Gastbeitrag: Neues Leben am alten Bahnhofsgelände? Die andere Sichtweise.

Veröffentlicht am 19. Juli 2017 von Redaktion

In der vergangenen Woche hat unsere Redaktion ein Gastbeitrag zum Erhalt der Grünfläche zwischen Rattelsdorf und Ebing erreicht, den wir auch veröffentlicht haben. Nun äußert sich Otto Schobert, der zu den Bebauungsinteressenten der Fläche gehört, zur Aufstellung des Bebauungsplans Altes Bahnhofgelände.

Nachdem es bereits mehrere Berichte gegen mögliche Veränderungen am alten Bahnhofsgelände gab, nutze auch ich die Möglichkeit, das Thema aus meiner Sicht zu beleuchten. Da bei der Informationsveranstaltung am 13.07.2017 in Rattelsdorf in der alten Schulturnhalle nur etwa zwei Prozent der Bürgerinnen und Bürger des Marktes Rattelsdorf anwesend waren, soll hiermit auch der Großteil der Bürger meine Sicht der Dinge erfahren, damit sich alle ein objektives Bild machen können.

Mein Name ist Otto Schobert, ich komme aus Ebing, bin Unternehmer und Marktgemeinderat im Markt Rattelsdorf. Einerseits befähigt mich das kommunale Amt mit entsprechendem Wissen hierzu, zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Auf der anderen Seite bin ich einer der Bewerber für ein Grundstück auf dem geplanten Gebiet des alten Bahnhofs in Rattelsdorf. Eigentlich wären dies nun zwei verschiedene Sichtweisen, aus verständlichen Gründen ähneln sich jedoch meine beiden Meinungen dazu.

Kurz zur Historie: Ich bin 1992 in die Selbständigkeit gegangen und habe mein kleines Unternehmen bis heute auf 15 Mitarbeiter ausgebaut. Dies erfolgte bisher in selbst errichteten Büros im ehemaligen Wohnhaus in Ebing. Beim Start damals vor 25 Jahren konnte niemand erahnen, dass diese Räumlichkeiten in einem Wohngebiet eines Tages nicht mehr ausreichen würden. Aktuell ist das jedoch so. Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir den seit ein paar Jahren eingeschlagenen Wachstumspfad weiterverfolgen, was am aktuellen Standort leider nicht mehr funktioniert. Deshalb habe ich mich im Dezember 2016 auf die Suche nach Flächen für einen Neubau eines Bürogebäudes gemacht. Die Voraussetzung war beziehungsweise ist, dass das Grundstück eine Gewerbefläche ist und sich (deswegen) auch nicht in einem Wohngebiet befinden soll, entsprechende Erschließung – vor allem hinsichtlich Internetanschluss – muss vorhanden und das Grundstück letztlich auch kurzfristig verfügbar sein. Leider sind alle in Frage kommenden Flächen / Gebäude aus verschiedenen Gründen für uns deswegen keine Option – zumal es so gut wie gar keine gab.

Im Zuge der Aufplanung des Geländes für das Ärztehaus sind wir dann auf die große Fläche am alten Bahnhofgelände Rattelsdorf gestoßen. Diese Fläche war übrigens früher noch größer, bis im westlichen Teil ein Mehrfamilienwohnhaus seinen Platz gefunden hat. Die beiden Orte Rattelsdorf und Ebing wachsen hier im jeweiligen Randbereich zusammen, so dass an dieser Stelle generell etwas Neues im Entstehen ist. Die früher gewollte Trennung der Orte wird auf höherer politischer Ebene nicht mehr gewünscht. Im weiteren Verlauf war es nun notwendig, eine mögliche Bebauung der restlichen Fläche zu prüfen und dann einen entsprechenden Bebauungsplan erstellen zu lassen. Erste Sondierungen gemeinsam mit den Fachbehörden im Landratsamt im Januar ergaben, dass es seitens des Amtes grünes Licht für die weitere Bearbeitung geben wird. Dies geht außerdem einher mit der Tatsache, dass die sogenannte innerörtliche Verdichtung vorangetrieben werden soll, so die Marschrichtung der Regierung aus München.

