Auf zum Ziel, dem Wagner-Keller

Veröffentlicht am 4. Juni 2014 von Lena Thiem
Logopädie Scheßlitz



Halbzeit bei „Lauf 10″ in Kemmern. Fast alle der insgesamt 93 Teilnehmer, die sich zu dem Projekt angemeldet haben, sind noch aktiv dabei. Das heißt: Dreimal die Woche Lauftraining, um sich in nur zehn Wochen auf einen Zehn-Kilometer-Lauf vorzubereiten. Das Ziel: Durchhalten!

Angeführt von Josef Ahmann, dem Haupttrainer von“Lauf 10“, kommen die Läufer erstaunlich frisch und wohlgelaunt zu ihrem heutigen Ziel: die steile Zielkurve zum Wagnerkeller in Kemmern. Denn zur Halbzeit haben sich die Teilnehmer eine Stärkung verdient.

2014-SC-Kemmern-Halbzeit-Lauf 10Fit und fröhlich sind die Läufer auch beim „Zieleinlauf“ … und nach sieben Kilometern erstaunlich frisch.

Dabei ging es heute eine Stufe härter zu als in der vergangenen Woche. Innerhalb der letzten fünf Wochen, wo zwischen je einer Minute Joggen vier Minuten Walken lagen, wurden die Jogging-Einheiten sukzessive verlängert. So wurden heute bereits auf der 7-Kilometer-Strecke insgesamt sechs Einheiten mit je sieben Minuten gejoggt und lediglich mit je zwei Minuten durch Walken unterbrochen: „Wir sind heute das erste Mal insgesamt 42 Minuten gejoggt, das ist etwa eine Steigerung von 15 Prozent zum letzten Training“, überschlägt Josef Ahmann.

„Da geht noch mehr“

Cornelia Lehmbecker empfand das durch die schattige Strecke gar nicht so anstrengend, eher angenehm: „Je länger die Intervalle, desto besser komme ich in einen eigenen Laufrhythmus, das fühlt sich gut an.“ Sie hat das Programm von Lauf 10 für ihre eigene Motivation sogar noch um eine 10 erweitert: „10 Wochen, 10 Kilometer, 10 Kilo“, sie strahlt über das ganze Gesicht, denn nicht nur das Laufen läuft gut, auch die Kilos purzeln im Wochentakt. Und das Ziel, nach sieben Jahren wieder einmal an einem 10-Kilometer-Lauf teilzunehmen, rückt immer näher, ganz ohne Knieschmerzen.

Genauso fit und begeistert wirkt auch Kornelia Riese. Die Gruppendynamik lässt sie durchhalten, denn auch wenn sie meist bei den Letzten in der Gruppe läuft, verliert sie nie den Anschluss. Die Jogging-Einheiten hält sie länger durch und so gleicht sich das durch die Walking-Phasen, die die anderen Teilnehmer früher beginnen, aus. Dazu findet sie auch besonders das Coaching durch die Trainer hilfreich. Dabei wird auf die individuellen Probleme eingegangen: „Früher hatte ich beim Joggen immer schnell Rückenschmerzen. Der Josef hat mir geraten, einfach kleinere Schritte zu machen – und es wirkt.“

2014-SC-Kemmern-Halbzeit-Lauf 10Jeder wie er kann und in seinem eigenen Tempo –
Auch wenn sich die Laufgruppe mal auseinanderzieht, das Ziel erreicht jeder.

2014-SC-Kemmern-Halbzeit-Lauf 10Nach sieben Kilometern noch der Anstieg zum Keller – doch die Erfrischung lockt.

Vorbei sind auch die Sofa-Zeiten bei Katja Hennig, die extra aus Bamberg nach Kemmern kommt: „Motivationsprobleme, zum Training zu kommen, habe ich keine, eher die Befürchtung, dass ich, wenn ich eines verpasse, das nächste Mal nicht mehr mitkomme.“  Lauf-10-Haupttrainer Josef Ahmann bestätigt, dass das Projekt in Kemmern mit dem Laufpensum deutlich vor zeitgleich gestarteten Gruppen liegt: „Die Teilnehmer sind hoch motiviert und viele sind früher schon mal gelaufen.“ Unglaublich ist die Ressonanz und das Durchhaltevermögen; von den 93 Teilnehmern sind beim Training im Durchschnitt immer um die 60. Das liegt sicher auch an der guten Betreuung und dem Mannschaftsgeist der Running-Abteilung. So mancher Leistungsträger der Running-Abteilung schließt sich dem abendlichen Training an, auch wenn er schon einen Wettkampf an dem gleichen Tag in den Beinen hat, das motiviert. Bei der großen Teilnehmerzahl und den Leistungsunterschieden kümmern sich um die fünf verschiedenen Lauf-10-Gruppen inzwischen fünf bis acht geschulte Läufer der Running-Abteilung. Neben dem Lauftraining werden auch Zusatzeinheiten wie Krafttraining oder ein Lauf-ABC angeboten.

2014-SC-Kemmern-Halbzeit-Lauf 10Das Wichtigste? – Gute Stimmung!

Laufen für die ganze Familie

Für die Familie Winter aus Zapfendorf liegen die Trainingszeiten optimal. Eigentlich wollte ja nur Mama Winter zum Laufen gehen, aber die Begeisterung schwappte auch auf Mann und Tochter über. Ähnlich erging es auch der Familie Kühnlein. „Mein Mann ist mit mir zu der Infoveranstaltung gegangen und war wie ich sofort begeistert und hat sich direkt angemeldet.“ – „Eigentlich wollte ich ja Rad fahren, jetzt laufe ich“, schüttelt Herr Winter über die eigene Begeisterung den Kopf. Zum Bürojob oder der Schule (der jüngste Teilnehmer ist Phillip mit acht Jahren, der älteste ist 68 Jahre) ist es ein super Ausgleich. „Nach dem Laufen ist der Kopf frei und es ist erstaunlich, was man nach fünf Wochen schon schafft“, bekräftigt eine Teilnehmerin aus Breitengüßbach. Ihre Tochter findet das Laufen gut, um fit zu werden: „In der Schule macht man ja nur wenig Sport.“

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