„Noch nie gab es so viel Auswahl“ bei einer Wahl in Kemmern

Veröffentlicht am 27. Januar 2014 von Lena Thiem

Mit der Wählergruppe „Zukunft für Kemmern“ kommt in Kemmern Bewegung in den Wahlkampf. Das zeigte sich bei der ersten Wahlversammlung in der vergangenen Woche: Bereits eine viertel Stunde vor Beginn war der gesamte Gastraum voll gefüllt, Stühle wurden von anliegenden Wohnhäusern dazu getragen. Um 19.00 Uhr war der Wagner in Kemmern bis auf den letzten Stehplatz „gerammelt voll“, alle Anwesenden wollten hören, was die „Zukunft für Kemmern“ bringt.

Helmut Wild, Vorsitzender der Wählergruppe und Moderator des Abends zeigte sich in seiner einleitenden Begrüßung überzeugt davon, dass der Wahlkampf bestimmt anders wird als 2008, „denn noch nie gab es soviel Auswahl“. Das liegt nicht nur an den 28 Kandidaten der Wählergruppe, oder den 69 Kandidaten anderer Parteien, die sich alle für Kemmern politisch engagieren wollen, sondern vor allem daran, dass es das erste Mal seit 30 Jahren überhaupt einen zweiten Bürgermeisterkandidaten beziehungsweise eine Kandidatin gibt.

2014-01 Kemmern Zukunft für Kemmern WahlversammlungBis auf den letzte Stehplatz war der Gastraum gefüllt.

Die Wählergruppe „Zukunft für Kemmern“ (ZfK) selbst entstand im Herbst 2013 aus dem Antrieb vornehmlich junger Kemmerner Bürger, die zukünftig selbst mehr Verantwortung übernehmen und kommunalpolitisch engagieren wollen, „damit sich in Kemmern etwas ändert“. So soll es für die Bürger mehr Transparenz und Informationen über die Arbeit des Gemeinderates und der Verwaltung geben, Baugebiete ausgewiesen und damit dem demografischen Wandel mit dem Zuzug junger Familien entgegengewirkt werden. Auch bei den Themen Seniorenbetreuung, Infrastruktur, Jugendarbeit und Hochwasserschutz sieht die Wählergruppe für die nahe Zukunft Handlungsbedarf.

2014-01 Kemmern Zukunft für Kemmern Wahlversammlung
Heike Bräuer stellt sich als Bürgermeisterkandidatin vor.

Wie die gesamte ZfK möchte auch Heike Bräuer einiges anpacken in Kemmern. Als Diplom-Verwaltungswirtin arbeitet sie seit 25 Jahren in der Stadtverwaltung Erlangen und ist nebenamtliche Dozentin an der Bayerischen Verwaltungsschule für kommunales Haushaltsrecht. In Kemmern engagiert sie sich seit 2013 als 2. Vorsitzende für den SC Kemmern und auch in den Elternbeiräten der Schule und der Kindertagesstätte St. Maria. Das ist auch eines ihrer persönlichen Hauptanliegen, die dringend angegangen werden müssten. Die Ziele der Wählergruppe ZfK bezüglich der Bildung seien es, ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot frühzeitig und den Grundschulstandort in Kemmern zu sichern, die Schülerzahlen zu steigern und die Qualität der Hausaufgabenbetreuung zu gewährleisten.“

„Es laufen wohl Bemühungen, aber zu spät. Kemmern muss sich besser positionieren“, fordert Bräuer nicht nur in Sachen Schule. Auch in Bezug auf Transparenz stellt sie die Frage in den Raum: „Wieso zeigt der Gemeinderat nicht mit der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle: `So haben wir für die Bürger entschieden´?“

„Zeigen, wo a bisserl mehr geht“

Wie Helmut Wild anmerkte, ist die Wahlversammlung auch dazu da, den Bürgern zu zeigen, wo nach der Meinung der Kandidaten der ZfK „noch a bisserl mehr geht.“ Das übernahmen Alexander Dorsch, Dr. Oliver Dorsch, Jochen Förtsch und Heike Bräuer, indem sie jeweils einen bestimmten Themenbereich anhand von Statistiken, eigenen Erfahrungen und Zeitungsberichten darstellten.