Selbst das wichtige Thema Naturschutz konnte nach einem Besuch der unteren Naturschutzbehörde vor Ort beleuchtet werden, es sind keine wichtigen oder besonders schützenswerten Vorkommnisse hinsichtlich Fauna / Flora zu erkennen gewesen. Beim Baumbestand ist es so, dass der ein oder andere Baum sowieso entfernt oder versetzt werden müsste. Der eine Grund hierfür sind angeblich vorhandene Schäden und Verletzungen an den Bäumen, der andere Grund sind die parallel zum Radweg verlaufenden Leitungen, zu denen gewisse Mindestabstände einzuhalten sind, da sonst Leitungsschäden durch Baumwurzeln zu erwarten wären (siehe auch Aussage von Herrn Kutzner am Infoabend). Die entsprechend nötige Ausweisung von Ausgleichsflächen und Schaffung von Ersatzpflanzungen nach den Bautätigkeiten verstehen sich natürlich von selbst. Der Marktgemeinderat wurde danach entsprechend eingebunden, dem zwei Varianten der Aufplanung vorgestellt wurden: Einmal eine vollständige Aufplanung des Areals für Gebäude und einmal eine Variante mit Ausweisung von öffentlichen Parkflächen, die bei größeren Veranstaltungen in der Abtenberghalle genutzt werden können um verkehrstechnisch „brenzlige“ Situationen zu vermeiden, die in der Vergangenheit aufgetreten sind.

Neben der Aufplanung des Areals für das Ärztehaus und nun auch dem Gelände am alten Bahnhof macht es nur Sinn, sich auch die verkehrstechnische Situation dieser künftigen Geschäftsstraße anzusehen. Deswegen sollen zwei Querungshilfen (auf Höhe der Abtenberghalle und am neuen Einkaufsmarkt) vorgesehen werden, die es vor allem Kindern und Senioren wesentlich einfacher machen werden, die Straße zu queren. Dieser Fußgänger- und Fahrradverkehr wird sicherlich mit dem neuen Ärztezentrum nicht weniger, weshalb gleich mit angedacht wurde, auf der südlichen Seite der Kreisstraße einen weiteren Geh- und Radweg zu errichten. Letztlich soll für das Gewerbegebiet „Im Stock“ ein Linksabbiegerstreifen vorgesehen werden.

Der Marktgemeinderat entschied sich dann einstimmig für eine Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans mit öffentlichen Parkflächen und für die Ausweisung eines „eingeschränkten Gewerbegebietes“. Dies bedeutet, dass nur minimale gewerbliche Emissionen zugelassen sind und sich dementsprechend nur absolut „leise Gewerbe“ ansiedeln können.

Die Arbeiten, die bei uns im IT-Systemaus anfallen, können sicherlich zu den emissionsärmsten gewerblichen Tätigkeiten gezählt werden, die es gibt. Großteils sitzen wir am Schreibtisch, telefonieren mit Kunden und führen ab und zu Fernwartungen auf deren Systemen durch. Außerdem kommt es vor, dass wir mit dem Auto zum Kunden fahren oder mal der Paketdienst vorbeikommt und eine Lieferung bringt oder abholt. Am meisten Geräusche erzeugt lediglich ein kleines Außengerät unserer Klimatisierung für den Serverraum. Dieses Außenteil ist jedoch so leise, dass man dies in ein paar Metern Entfernung gar nicht mehr hört. Vergleichbar ist die Anlage mit einer Wärmepumpe, die aus Umweltgründen staatlich gefördert und heutzutage häufig eingesetzt wird – natürlich auch in Wohngebieten. Zu den Nutzungszeiten: Diese genannten Emissionen treten tagsüber in der Regel zwischen 7 und 17 Uhr auf, wobei es durchaus auch mal sein kann, dass am Abend etwas länger gearbeitet wird – mit genau gleicher Schallemission wie am Tag, nämlich so gut wie keiner. Tagsüber, während der üblichen Arbeitszeit, ist im Wohngebiet meist nicht viel Betrieb. Und am Abend, wenn man ausspannen möchte, sind wir Büroleute schon wieder verschwunden. Dies stellt ein ideales Nutzungsszenario dar.

Wie soll das Gebäude aussehen? Die zahlreichen Stimmen die verlauten lassen, dass angeblich eine große Halle / Betonklotz mit 50 Meter Länge, 20 Meter Breite und neun Meter Höhe gebaut werden soll, sind schlichtweg falsch. Wir planen ein zweigeschossiges Bürogebäude mit einem flachen Dach (evtl. sogar ein Flachdach), damit wir nur so hoch bauen, wie es unbedingt sein muss. Für den Start sind ca. 20 Arbeitsplätze geplant, was ungefähre Abmessungen von 25 x 13 Meter nötig macht. Damit wir uns nicht gleich wieder einschränken, sehen wir eine mögliche Erweiterung Richtung Westen vor, hier können dann nochmals in einem eventuellen zweiten Schritt ca. 100 Quadratmeter Grundfläche dazu kommen. Natürlich bekommt das Gebäude eine ordentliche Fassade mit viel Fensterflächen. Im Außenbereich werden wir die geplanten textlichen Festsetzungen hinsichtlich Begrünung vollumfänglich umsetzen. Von einem Betonklotz beziehungsweise einem Schandfleck wird jedoch keine Rede sein.

