Kemmern bekommt eine zweite Kita – in einem Mehrgenerationenhaus

Veröffentlicht am 20. Dezember 2016 von Johannes Michel

Der Bedarf für Kinderbetreuung steigt, auch in Kemmern zeigt das eine Bedarfsermittlung. Zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bamberg soll daher ein Mehrgenerationenhaus errichtet werden, mit Kindergarten und Kinderkrippe sowie Betreutem Wohnen und Tagespflege für Senioren – gleich neben der Schule und der bestehenden Kindertagesstätte. Nun gibt es konkrete Pläne.

Im Februar 2015 hatte sich der Kemmerner Gemeinderat mit dem künftigen Bedarf in Sachen Kinderbetreuung beschäftigt. Das Ergebnis: Es sollen eine weitere Kinderkrippen- (12 Plätze) sowie eine weitere Kindergarten-Gruppe (25 Plätze) eingerichtet werden. Einige Monate später stellte die AWO in nichtöffentlicher Sitzung ein Konzept für ein Mehrgenerationenhaus vor, bestehend aus einem vierstöckigen Gebäude hinter der Schule und der bisherigen Kindertagesstätte St. Maria. Vernünftige Erweiterungsmöglichkeiten für St. Maria, dort sind bisher Kindergarten, Krippe und Hort untergebracht, gebe es nicht, so Bürgermeister Rüdiger Gerst. Daher sei eine zusätzliche Zusammenarbeit mit der AWO angedacht.

Auf wenig Gegenliebe stieß allerdings das zunächst geplante vierstöckige Gebäude. Und so bezogen Gemeinde und AWO den Architekten Karl-Heinz Rösch mit ein, der als Städteplaner schon seit vielen Jahren für Kemmern aktiv ist und den Ort daher gut kennt. Unter seiner Mitwirkung entstand ein überarbeitetes Konzept, das der geschäftsführende Vorstand der AWO, Werner Dippold, am 15. Dezember 2016 den Gemeinderäten präsentierte. Unter dem Motto „Alt und Jung unter einem Dach“ zeigte er drei miteinander verbundene Gebäude – eines für Senioren, eines für die Kinder und ein Mehrzweckgebäude dazwischen, das multifunktional genutzt werden könnte.

Kitas sollen eng zusammenarbeiten

Im Seniorenbereich soll Platz für elf Einzimmerappartements und 14 Zweizimmerappartements sein. Hinzu kommt die Tagespflege mit 20 Plätzen. Das dreigeschossige Gebäude ist L-förmig, die Zimmer sind größtenteils Richtung Süden und Westen ausgerichtet. Der Kinderbereich wird zweigeschossig gestaltet, unten der Kindergarten, oben die Krippe. Als Verbindung zwischen den beiden Häusern dient ein Mehrzweckgebäude, das von beiden aus zugänglich sein wird. Hier könnten, so Dippold, die Begegnungen stattfinden, etwa ein Vorleseclub für die Kinder, organisiert von den Senioren. Auch die Ortsvereine könnten hier Veranstaltungen abhalten und damit die Senioren mit einbeziehen.

mehrgenerationenhaus-kemmern-2016-entwurf


Neben der Schule (5) und der Kita St. Maria (4) soll das Mehrgenerationenhaus entstehen: Mit einer Kindertagesstätte (1), Betreutem Wohnen und Tagespflege für Senioren (2) sowie einem kleinen Dorfplatz (3).

Das Konzept, insbesondere die Umplanung in Sachen Gebäude, kam im Gemeinderat gut an. Architekt Rösch hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der viergeschossige Entwurf beispiellos in Kemmern gewesen wäre, selbst das Hotel am Ortseingang sei von der Draufhöhe niedriger. Mit dem neuen Konzept sei zudem eine Erweiterbarkeit gegeben. Dr. Oliver Dorsch stellte allerdings die Frage, ob es nicht zu einer Konkurrenzsituation mit der bestehenden Kindertagesstätte käme und es nicht besser wäre, zum Beispiel Krippe und Kindergarten zu trennen und auf die beiden Träger, Kirche und AWO, aufzuteilen. Er fragte außerdem, ob das Betreute Wohnen in Kemmern überhaupt nachgefragt werde, nachdem im Ort der Zusammenhalt noch sehr groß sei und die meisten Familien ihre Angehörigen selbst betreuen würden.

Pflegeplätze für schwer pflegebedürftige Senioren, das betonte daraufhin Werner Dippold, werden in Kemmern im geplanten Mehrgenerationenhaus nicht zur Verfügung stehen. Solche gebe es in direkter Nachbarschaft, etwa in Breitengüßbach. Abgedeckt würden hauswirtschaftliche Tätigkeiten, unterstützenden Grundpflege und Beratung sowie ein 24-Stunden-Notruf. Bürgermeister Gerst erklärte, dass auch die bestehende Kindertagesstätte weiterhin genauso gefördert werden solle wie bisher. Das Zusammenwirken der beiden Einrichtungen, auch unter verschiedenen Trägern, sei absolute Grundvoraussetzung für die Gemeinde. So könnten etwa auch die Außenanlagen gemeinsam genutzt werden.

Die beiden Abstimmungen zum Thema fielen dann positiv aus. So soll die vorgestellte Planung von der Gemeindeverwaltung weiterverfolgt werden, außerdem sollen die Fördermöglichkeiten geklärt werden.

1000 Jahre Kemmern: Bald geht’s los

In seinem Jahresrückblick verwies Gerst auf ein erfolgreiches Jahr mit vielen Projekten. So gut wie abgeschlossen sei der Bauabschnitt 5a der Ortskernsanierung, ebenso wie die Ersatzmaßnahme für den Bahnübergang. Aktuell baue Kemmern ein Kanalkataster auf, um damit auch die Voraussetzungen für einen Anschluss an die Bamberger Kläranlage zu schaffen. Hierfür werde eine Zweckvereinbarung mit der Stadt Bamberg nötig. Gerst erinnerte aber auch an den Tag der offenen Gartentür, das Großprojekt Feuerwehrgerätehaus und das Thema Asyl – dieses sei in Kemmern vollkommen unproblematisch verlaufen. Aktuell seien 31 Asylbewerber in Kemmern untergebracht.

Mit Weihnachtswünschen, auch geäußert vom Zweiten Bürgermeister Hans-Dieter Ruß, schloss der Gemeinderat das Sitzungsjahr 2016. Im kommenden Jahr feiert Kemmern dann 1000-Jähriges, mit vielen Veranstaltungen. Los geht es bereits am 31. Dezember ab 22 Uhr am Kirchplatz mit einem gemeinsamen Start ins Jahr 2017.

Pläne und Grafiken: AWO Bamberg

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