Bei Seniorenbetreuung, Hochwasserschutz, Baugebieten und der Sicherung des Schulstandortes sei ihrer Meinung nach mehr Engagement der Gemeindeverwaltung gefragt. Im Anschluss daran wurde darüber rege und sachbezogen mit dem Publikum diskutiert. Die anwesenden amtierenden Gemeinderäte befeuerten mit ihren Erfahrungen, Informationen und Meinungen das Gespräch. Wie sich im Laufe des Abends herauskristallisierte, ist neben dem Thema Hochwasserschutz, die Ausweisung neuer Baugebiete Dreh- und Angelpunkt sowie Lösung einiger von der ZfK angesprochener Zukunftsaufgaben. Mit dem Zuzug und „Nicht-weg-ziehen-müssens“ junger Familien, der damit einhergehenden Stärkung der Kaufkraft würde die Infrastruktur wie auch der Schulstandort gestärkt, die „Überalterung“ der Gemeinde gestoppt und Kemmern attraktiver.

„Jetzt sind Sie am Zug“ 

Die Wahlveranstaltung der ZfK zum Auftakt der spannenden nächsten Wochen hat den Anwesenden Stoff zur Diskussion gegeben und Anregungen, sich selbst direkt über die Themen und Sachstände zu informieren. Wie Heike Bräuer anmerkte: „Es ist der Job der Bürger, sich zu informieren.“

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  1. Inge Becker 27. Januar 2014 at 13:50 - Antworten

    Wieso ist das das 1. Mal, daß es 2 Kandidaten für den Bürgermeisterposten gibt. Hat Herr Volker Pflaum nicht gegen Herrn Rüdiger Gerst kandidiert?
    So einmal ist diese Situation ja nun auch wieder nicht, oder?

  2. Helmut Wild 27. Januar 2014 at 14:05 - Antworten

    Grüß Gott Frau Becker,
    Sie haben natürlich Recht, doch diese Aussage stammt nicht von mir und ich unterstelle, dass ich meine Aussagen noch kenne … Ich sagte: es gab 2008 keine echte Wahl, da kein Gegenkandidat zur Wahl stand und vorher es Jahre lang leider auch keinen Bewerber gab.
    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim Lesen, Studieren und Bewerten der Veröffentlichungen. Kommen Sie doch gerne am Do, 20.02.2014 in den Landgasthof Elling – auf diesem Wege herzliche Einladung.

  3. Helmut Wild 28. Januar 2014 at 12:41 - Antworten

    Liebe Leser,
    damit nicht die Gerüchteküche noch mehr brodelt … Im Nachgang unserer Präsentationen haben wir selbstverständlich auch Fragen beantwortet und aufmerksam die Beiträge und Anmerkungen der anwesenden Gäste gehört. Der Redeanteil der CSU-Gemeinderäte war erwartungsgemäß sehr hoch. Es haben sich auch Bürgerinnen und Bürger zu Wort gemeldet. Nachdem aber der Gemeinderat Werner Weinkauf bereits mehrfach das Wort ergriffen hatte, habe ich als Moderator entschieden es dabei auch zu belassen und ihm nicht nochmal das Wort zu erteilen. Somit kann von „Redeverbot“ nicht gesprochen werden. Ich bin mir sicher, dass alle anwesenden Gäste das auch so bestätigen können. Ich gehe mal davon aus, dass im Rahmen der CSU Veranstaltung hier noch ausreichend Redezeit zur Verfügung steht. Eine Diskussion lebt eben von der Abwechslung der Beiträge und sollte dann kein Monolog einzelner Personen sein. Weiterhin wird nun behauptet, dass der Hochwasserdamm in Kemmern doch komplett ausreichend ist – dem interessierten Leser sei hier bitte das Wasserwirtschaftsamt Kronach ans Herz gelegt. Möge bitte jeder dort mal nachfragen was Sachlage ist. Dieses Thema sollten wir bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen – die möglichen Schäden möchte keiner von uns sich vorstellen! Sorry, doch da ist Schluss mit Lustig!