Das gesamte Gelände wird durch eine entsprechend sanfte Bebauung mit den von der unteren Naturschutzbehörde geforderten Maßnahmen eher aufgewertet, da es mit der Nutzung auch eine entsprechend regelmäßige Pflege erfährt. Zum konkreten Flächenverbrauch: Die aufzuplanende Gesamtfläche beträgt ca. 13.300 Quadratmeter. Die Summe der Baufenster, die maximal mit Gebäuden bebaut werden darf, beträgt in Summe aufgerundet 1.500 Quadratmeter. Die „Parkfläche“ (dieser Begriff kann durchaus zweideutig verstanden werden) ist hier nicht berücksichtigt, da diese – wie von Herrn Kutzner beschrieben – weitgehend grün bleibt. Wenn man nun noch entsprechende Park- und Wegeflächen auf den drei Grundstücken einrechnet kommt man auf einen gut gerechneten Wert von ca. 15 Prozent Flächenverbrauch. Die „grüne Lunge“ bleibt also nach wie vor mit 85 Prozent der jetzigen Fläche erhalten, nur dass diese dann entsprechend anspruchsvoller gestaltet und regelmäßig gepflegt wird!

Diese bisherigen Informationen hätte sich übrigens jeder Bürger bei den entsprechenden Sitzungen selbst holen können und hier muss ich dem Bürgermeister beispringen: Bei keiner der Sitzungen war auch nur ein Bürger anwesend. Alle Diskussionen und Beschlüsse bezüglich dieser Aufplanung waren öffentlich, was mich zum nächsten Punkt „Gschmäckle“ bringt. Bei der Informationsveranstaltung wurde seitens eines Bürgers argumentiert, dass die ganze Angelegenheit ein „Gschmäckle“ hat.

Weder im Gemeinderat, noch von uns (thefi.com) wurden Dinge verheimlicht oder nur hinter vorgehaltener Hand kommuniziert. Es wurde auch zu keiner Zeit ein eventuell vorhandener Vorteil genutzt. Deswegen gibt es übrigens nun auch diesen Artikel, weil ich damit offensiv in die Kommunikation gehen möchte, damit sich jeder ein eigenes Bild von der Situation machen kann.

Bin ich denn nun als gewählter Marktgemeinderat benachteiligt? Ich kann nicht erkennen, dass ich mir etwas zu Schulden kommen ließ – ganz im Gegenteil. Dies sieht der Großteil der Bürger im Markt Rattelsdorf wohl ähnlich, anders kann ich mir die umwerfende Zustimmung bei der letzten Marktgemeinderatswahl (ich erhielt von allen aufgestellten Kandidaten die meisten Stimmen) nicht erklären. Ich habe bei entsprechenden Entscheidungen immer das Wohl des Bürgers und der Gemeinde im Blick und darauf sogar beim Amtsantritt einen Eid geschworen. Weshalb wird hier völlig unbegründet von „Klüngelei“ gesprochen? Oder wird einfach bewusst provoziert?

  • Ja, die Idee zur Aufplanung des Gebietes kam wohl von mir als Geschäftsmann und nicht als Marktgemeinderat. Diese Idee hätte aber auch von jedem anderen Bürger kommen können.
  • Wird das Areal ausschließlich für uns aufgeplant? Nein, neben unseren Investitionsgedanken besteht auch für andere Investoren die Möglichkeit, hier tätig zu werden, was wohl nach den letzten Veröffentlichungen recht schnell passieren wird. Und gegen weitere, leise Gewerbe, die gegebenenfalls auch im Zusammenhang mit dem Ärztezentrum stehen könnten, ist wohl nichts einzuwenden. Ideen und Vorschläge gibt es genug, egal ob Fahrschule, Blumenladen, Frisör, ergänzende medizinische Angebote oder beispielsweise ein tagsüber betriebenes Café als Bürgertreffpunkt – viele weitere interessante Möglichkeiten nicht ausgeschlossen.
  • Und schließlich: Werde ich bei einem möglichen Grundstücksverkauf bevorteilt? Nein, der Marktgemeinderat orientiert sich wie üblich an den aktuellen, öffentlich bekannten Bodenrichtwerten für den Landkreis Bamberg, die auch für einen Grundstücksverkauf an andere Gewerbetreibende in der letzten Zeit (z.B. Golden Care) herangezogen wurden.

Ich kann hier beim besten Willen keine Anzeichen für das vielgenannte „Gschmäckle“ finden. Natürlich stehe ich als Marktgemeinderat entsprechend in der Öffentlichkeit und in der Pflicht. Ein Nachteil darf mir daraus aber auch nicht entstehen.

