Mahnung für den Frieden – „ein Gut, das immer neu gelebt sein muss.“

Veröffentlicht am 18. November 2012 von Lena Thiem
Logopädie Scheßlitz



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1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeführt und 1922 zum ersten Mal in einer offiziellen Feierstunde begangen, ist der Volkstrauertag auch heute noch ein Tag des Gedenkens, Erinnerns und Mahnens. 67 Jahre nach dem Kriegsende in Deutschland versammeln sich am Volkstrauertag in unzähligen Städten und Gemeinden Menschen, um in feierlichen Gedenkstunden der Gefallenen und der Opfer von Gewalt und Katastrophen zu gedenken – national und international – vergangenen und heutigen.

Die Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages fand in Kemmern bereits am gestrigen Samstagabend statt. Nach dem Gottesdienst geleiteten Fackelträger unter feierlichen Klängen des Musikvereins die Fahnenabordnung und die Bevölkerung von der Kirche zum Ehrenmal auf dem Friedhof. Hier standen bereits die Reservisten der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, um „der Gefallenen, der Vermissten der Weltkriege, der Opfer von Terror und Gewalt und nicht zuletzt aller Bundeswehrkameraden und NATO-Soldaten zu gedenken“, wie der Ehrenvorstand des SRK-Kemmern, Peter Krüger (Oberstleutnant a. D.) in seiner Rede ausführte. Dabei erinnerte er nicht nur an die in den beiden Weltkriegen getöteten oder vermissten insgesamt 125 Kemmerner Männer, deren Namen in den Seitenwänden des Ehrenmals unvergesslich eingraviert sind. Er gedachte auch ihrer Angehörigen, die in Trauer und Leid zurückgelassen wurden. Dabei stehen die Reservisten nicht nur für lang vergangene Kriege, sondern auch als Mahner und Botschafter für den Frieden, „ein Gut, das immer wieder neu gelebt und erarbeitet sein muss.“

Seit 35 Jahren erweisen Reservisten des SRK-Kemmern
ihren gefallenen Kameraden den Ehrendienst der Mahnwache.

Auch heute noch entsendet die Bundeswehr deutsche Soldatinnen und Soldaten immer wieder für Auslandseinsätze in Krisen- und Kriegsgebiete. Bei Auslandseinsätzen der deutschen Bundeswehr und der NATO, starben bislang weit über 100 Soldaten, und „das ist nur die Zahl, die wir kennen“, wie Bürgermeister Rüdiger Gerst betonte. Nicht unerwähnt bleiben dürften dabei auch die Verletzten, Verstümmelten oder Traumatisierten sowie die zahlreichen Opfer von Gewalt und Katastrophen.

Nach 120 Jahren sind die Ziele der Soldaten- und Reservistenkameradschaft 1892 Kemmern e. V. – „das Eintreten für Kameradschaft, Tradition, Toleranz, Liebe zu Gott, Heimat und Vaterland und für Frieden“ – immer noch zeitgemäß. Vielleicht gilt heute mehr denn je, sich für den Frieden – und sei es nur im Kleinen und Alltäglichen – einzusetzen, wozu Pfarrer Valentin Tempel jeden Einzelnen ermutigte.

Aktuell:
„Für den Frieden einstehen“, das heißt für Soldatinnen und Soldaten im aktiven Dienst der Bundeswehr nicht mehr nur die eigenen Grenzen verteidigen. Als Bündnispartner der NATO wird, laut Informationen der Süddeutschen Zeitung, wohl bald der nächste Auslandseinsatz anstehen. Während heute die Regierung in Berlin bei einer offiziellen Feierstunde den bislang Gefallenen gedenkt, machen sich die Bundestagsabgeordneten wohl schon Gedanken, wie sie auf die bereits kommenden Montag erwartete Bitte der Türkei um die Sicherung der türkisch-syrischen Grenze antworten werden.

Lena Thiem; Quellen: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ; www.sueddeutsche.de

 

In unserem kurzen Video sehen Sie einige Eindrücke vom Fackelzug anlässlich des Volkstrauertages in Kemmern… (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf das Einstellungsrädchen und wählen 720p HD aus…).

 

Weitere Bilder finden Sie in der  Bildergalerie (zum Öffnen der Galerie einfach auf ein beliebiges Foto klicken, zum Beenden der Anzeige genügt ein Klick auf das geöffnete Bild) …

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