  4. Zimmermann 28. Januar 2014 at 21:20 - Antworten

    Es ist schon erstaunlich, welches Interesse die Kemmerer Kommunalpolitik auch ausserhalb unserer Gemeinde findet… Aber es ist natürlich bei der anstehenden Wahl um einiges spannender als in den Jahren zuvor.

  5. Waltraud Ruß 29. Januar 2014 at 18:10 - Antworten

    Hallo Frau Bräuer zu folgenden Aussagen habe ich noch eine Frage:
    Zitate: „Auch in Bezug auf Transparenz stellt sie (Frau Bräuer) die Frage in den Raum: „Wieso zeigt der Gemeinderat nicht mit der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle: `So haben wir für die Bürger entschieden´?
    “ Wie Heike Bräuer anmerkte: „Es ist der Job der Bürger, sich zu informieren.“ Zitat Ende.
    Sorry, aber das verstehe ich nicht, alle Gemeinderatssitzungen sind öffentlich, womit jeder Bürger seinen „Job“ sich zu informieren ohne Probleme erledigen kann! Dazu noch eine kleine Frage: Frau Bräuer, wie oft haben Sie diesbezüglich in den letzten 6 Jahren Ihren Job als Bürger/in erfüllt und Gemeinderatssitzungen oder Bürgerversammlungen besucht?

    • Marco Ritter 18. Februar 2014 at 12:00 - Antworten

      Hallo zusammen, ich würde eine Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle im Internet aus zwei Gründen sehr begrüßen:

      1) Die Gemeinderatssitzungen finden i.d.R. Donnerstags statt und für Kemmerer Bürger, welche unter der Woche auswärts arbeiten, ist es denkbar schwierig an den Sitzungen teilzunehmen. Man könnte sich problemlos über politische, dorfinterne Neuigkeiten infomieren und wäre somit Up-to-date.

      2) Zudem könnte man sich selektiv über interessante Themen informieren ohne einer gesamten Gemeinderatsitzung beiwohnen zu müssen. Die Diskussion über Vor- und Nachteile ist zwar wichtig für den Gesamtüberblick eines Themas, jedoch ist letztendlich der Beschluss die Information, welche direkte Konsequenzen hat und vermittelt werden sollte.

  6. Waltraud Ruß 29. Januar 2014 at 18:18 - Antworten

    Hallo Herr Wild,
    unsere demokratischen Gesetze sehen es durchaus vor, dass eine Bürgermeisterwahl ohne Gegenkandidaten sehr wohl eine „echte“ Wahl ist, ohne „Wenn und Aber“. Außerdem hat jeder Wähler – wenn es nur einen BGM-Kandidaten gibt – die Möglichkeit seinen persönlichen Kandidaten auf den Wahlzettel zu schreiben, hat also auch hier „die Wahl“! So wurde übrigens seinerzeit auch der Vorgänger von Rüdiger Gerst in seine erste Amtsperiode gewählt! Ich gehe doch davon aus, dass alle Bewerber diese Gesetze kennen und uneingeschränkt akzeptieren. Im Übrigen würde ich es mir nicht anmaßen eine demokratisch durchgeführte Wahl als nicht „echt“ zu bezeichnen oder z.B. einen Unterschied zu machen zwischen Gemeinderäten – egal von welcher politischen Gruppe – und Bürgern (Es haben sich auch Bürgerinnen und Bürger zu Wort gemeldet.). Jede/r, der/die in Kemmern einen Wohnsitz hat ist ein/e Bürger/in, auch wenn er dadurch „belastet“ ist, dass er sich in den letzten 6 oder mehr Jahren sich für die Gemeinde engagiert hat.