Generell bin ich immer für eine sachlich geführte Diskussion zu haben, wir leben ja in einer Demokratie in der jeder seine Meinung vortragen darf. Diese können dann auch gerne kontrovers diskutiert werden und am Schluss entscheidet die Mehrheit des gewählten Gremiums. Wenn aber unsachliche und bewusst falsche Behauptungen in Umlauf gebracht werden, die teilweise an mich persönlich gerichtet waren, habe ich keinerlei Verständnis mehr. Außerdem ist es sehr traurig, dass deswegen auch jahrzehntelange Freundschaften auf den Prüfstand gestellt werden müssen.

Natürlich verstehe ich die direkt betroffenen Anwohner in der Angerstraße, da es durch eine mögliche Bebauung zu Sichtbeeinträchtigungen und der Änderung von bestimmten Gewohnheiten kommen wird. Wenn die Aufstellung eines Bebauungsplans jedoch rechtlich komplett in trockenen Tüchern ist, alle Fachbehörden grünes Licht geben und der Marktgemeinderat entsprechende Beschlüsse fasst, weshalb sollte ich dann zurückziehen und das Feld anderen Investoren überlassen? Dass sich hier früher oder später eine Geschäftsstraße etablieren könnte, würde sicher auch im Interesse vieler Bürger und Bürgerinnen sein.

Zur Wiederholung: Wenn alternative Flächen zum ehemaligen Bahngelände zur Verfügung stehen, die in unseren Anforderungskatalog (Gewerbefläche, Gewerbegebiet, erschlossen, guter Internetanschluss, kurzfristig verfügbar und so weiter) passen, sind wir gerne bereit, diese entsprechend zu prüfen. Wie bereits aufgeführt haben wir dies bereits zu Beginn unserer Überlegungen durchgeführt und sind leider nicht fündig geworden. Es kann jedoch durchaus sein, dass uns damals auch nicht alle möglichen Flächen bekannt waren.

Als verlässlicher Arbeitgeber finden inzwischen alleine sechs Bürger direkt aus dem Markt Rattelsdorf Arbeit und Entlohnung bei uns. Darauf bin ich als Arbeitgeber stolz, der Markt kann es sicher auch sein. Die Suche nach Arbeitskräften in der nächsten Umgebung wollen wir in den nächsten Jahren entsprechend ausbauen. Neben der Bereitstellung von Arbeitsplätzen zahlen wir natürlich auch entsprechend Gewerbesteuer, mit der die ein oder andere Investition im Markt Rattelsdorf getätigt oder zumindest kofinanziert werden kann. Andere Nachbargemeinden haben zwischenzeitlich ebenfalls Interesse angemeldet (ein IT-Systemhaus ist ein Wunschkandidat für viele Gemeinden). Als zuverlässiger und bodenständiger Einwohner im Markt Rattelsdorf würde ich sehr gerne mein hier aufgebautes Unternehmen in meiner Heimatgemeinde weiterführen. Und da mir solche Äußerungen eventuell im Mund herumgedreht werden können: Dies ist ausdrücklich keine Drohung, sondern letztlich eine unternehmerische Abwägung der Möglichkeiten mit einer entsprechenden Entscheidung am Ende des Prozesses. Der Entschluss für einen Standort außerhalb der Marktgemeinde würde mir persönlich jedoch sehr schwer fallen.

Ich hoffe, dass ich mit diesen bewusst offenen und umfangreichen Informationen zu einer weiteren sachlich fundierten und ruhigen Diskussion beitragen kann. Natürlich wird meine und auch die Meinung anderer weiter diskutiert werden. Und egal welche Entscheidung letztlich getroffen wird, nicht jeder wird damit einverstanden sein. Aber sollte das unsere Demokratie, auf die wir so stolz sind, nicht zulassen?

Otto Schobert, Geschäftsführer [ thefi.com ] GmbH & Co KG, Marktgemeinderat Markt Rattelsdorf

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  1. Tilman Daum 19. Juli 2017 at 10:53 - Antworten

    Sie haben die Beweggründe,
    die Brachfläche am ehemaligen Bahnhof auf zu planen, Ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern sehr gut erläutert,
    Herr Schobert!

  2. Schmittlutz KH 19. Juli 2017 at 11:28 - Antworten

    Zu den Ausführungen von Herrn Schobert in Kurzform (Teil1):

    Ein altes Sprichwort besagt „wer schreibt der bleibt“!
    Nur wer „viel schreibt“ hat nicht unbedingt viel zu sagen!

    Was möchten Sie denn den Anwohner überhaupt mitteilen?
    Ihre „langatmigen“ Ausführungen bezeichne ich als eine Art der „Selbstdarstellung“ bzw. „ein streuen von Sand in die Augen der Leser“

    Sie, als Gemeinderat, wie auch Ihre Kollegen sind Art. 28 Abs. 1 des Grundgesetzes gewählt von den Bürgern und nicht von „Gottes Gnaden“.

