Zwischen Ebing und Zapfendorf wurden 21 Millionen Euro verbaut

Veröffentlicht am 23. November 2017 von Johannes Michel

Es war wahrlich ein historischer Termin. Wurde doch ein Bauwerk mit einem Gesamtvolumen von 21 Millionen Euro nun auch offiziell zugänglich gemacht – auch wenn es eine große Einweihungsfeier erst im nächsten Jahr geben soll. Die Rede ist von der „BA 32, Bahnübergangsersatzmaßnahme Zapfendorf-Süd“, wie sie beim Landkreis heißt. Konkret: Seit Dienstagabend sind Zapfendorf und Ebing wieder auf kurzem Wege miteinander verbunden.

Nahe zusammen lagen sie, die Bahnübergänge Ebing und Zapfendorf-Süd. Als der Bahnausbau konkret wurde, war klar: Bahnübergänge wird es künftig nicht mehr geben – stattdessen Unterführungen und Brücken. Aufgrund der recht kurzen Entfernung wurden die beiden ehemaligen Bahnübergänge zu einer gemeinsamen Ersatzmaßnahme zusammengefasst. Und die hatte es in sich, mussten doch nicht nur die Belange von Eisenbahn und Verkehrssicherheit, sondern auch der Main, die dort vorhandenen Natura-2000-Schutzflächen sowie das Landschaftsbild berücksichtigt werden.

Herausgekommen ist eine neue Straße auf der Westseite der Eisenbahn, die Ebing und Zapfendorf verbindet. Erreicht wird sie von Ebing aus über die, ebenfalls neu errichtete, Mainbrücke, und einen kleinen Kreisverkehr. Es folgt eine fast schnurgerade Verbindung nach Zapfendorf, unterbrochen durch die Einfahrt zu zwei Unternehmen. Zur Gesamtmaßnahme gehört auch die Unterführung im Süden von Zapfendorf mit sich anschließendem Kreisverkehr.


Landrat Johann Kalb (Mitte) sowie Bürgermeister und Vertreter von Regierung, Landkreis und Bahn gaben die BA 32 frei.

Hl. Josef kommt auch wieder

Viel diskutiert worden war zuvor über den Kreisverkehr am Haltepunkt Ebing, direkt hinter der Mainbrücke. Entstanden ist er aus Aspekten der Verkehrssicherheit, die Alternative wäre eine sehr enge Kurve an dieser Stelle gewesen. Eine Querungsmöglichkeit für Fahrzeuge gibt es in Ebing nun nicht mehr. Angestrebt und ausführlich untersucht wurde sie zwar, nach Abwägung der Alternativen und der rechtlichen Bestimmungen zu naturschutzfachlich schützenswerten Bereichen konnte sie aber nicht weiterverfolgt werden, heißt es schon in der Sitzungsvorlage einer Kreistagssitzung aus 2014. Fußgänger und Radfahrer hingegen kommen durch eine Unterführung auf die andere Seite.

Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei 21 Millionen Euro. Realisiert wurden folgende Bauwerke: neue Mainbrücke, Unterführung Kreisstraße unter der Bahnstrecke Zapfendorf-Süd, Geh- und Radwegunterführung am Haltepunkt Ebing, Geh- und Radwegunterführung Rosengarten (am Ortseingang Zapfendorf) sowie zwei Kilometer Straßenbau mit 2 Kreisverkehren. Die Kosten werden gedrittelt – zwischen Bund, Bahn und Landkreis unter Beteiligung des Marktes Zapfendorf. „Aufgrund der hohen Förderungen durch Regierung und Freistaat bleiben aber überschaubare Eigenanteile übrig“, so Michael Dotterweich, Fachbereichsleiter kreiseigener Tiefbau.

Kurz vor 17 Uhr war es am Dienstag, 21. November 2017 soweit: Die Kreisstraße wurde offiziell für den Verkehr freigegeben. Landrat Johann Kalb kündigte eine Einweihungsfeier für das Folgejahr an – bei besserem Wetter. Noch nicht wieder aufgestellt wurde die Figur des Heiligen Josef, sie wird noch restauriert, soll aber einen Platz an der Brücke wiederbekommen. Nach der Eröffnung der BA 32 warten Autofahrer nun noch sehnsüchtig auf die Freigabe der Staatsstraße zwischen Unteroberndorf und Zapfendorf. Hier gibt es noch immer keinen hundertprozentigen Termin.


Die Statue des Hl. Josef wird noch restauriert (Archivfoto).

 

Weitere Fotos von der Eröffnung der BA 32 zwischen Ebing und Zapfendorf finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).