  7. Inge Becker 29. Januar 2014 at 21:09 - Antworten

    Hallo Frau Ruß,
    sie sprechen mir aus der Seele. Es hat schon immer die Möglichkeit gegeben, sich über die Inhalte der Gemeinderatssitzungen zu informieren, die Aushänge sind öffentlich und somit für Jeden ersichtlich, wann es um die „Zukunft in Kemmern“ geht, ob Hochwasserschutz, Kinderbetreuung, Kindertagesstätte etc. Leider waren von den Personen, die bemängeln, es hätte sich in Kemmern zu wenig getan, niemand in den Sitzungen. Einmal waren 2 Personen dieser Liste in einer Sitzung, in der es um Hochwasserschutz ging. Reicht das, um sich ein Bild zu machen, was im Gremium ständig diskutiert, abgestimmt und auf den Weg gebracht wird?
    Und immer nur auf die Defizite hinzweisen, ohne zu erwähnen, was bisher geleistet wurde, zeigt eindeutig keinen guten Stil.
    Alle, die sich in den letzten Jahren für Kemmern eingesetzt haben und nach bestem Wissen und Gewissen wichtige Entscheidungen mitgetragen haben, müssen sich wie totale Versager vorkommen.
    Aber anscheinend ist dies so gewollt. Na bravo!

    • Bräuer Heike 3. Februar 2014 at 13:27 - Antworten

      Sehr geehrte Frau Becker,
      die Aushänge, auf die Sie verweisen, sind die Sitzungseinladungen. Ich spreche von den Sitzungsprotokollen, den Niederschriften, in denen die Beschlüsse des Gemeinderates dokumentiert sind. Die werden Sie, wenn Sie nach Kemmern kommen, nicht ausgehängt finden.

      Ihre Beobachtung „einmal waren 2 Personen dieser Liste in einer Sitzung“… finde ich sehr bemerkenswert, sind Sie doch keine Gemeinderätin in Kemmern. Bislang bin ich davon ausgegangen, dass jeder in diesem Forum seine eigenen Beobachtungen wiedergibt. Ebenso empfinde ich Ihre Einschätzung, dass sich die amtierenden Gemeinderäte „wie totale Versager“ vorkommen müssen, doch als sehr gewagt. Wäre ich amtierende Gemeinderätin, ich würde Sie, bei allem Respekt, nicht als Fürsprecherin haben wollen. Die Konfrontation mit einer abweichenden politischen Meinung ist für mich ein Zeichen von Meinungsvielfalt, von lebendiger Demokratie, aber kein Grund für Depressionen.