    Der Dialog zu den Bürgern wird hier klein geschrieben und selbst wenn herunter gerechnet nur 2 Prozent vor Ort waren kann dies als Zeichen an Sie und an Ihre Kollegen gewertet werden. Nicht unterschätzen und täglich werden es mehr!

    „Masse muss nicht zwingend Klasse sein“!
    im Vergleich zu Ausführungen „dass sonst immer niemand da war“.
    Diese 2 Prozent haben sich erfolgreich und sehr gut positioniert, argumentiert und teilweise mit Emotionen Ihre Gründe dagegen dargestellt.

    Widersprochen wer?
    Befürworter geoutet?
    (Ach ja, 2 ihrer Mitarbeiter, Argument Arbeitweg u.a.)

    Ihre Kollegen im Gemeinderat schwiegen überwiegend.
    Ausnahme derer, welche sich outeten und einen neuen Dialog anregten. Dies waren allerdings nur einige wenige.

    Sie haben nahezu 2 Stunden benötigt um aufzustehen und sich als möglicher Investor zu outen. Hätten Sie nioht zwingend machen müssen, denn in derartigen Fällen ist der „Buschfunk“ meistens schneller.

    Ihre Aufgabe als Markgemeinderat wäre es gewesen bereits nach der ersten Veröffentlichung aktiv zu werden. Hier lag bereits ein Widerspruch vor und der kam von mir!

    Haben Sie hier etwas unternommen?

    Als gewissenhaft agierender, von den Bürgern gewählter Gemeinderat, hätte Ihnen bereits bei der Sichtung der vom Planungsbüro Kutzner vorgelegten Ausarbeitung Bedenken kommen müssen:

    • Seite 12, letzter Absatz, „Zitat: …das grundsätzlich eine sehr geringe Nutzung anzunehmen ist, da die angrenzende Nutzung über ausreichende Parkplätze verfügt

    • Seite 10, 4. Absatz „Zitat: ….die zur Verfügung stehende Verkehrszählung aus dem Jahr 2010 stammt
    • Seite 11, Emmissionskontingent Gewerbegebiet ist so nicht stimmig, kam so nicht angesetzt werden und stammt möglicherweise aus einer privaten Beauftragung des Planungsbüros aus 2008

    • Ein Vorkaufsrecht auf einer Teilfläche liegt und dies kann man drehen und wenden wie man will.

    1982 hat der Markt Rattelsdorf zur Errichtung einer Grünfläche für seine Bürger in der Siedlung Angerstr. auf dem ehem. Bahngelände eine Grünfläche geschaffen u.a. unter Einbezug eines Vorkaufsrechts. Diese Grünfläche ist Bestand des Flächennutzungsplans seit über 35 Jahren!

    Anm: Darüber kann man argumentieren und gestalten wie man möchte, jdoch ein Vorkaufsrecht (wenn nicht begrenzt) endet in der Regel mit dem Tod des Betroffenen.

    • Seite 14, kein Nachtbetrieb zu lässig. Um Anzeigen aus dem Wohngebiet begegnen zu können müssten sie diese Parkfläche unter Verschluss nehmen und ggf. bei einer möglichen Hype öffnen lassen.

    Diese Hype trat und tritt nie auf. Vielleicht hatte jemand einen Traum (I have a dream – Martin Luther King).

    Bezüglich Ruhestörung finden sich ja bereits Referenzobjekte an welchen man ein mögliches von der Kommune sicher zustellendes Arbeitspensum hochrechnen könnte

    Bereits unter Wertung dieser Punkte, insbesondere des Hinweises „einer geringen Nutzung von Parkplätzen!“ ist der Tatbestand auf eine fundierte Prüfung erfüllt.

    Ihre „geschworene Pflicht“ hätte hier eine nachhaltige Bedarfsananlyse ggf. unter Einbezug der Anlieger anregen müssen.

    haben Sie dies getan?

    Bei meinen Ausführungen fiel der Verweis, über welches man in der freien Wirtschaft hier nachgedacht hätte. Als Unternehmer sicherlich auch Ihnen zur Genüge bekannt!

    Anregung:
    Nicht ohne der Gedanke über „Leitsätze des Gemeindesrats“ nachzudenken!

    Gehe davon aus, dass Sie als Unternehmer sicher derartige Leitsätze in Ihrem Unternehmen für Ihre Mitarbeiter aushängen und nach denen, nach dieser Kultur, sich diese nach außen zu verhalten haben.

  3. Florian Schneiderbanger 19. Juli 2017 at 13:48 - Antworten

    Sehr geehrter Herr Schmittlutz,

    ich bin einer dieser Mitarbeiter und ein Bürger im Markt Rattelsdorf.
    Weiterhin möchte ich Ihren Vorwurf zurückweisen, dass ich als Mitarbeiter sogenannte „Leitsätze“ folgen muss.

