – sie muss vorgenommen werden

Das Kriegerdenkmal wird im aktuellen Entwurf an seinen jetzigen Platz von den Stadtplanern vorgeschlagen. Es beeinflusst die dortigen zwölf Parkplätze nicht und harmoniert gut im Einklang mit der Begrünung und den Verweilmöglichkeiten. Dieser Vorschlag der Platzierung bedarf noch einer Abstimmung zwischen den beteiligten Gremien – eine Versetzung wäre ohne Probleme machbar.

In der Vorentwurfsplanung seien alle umsetzbaren Wünsche gut untergebracht, sodass jeder zufrieden sein könne, so Söder. Auch bei den Stadtratsmitgliedern war rege Begeisterung zu spüren. Hervorragende Planer hätten gute Lösungen im Sinne der Bürger gefunden, so Veit Popp (CSU). Von Seiten der SPD sprach Hans-Jürgen Wich von einer lebenswerteren und attraktiveren Stadt, nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Fahrradfahrer und Fußgänger. Außerdem sei es ein wichtiger Schritt für die Innenstadtentwicklung und -belebung, so Claudia Büttner (BBL/FW). Dass man es bei solch einem umfangreichen Projekt nicht jeden gleichermaßen rechtmachen kann, ist natürlich auch klar. So haben Gewerbetreibende erneut gegen die Neugestaltung protestiert – bezogen etwa auf die Engstellen mit Torzitaten, nicht gegen die Maßnahme an sich.

Allein schon durch das marode Kanalsystem sei die Sanierung dringend notwendig und für die Bürger entstünden keine Kosten, betonte Söder. Dem Vorentwurf wurde seitens des Gremiums einstimmig zugestimmt, was besonders Söder freute. Diese parteiübergreifende Einstimmigkeit im Stadtrat stellt einen starken Rückhalt für weitere Planungen dar. Im nächsten Schritt wird diese Planung den Bürgern mitgeteilt und mit der Ausschreibung begonnen – gestartet werden kann dann mit den archäologischen Untersuchungen.

Alleinige Finanzierung der Teerdecke

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Stadtratssitzung vom 19. Oktober 2016 war die Vorstellung und Zustimmung zur Entwurfsplanung des Stadtparks. Dem Entwurf wurde bereits in der Bauausschusssitzung zugestimmt, doch aufgrund der  erheblichen Summe von einer halben Million Euro wurde er zusätzlich im Stadtrat beschlossen. Auch die Deichnachrüstung stand auf der Agenda. Nachdem es in der letzten Sitzung nicht zu einem endgültigen Beschluss über den Unterhalt kam, wurde nun entschieden, dass die Unterhaltsbeteiligung der Stadt erst nach Abschluss des Baus der Anlagen festgelegt wird. Unvorhersehbare Geschehnisse können die Kosten des Unterhalts während der Bauphase beeinflussen, somit können diese aktuell nur geschätzt werden. An den Gesamtkosten der Deichnachrüstung von ungefähr 8,5 Millionen Euro muss sich die Stadt mit ca. 40 Prozent beteiligen, wobei davon ca. 200.000 Euro für die Teerung der Fahrradwege auf den Deichen alleine zu tragen sind. Es ergibt sich somit ein Gesamtkostenanteil an den Investitionskosten für die Stadt Hallstadt von ca. 3,5 Millionen Euro.

Pläne: RSB Architekten Bayreuth.

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