  8. Jochen Gottwald 30. Januar 2014 at 14:35 - Antworten

    Ich denke nicht, dass man hier das Demokratieverständnis von Herrn Wild anzweifeln muss, denn es ist im Zusammenhang doch relativ leicht ersichtlich, dass Herr Wild nicht unser Wahlsystem bekritteln, sondern nur seiner Freude über einen für die politische Willensbildung und -äußerung sehr wünschenswerten Zustand Ausdruck verleihen wollte. Nämlich, dass diesmal eine zweite wählbare Kandidatin und damit eine Alternative für alle diejenigen bereitsteht, die bei der letzten Wahl lieber Ihre Stimme verschenkt haben, anstatt sie Herrn Gerst zu geben. Ich denke, der demokratische Mehrwert liegt auf der Hand, denn die Kandidatur von Frau Bräuer holt alle die ab, die Verdruss über die bisherige Situation spüren.
    In diesem Zusammenhang sollte man auch die Ankündigung betrachten, nach einer erfolgreichen Wahl für mehr Transparenz zu sorgen. Natürlich ist es legitim, vom Bürger zu fordern, dass er sich selbst informiert, den Gemeinderatssitzungen beiwohnt, usw., wenn er politisch auf dem Laufenden bleiben möchte. Jedoch, was schadet es denn, als Gemeinde den Bürger proaktiv zu informieren? Ihm zuzugestehen, dass er nicht jede Gemeinderatssitzung selbst besuchen kann, auch weil spätestens dann ein Sitzplatzproblem auftreten würde? Insofern ist es doch ganz klar eine Serviceleistung, die für den Bürger nicht nur einen Mehrwert schafft, sondern auch geeignet ist, das Vertrauen derer in die Arbeit des Gemeinderats zurückzugewinnen, die sich eben nicht mehr vertreten fühlen, sondern entmutigt sind, weil sie glauben, dass dort hinter verschlossenen Türen und ohne große Diskussion Dinge nicht mehr im Interesse der Bürger beschlossen werden.
    Und diesen Schuh, nämlich dass bei vielen Bürgern dieser Eindruck entstanden ist, muss sich der amtierende Gemeinderat wirklich selbst anziehen. Denn wenn tatsächlich so viel gute Arbeit geleistet wurde, dann wurde es meiner Meinung nach eben schlicht und einfach verpasst, den Bürger angemessen über diese gute Arbeit zu informieren und eben intransparent gearbeitet. Und man tut schlecht daran, nun einer neuen Wählergruppe, die hier Abhilfe schaffen will, vorzuwerfen, dass die bisherige Arbeit des Gemeinderats schlechtgeredet werde, denn es versteht sich doch von selbst, dass die Mitglieder eines neuen Wahlbündnisses glauben, dass etwas verändert werden muss und sie es besser können. Sonst würden sie doch gar nicht antreten. Wo soll man hier also einen Vorwurf konstruieren?

  9. Bräuer Heike 3. Februar 2014 at 12:13 - Antworten

    Sehr geehrte Frau Ruß,
    eine bürgerfreundliche, serviceorientierte Gemeindeverwaltung ist u.a. daran zu erkennen, dass sie ihre Bürgerinnen und Bürger umfassend und in zeitgemäßer Form informiert (informieren will). Die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle des Gemeinderates im Internet wäre aus meiner Sicht ein Schritt in diese Richtung, da ich mit dieser Form der Veröffentlichung dem mündigen Bürger die Souveränität zugestehe, selbst zu entscheiden, wann, zu welchen Themen, in welchem Umfang und mit welchem Zeitbudget er sich informieren möchte. Selbst wenn der Bürger den öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzungen besucht, wie von Ihnen gefordert, so hat er doch keinen Einblick in die schriftliche Fassung der Beschlüsse des Gremiums. Dazu müsste er sich nach vorheriger Terminabsprache in das Rathaus begeben, um dort Einsicht in die Niederschriften zu nehmen. Wieviel Aufwand könnte ich meinen Bürgerinnen und Bürgern ersparen, würde ich die Niederschriften im Internet veröffentlichen! Sollte jetzt der Einwand kommen, dass in der Vergangenheit ohnehin nur sehr wenige Bürger tatsächlich im Rathaus Einsicht nehmen wollten (würden Sie sich dafür von der Arbeit freistellen lassen?), so halte ich die Veröffentlichung im Internet als umso dringender geboten. Das vermeintliche Desinteresse der Bürger sollte keine Begründung für Untätigkeit sein, sondern im Gegenteil der Ansporn, das Interesse zu wecken.
    Den Bürger darauf zu verweisen, doch die Gemeinderatssitzungen zu besuchen, mutet mich geradezu anachronistisch an. In letzter Konsequenz stellen Sie damit auch die Berichterstattung der Medien über die Arbeit des Gemeinderates infrage. Die Gemeinderatssitzungen sind doch öffentlich…!?