    Ich habe an dieser Bürgerversammlung meine eigene Meinung dargestellt und es wurde in keinster Weise Einfluss auf mich ausgeübt. Was laut Grundgesetz Art. 5 Abs.1 auch mein Recht als Bürger ist.

    Ich bitte Sie keine Falschaussagen über Menschen zu treffen, die Sie nicht einmal kennen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Florian Schneiderbanger

  4. Schmittlutz K.-H. 19. Juli 2017 at 15:05 - Antworten

    Lieber Herr Schneiderbanger,

    zur Vermeidung von möglichen Irritationen.

    Ein Sprichwort besagt “ Dessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing“!

    Und bevor man dazu neigt „falsch zu singen“ empfehle ich Ihnen sich einmal iim Netz Google zu benutzen um zu erkennen was man unter meienr Anregung versteht.

    Eine Empfehlung, eine Anregung, welche Unternehmen heutzutage nutzen und derartiges würde auch einer Kommune wie der unrigen gut stehen.

    Der ehrliche Dialog mit dem Bürger ist der Garant einer guten Kommunalpolitik.

    Verweis:
    https://www.business-wissen.de/artikel/unternehmensleitbild-leitbild-entwickeln-und-umsetzen/

    Dies interpretieren Sie als „Falschaussage“ ?!

    Lassen Sie sich bitte von Ihrem Vorgesetzten den Sinn und die Wirkungsweise einer derartigen Empfehlung erklären. Dann löst sich sicherlich Ihr Missverständnis schon sehr bald auf.

  5. Niesen Silvia 19. Juli 2017 at 18:35 - Antworten

    Sachlich und ruhig – so sollte die Diskussion geführt werden. Da sehe ich genauso.

    Sachliche Fakten:

     Ein Bewerber
    Das erklärte der Bürgermeister am 13.07.17 beim Bürgergespräch. So wurde es auch von der anwesenden Presse verstanden.
    Davon irritiert zeigte sich Gemeinderätin Christine Jäger: „Sie habe in der Annahme für den Plan gestimmt, dass konkrete Pläne vorlägen.“ Zumindest Frau Jäger war – laut eigener Darstellung – also falsch informiert.

     Innerörtliche Verdichtung:
    Laut eigener Bekundung der Marktgemeinde im Mitteilungsblatt Markt Rattelsdorf, vom 31.03.2017,Nr.3, Seite 8, handelt es sich bei dem im wirksamen Flächennutzungsplan als Grünfläche eingezeichneten Areal um einen sogenannten „Außenbereich im Innenbereich“. Die Fläche kann somit nicht den Bauflächen nach § 34 BauGB zugeordnet werden.
    Erschließung ist nur über eine Sondernutzungserlaubnis gesichert. Es soll sogar eine Änderung der OD-Grenze angestrebt werden!

    Die Schmutzwässer sollen mit jeweils überlangen Hausanschlüssen an den bestehenden Kanal der Angerstraße angeschlossen werden.

    Der Entwässerungsgraben zur Regenwasserableitung zwischen der Böschung Angerstraße und den geplanten Bauflächen mündet im Osten in das naturnahe Regenrückhaltebecken. Dieses Becken reicht nicht aus. Es müsste um 180 m2 bis 210 m2 vergrößert werden. Es wird ein starker Eingriff in eine derzeit ökologisch wertvolle Fläche nötig.

     Thema: Naturschutz – Leitungen auf dem Gelände:
    Die aufzuplanende Gesamtfläche beträgt ca. 13.300 Quadratmeter, sie wird klein gerechnet. Die „Parkfläche“ wird nicht berücksichtigt.

    Sollen die neuen Bäume auf dem Wasserauffangbecken gepflanzt werden?

    Dürfen die Bürger den „Parkplatz“ dann als Park hinter der Schranke nutzen?

    Der Zustand der Bäume und der Fläche allgemein ist dem Umstand geschuldet, dass sich der Markt Rattelsdorf bisher nicht um die Fläche gekümmert hat. Die Verletzungen einzelner Bäume (Schäden durch Rasenmäher) sind längst vernarbt, die Bäume können damit alt werden.

     Öffentliche Parkflächen:
    Wenn Rattelsdorf etwas nicht hat, dann ist das Parkplatzmangel!
    Die Grünfläche wurde deshalb bisher nur sehr selten als zusätzlicher Parkplatz benötigt und hat dies auch gut verkraftet. Sowohl die Parkplätze am alten Netto, als auch die am nun geplanten Ärztehaus, stünden im Notfall zur Verfügung.