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  1. Josef Schaller 5. Dezember 2017 at 08:40 - Antworten

    Dieser Beitrag stellt die 21 Millionen teure Maßnahme als gelungenes Bauwerk dar. Aus der Sichtweise des Zapfendorfer Artikelschreibers, Johannes Michel, mag das ja zutreffen.
    Die Realität für die Ebinger sieht leider ganz anders aus und nach großen Feierlichkeiten ist ihnen bestimmt nicht zumute, denn sie haben ihre direkte Anbindung an die Staatsstraße St2197 (Zapfendorf-Unter­obern­dorf) verloren.
    Das bedeutet, der Weg von Ebing nach Bamberg oder zum (früher nahe gelegenen) Wald, in dem ca. 60 Ebinger Anlieger sind, ist über diese Verbindung nun fast vier Kilometer länger. Nahezu alle Pendler in Richtung Süden werden deshalb zukünftig durch Rattelsdorf über die B4 fahren.
    Eine von Ebing gewünschte Unterführung unter die ICE-Trasse an der Stelle der alten Querung bzw. in deren Nähe wurde von Planern und Behörden als nicht machbar abgelehnt. Da der alte Bahnhof abgerissen, die Bahntrasse um fast zwei Meter höher gesetzt und auch die Ebinger Mainbrücke erneuert wurde, wäre diese Variante durchaus umsetzbar gewesen. Dies bestätigten auch die Mitarbeiter der ausführenden Baufirma.
    Die Ebinger Vorschläge wurden seinerzeit verworfen mit der Begründung, dass es dort naturschutzfachlich schützenswerte Bereiche (Auenwäldchen) gibt, die nicht zerstört werden dürfen. Doch durch den Bau der parallel neben der ICE-Neubautrasse neuen Straße sind diese Bereiche vernichtet und auch Tausende von Quadratmetern versiegelt worden, ein Vielfaches des zu schützenden Areals. Die beidseitig angebrachten Leitplanken bieten zudem Fußgängern oder Radfahrern keinerlei Ausweichmöglichkeiten, wenn sich gleichzeitig weitere Kraftfahrzeuge begegnen sollten. Nutznießer dieser Straße sind lediglich einige Unternehmen, die jetzt wieder mit ihren schweren Lkw‘s durch Ebing in Richtung Coburg fahren und so Kilometer sparen können.
    Jeder Laie, der die fertig gestellten Bauwerke bei Ebing sieht, (Mainbrücke, Kreisverkehr und Fußgänger-/Radfahrerunterführung) erkennt, dass hier bessere Lösungen möglich waren. Eine Pkw-taugliche Unterführung mit Anbindung an die St2197 wäre in jedem Fall machbar gewesen. Diese vielen Millionen hätten sinnvoller eingesetzt werden können, denn der jetzige Zustand ist keinesfalls befriedigend.
    Die Planer (nicht alles lässt sich vom Schreibtisch aus optimal gestalten) und die zuständigen Behörden haben sich hier ganz und gar nicht mit Ruhm bekleckert.
    Dem Markt Zapfendorf muss man das Kompliment machen aus dieser Situation das Beste gemacht zu haben. Ihre zwei Querungen blieben erhalten und zwei Fußgänger-/Radfahrerunterführungen wurden gebaut. Allerdings hat sich der Markt Zapfendorf auch an Kosten für Korrekturmaßnahmen beteiligt. Der Markt Rattelsdorf war leider nicht bereit, für Verbesserungen in Ebing Geld auszugeben, weshalb auch relativ wenig dabei rauskam. Wie heißt es doch auf fränkisch: Wos nix kossd – dess daachd aa nix!
    Bedanken dürfen sich die Ebinger bei MdB Emmi Zeulner. Ihrem Einsatz verdanken wir, dass die Ebinger Bahnhaltestelle wenigstens barrierefrei geworden ist.
    Zuletzt noch: Dass es fast drei Monate gedauert hat, dass eine, bis auf wenige Kleinigkeiten fertige Straße, endlich aufgemacht wird, setzt dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf. Aber es spiegelt auch die Fähigkeiten der Planer, Ausführenden und Behörden wider. Wir Ebinger sind ja einiges gewöhnt und bekannt leidensfähig.
    Josef Schaller
    Ebing

  2. Johannes Michel 5. Dezember 2017 at 08:43 - Antworten

    Lieber Herr Schaller,
    nur zur Klarstellung: der Artikel enthält keine Wertung, ob die Maßnahme auch die beste Umsetzungsmöglichkeit war …

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