Zweimal Baustelle, zweimal Sperrung?

Veröffentlicht am 26. März 2015 von Johannes Michel

Kurz und knapp: Bamberg ist schuld! Nachdem sich der Ausbau der ICE-Strecke zwischen Bamberg und Zapfendorf wohl in zwei Teile aufspaltet, müssen Kommunen wie Kemmern und Hallstadt zweimal mit einer Baustelle leben, Fahrgäste aus Hallstadt zusätzlich mit allen Einschränkungen, die eine Vollsperrung mit sich bringt. Darüber diskutierte auch der Stadtrat.

Kein Geld? Oder Uneinigkeit? Warum der Ausbau der ICE-Strecke nur zwischen Zapfendorf-Nord und Breitengüßbach-Süd bis 2017 abgeschlossen sein soll, ist nicht ganz klar. Sicher ist aber: Die Diskussionen in Bamberg über Alternativtrassen wie die Ostumfahrung oder eine Untertunnelung haben dem nördlichen Landkreis nicht gut getan. Die Folge ist: Zweimal Baustelle – Kemmern und Hallstadt trifft das besonders. Die erste große Maßnahme soll bis 2017 beendet werden, danach könnte der Ausbau zwischen Bamberg und Kemmern erfolgen. Denkbar ist aber auch, dass sich dieser um Jahre nach hinten verschiebt, ein Nadelöhr wäre die Folge – mit einer Verjüngung von vier auf zwei Gleise auf Höhe der Gemeinde Kemmern.

Vom 11. Januar bis 4. September 2016 plant die Deutsche Bahn, die Strecke komplett zu sperren. Wichtig wird sein, dass sich die Bahn an diesen Termin hält, so Bürgermeister Thomas Söder. Denn: Hallstadt will im Herbst 2016 mit der Sanierung und Verkehrsberuhigung der Lichtenfelser Straße beginnen. Nachdem während der Vollsperrung der Bahn auch die Autobahn auf Höhe Breitengüßbach nur einspurig in jede Richtung befahrbar sein wird, entstünde sonst ein noch problematischeres Nadelöhr.

Busse statt Züge

In Sachen Schienenersatzverkehr formulierte die Stadt Hallstadt Forderungen. Wichtig seien zusätzliche Halte. Eine deutlich höhere Verkehrsbelastung, insbesondere in der Lichtenfelser Straße, lässt sich kaum vermeiden, denn die Haltestelle für den Schienenersatzverkehr Lichtenfels-Bamberg befindet sich auf Höhe der Postagentur. Und noch einen weiteren Schienenersatzverkehr wird es geben: Statt der Agilis-Züge fahren zwischen Ebern und Hallstadt Busse, ab dem Bahnhof Hallstadt verkehrt dann ein Pendelzug.

„Die Planfeststellung liegt noch nicht vor, daher sind die Infos auch noch nicht zu hundert Prozent verbindlich“, betonte Söder. Diverse Vorschläge kamen aus dem Gremium: Warum fahren die Busse nicht alle vom Bahnhof ab? Könnten die Busse dann nicht über die Verlängerung des Berliner Rings zum Bahnhof kommen, ohne die Innenstadt weiter zu belasten? Verbleiben der Stadt bis zum Beginn der Sanierung der Lichtenfelser Straße überhaupt Chancen für eine Verkehrsberuhigung? Eine Möglichkeit wäre, so Söder, eine Tonnagebeschränkung, so dass zumindest schwere LKWs Hallstadt umfahren müssten.

Ein von der Bahn im Rahmen einer jüngsten Planänderung ins Spiel gebrachte Regenrückhaltebecken mit Einleitung in den Seebach sowie ein Eidechsenhabitat westlich der Bahn lehnte der Stadtrat ab. Ob den Einsprüchen stattgegeben wird, wird sich allerdings erst im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses entscheiden.

Weitere Themen der Sitzung vom 25. März 2015

Außerdem bestätigte der Stadtrat die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Dörfleins, Stefan Hofmann und Edgar Dünkel. Auch die Lichtinszenierung vom 17. bis 26. April war Thema – Flyer wurden gedruckt, Plakate werden aktuell aufgehängt. Insbesondere wies Thomas Söder auf die Bürgerinformation am 23. April um 19.00 Uhr im katholischen Jugendheim hin – die Bevölkerung solle aktiv eingebunden werden.

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