     Künftige Geschäftsstraße, Linksabbiegerstreifen:
    Wer möchte denn eine Geschäftsstraße?
    Noch ist es eine Kreisstraße und Herr Kutzner konnte hierzu keine Auskunft geben, da nicht sein Fachbereich.

     Emissionsärmste gewerbliche Tätigkeiten:
    Wenn das alles so ist, dann gibt es keinen Grund diese Fläche für einen Betrieb zu opfern, der wegen seiner leisen Arbeitsweise eigentlich überall ansiedeln kann! Eine Schallemission „so gut wie keiner“ ist mir nicht bekannt. Allerdings, dass es wegen des Betriebs von Wärmepumpen in vielen Gemeinden Konflikte gibt.

     Übliche Arbeitszeit:
    Wer beurteilt die übliche Arbeitszeit der Anwohner? Hier leben sowohl Menschen die Schicht Arbeit zu leisten haben, als auch solche, die ihren Beitrag zur Gesellschaft durch ihr jetzt abgeschlossenes Arbeitsleben bereits erbracht haben. Die könnten den Nachmittag auf der Terrasse verbringen.

     Wie soll das Gebäude aussehen? :
    Das ist irrelevant!
    Grundlage sind die Baufenster! Das, was im ausgelegten Bebauungsplan ersichtlich ist, muss als zulässig angenommen werden. Die Maße 49,99 Meter Länge und 9 Meter Höhe wurden auch vom Bürgermeister so bestätigt. Hierzu konnten die Stellungnahmen abgegeben werden. Wenn die Planung genehmigt würde, darf das so bebaut werden. Wer da dann baut, dürfte das machen!

     Begrünung:
    Der Marktgemeinderat wartet bisher vergeblich darauf, dass der seit Jahren bestehende Grünordnungsplan am südlichen Ortsrand umgesetzt wird, stimmt aber trotzdem mehrheitlich der Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Sondergebiet Monsterpark“ zu.
    Über das Ortsbild von Süden hätte man sich besser früher Gedanken gemacht. Außerdem ist hier das Ortsbild nicht das einzige Problem!

     Grüne Lunge:
    Bebaut, gleich, welcher Art – steht die Fläche der Allgemeinheit nicht mehr zur Verfügung. Dem Wunsch der Bürger, einen geschichtsträchtigen Platz zu erhalten, kann nicht durch eine „anspruchsvolle“ Gestaltung eines privaten Geländes entsprochen werden!
    Ökologisch ist eine selten gemähte Wiese weit wertvoller.

     Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung:
    Es gibt Gemeinden, da kann man Sitzungstermine incl. Tagesordnung auf der Homepage als Download abrufen. Der Schaukasten und Aushang am Rathaus ist für Bürger die berufstätig sind, kein Angebot.
    Wer interessierte Bürger will, sollte Sitzungsprotokolle und -termine online stellen!

    Und künftig nicht nur diese: Seit dem 13. Mai 2017, ist die BauGB-Novelle in Kraft (Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2014/52 EU vom 4. Mai 2017).
    Der neue § 4a Abs. 4 BauGB gibt vor, den Inhalt der ortsüblichen Bekanntmachung der Bauleitpläne und die auszulegenden Unterlagen auch in das Internet der Gemeinde einzustellen und über ein zentrales Internetportal des Landes (s. Art. 6 Abs. 5 UVP-Richtlinie) zugänglich zu machen.

    Dass Bürger kommen, wenn sie eingeladen werden und ihnen das Thema wichtig ist, hat sich am 13.07.2017 gezeigt.

     Marktgemeinderatswahl:
    Ebing wählt „ Ebinger Liste“, so einfach kann man das erklären!

     Bürgerwohl, Investoren:
    Wenn man „immer zum Wohl des Bürgers“ entschieden hat, kann man sich eigentlich gelassen zurücklehnen und müsste sich nicht rechtfertigen.

    Fahrschule, Blumenladen, Frisör, Apotheke, alles vorhanden! Sind weitere Unternehmensverlagerungen geplant? Bedeutet eine Verlagerung von A nach B. Prosperität, Wirtschaftlichen Aufschwung, aufblühende Entwicklung?

     Vorteile beim Grundstückskauf:
    Hier ist eine Bewertung nicht möglich. Im Gespräch vom 29.06.2017, sah sich Herr Bürgermeister Kellner außer Stande Grundstückspreise zu nennen! Oder wollte dies nicht.