  10. Waltraud Ruß 4. Februar 2014 at 12:12 - Antworten

    Sehr geehrte Frau Bräuer,
    Interesse und Engagement für das Gemeinwohl bedeutet immer Zeitaufwand und kann nicht daheim vom Sofa aus geschehen. Ich stelle überhaupt keine Berichterstattung in Frage, im Gegenteil ist selbst nutze alle Medien, auch das Internet intensiv. Aber für eine gesunde Gemeinde und eine lebendige Dorfgemeinschaft bedarf es schon etwas mehr als Protokolle zu lesen. Meinen Sie wirklich, dass es einer Gemeinde und ihren Bürgern besser geht, nur weil jeder daheim am Computer sitzt und Protokolle liest (Wobei ich davon überzeugt bin, dass dies nur wenige tun würden)? Und stellen Sie sich vor, es gibt sogar noch Bürger, die keinen Computer haben und nicht täglich im Internet surfen! Ich bevorzuge da ganz andere Wege. Glauben Sie mir, ich spreche aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung, und übrigens, ja, ich habe schon sehr oft meinen Urlaub geopfert, um mich für die Gemeinde zu engagieren, auch dann, wenn ist nicht um meine eigenen Interessen ging! „Gott sei Dank!“ gibt es in Kemmern noch viele andere, die das auch tun und zwar schon immer, nicht nur wenn Wahlen vor der Tür stehen. Zudem findet man hierfür bei Bürgermeister, Gemeindeverwaltung und Gemeinderat stets ein offenes Ohr, tatkräftige und persönliche Unterstützung, weit mehr als in vielen anderen Kommunen üblich. Dafür ist Kemmern seit langer Zeit bekannt, auch weit über die Landkreisgrenzen hinaus.

    • Bräuer Heike 4. Februar 2014 at 17:02 - Antworten

      Sehr geehrte Frau Ruß,
      ich weiß, was ehrenamtliches Engagement bedeutet, da ich seit Jahren in verschiedenen Ämtern ehrenamtlich tätig war und bin, und dass nicht nur „vor Wahlen“. Das Ehrenamt hat seit Jahren bzw. Jahrzehnten in unserer Familie einen hohen Stellenwert und wird stets uneigennützig ausgeübt. „Gott sei Dank!“ Da stehen wir uns in nichts nach.
      Was die Möglichkeit, Sitzungsniederschriften des Gemeinderates im Internet einzusehen, allerdings mit dem Ehrenamt zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

      • Waltraud Ruß 8. Februar 2014 at 16:58 - Antworten

        Sehr geehrte Frau Bräuer,
        nochmal zum Mitschreiben: Zunächst mal ist es für eine Gemeinde viel bedeutender dass Bürgermeister, Gemeinderat und Gemeindeverwaltung das echte Zusammenleben aller Bürger in der Gemeinde unterstützen, als das virtuelle Nebeneinander. Ein persönlicher Gruß ist noch immer wertvoller als ein „LIKE“ im Internet. Darüber hinaus bin ich im Gegensatz zu einigen wenigen nicht grundsätzlich gegen alles was andere machen, sondern viel mehr für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Und zu dem Problem, dass sich Ihnen etwas in diesem Wahlkampf nicht erschließt, keine Bange, das geht vielen anderen ebenso!

  11. Helmut Ritter 15. Februar 2014 at 12:36 - Antworten

    Zu den Vorberichten: Ich finde es sehr gut, dass hier intensive Diskussionen entstehen.

    Endlich sehe ich für Kemmern eine Alternative, denn viele dorfinterne Probleme kommen zum Vorschein.

    Mein Wunsch: Der zukünftige Gemeinderat besteht aus einem gut durchmischten Gremium, indem nicht eine Fraktion die Mehrheit inne hat. Dies gewährleistet, dass Probleme schnellstens aufgearbeitet und angepackt werden.

    Meine Bitte: Unterstützen Sie deshalb auch unsere SPD Kandidaten. Wir werden uns 100% für die Anliegen der Kemmerner Bürger einsetzen. Dennoch meine Empfehlung: Wahlkampf ja – aber bitte fair und ehrlich bleiben!

    Helmut Ritter (SPD Gemeinderatskandidat)

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