     Gewohnheiten der Anwohner, Anforderungskatalog:
    Es geht hier um Zusicherungen die den Grundstückskäufern gemacht wurden. Die Unverbaubarkeit der Grünfläche wurde begründet mit der Hauptwasserleitung nach Ebing, der durch das Gelände verlaufenden Gasleitung und als Schutzzone zur Kreisstraße. Überprüfbare Eintragungen, im gültigen Flächennutzungsplan, nicht irgendwelche mündlichen Zusagen. Die Aussagen der Gemeinde haben ihren Ausdruck in den Planungen gefunden. Darauf durften sich die Bürger verlassen. Diese Zusicherungen werden nun einseitig geändert, ohne auch nur im Ansatz ein Gespräch mit den Betroffenen zu suchen.
    Diese durch den Flächennutzungsplan überprüfbaren Voraussetzungen entsprachen dem „Anforderungskatalog“ der damaligen Käufer. Im Vertrauen darauf haben Sie sich ihr Objekt passend zu ihrer Lebensplanung ausgesucht.

     Ideen
    Kann ich auch beisteuern. Warum verwirklichen Sie nicht ihr Projekt auf der freien Fläche zwischen den zwei Einkaufsmärkten. Dem „Anforderungskatalog“ sollte das Gelände entsprechen. Ein Bürogebäude fände dort – anders als das hineingezwängte „MVZ“ oder Ärztehaus ausreichend Platz. Die Mitarbeiter müssten nicht einmal die Straße überqueren.

     Ärztehaus und andere medizinische Angebote
    Google Earth aufrufen, Rattelsdorf eingeben und ansehen. Was fällt jedem auf, ohne lange zu suchen? Eine große ungenutzte Fläche. Bauland, heute steht Mais darauf und ärgert die Anwohner, weil durch die Hanglage bei Regen das Erdreich Richtung Straße schwemmt.

    Beste Lage um von allen Ortsteilen erreicht zu werden. Umgeben von Gewerbebetrieben. Man baue die nötigen Parkplätze Richtung Elkom, plant hinter dem Ärztehaus auf Höhe Ahornweg eine gut gestaltete große Grünfläche ein und schließt Richtung Lärchenweg/Gartenstraße mit Wohnbebauung ab.

    Hier sähe ich die Räte gefragt, Verhandlungen mit dem jetzigen Besitzer führen, klarer Hinweis, dass das Gelände als Baufläche verkauft wurde. Nicht als Acker mitten in der Ortschaft. Das nenne ich innerörtliche Verdichtung.

    Es gibt ein Zitat von Romain Rolland:

    „Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren.“

    So möchte ich Demokratie nicht verstehen.

    In meinem Gastbeitrag habe ich es bereits erwähnt. Ich wünsche mir, dass wir alle einen wertvollen Lebens-mittel-punkt haben. Junge, Alte, Gewerbetreibende und Privatpersonen, Rattelsdorfer wie Ebinger. Nicht alles Neue ist gut durchdacht, nicht alles Traditionsverbundene ist überholt.

    Es sollte unter zivilisierten Menschen möglich sein, eine gute Lösung für alle – ohne „Opfer“ – zu finden.

  6. Otto Schobert 19. Juli 2017 at 20:47 - Antworten

    Sehr geehrte Frau Niesen,

    vielen Dank dafür, dass Sie die Diskussion wieder in ein vernünftiges Fahrwasser gelenkt haben.

    Auch wenn ich natürlich nicht all Ihre Argumente unterstützen kann und manche Fakten nicht ganz richtig sind: Genau so muss eine Diskussion geführt werden!

    Ich für meinen Teil werde mich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt aus dieser Debatte hier ausklinken. Meine Argumente und Fakten sind umfassend oben aufgeführt und letztlich habe ich auch keinen Anlass, diese zu revidieren.

    Otto Schobert

  7. Niesen Silvia 20. Juli 2017 at 09:00 - Antworten

    Sehr geehrter Herr Schobert,

    Das gleiche Objekt, aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, ergibt ein völlig anderes Bild. Nicht das Objekt verändert sich, nur die Sichtweise. Unsere Argumente und Fakten müssen also gar nicht übereinstimmen. Trotzdem können beide richtig und wahr sein.

    Die Veranstaltung vom 13.07.17 war als ein Gespräch zwischen Marktgemeinderäten, Bürgermeister und interessierten Bürgern geplant. Gemeinsam sollte ein Konzept erarbeitet werde, welches für alle stimmig ist. Beim alten Bahngelände geht es eben nicht nur um die Anwohner. Das zeigt die immer noch wachsende Unterschriftenliste aus allen Gemeindeteilen.

    Stattgefunden hat, eine Frontalbeschulung durch das Planungsbüro. Die Bürger saßen den Marktgemeinderäten im Nacken. Keine gute Ausgangslage für eine Veranstaltung . Wie soll eine sachliche Diskussion stattfinden, wenn man keine Beziehungsebene aufbauen kann?

    Vor Beginn der Veranstaltung habe ich Herrn Bürgermeister Kellner angeboten, die sehr kurze, Präsentation anzusehen. Er habe die Power Point im Vorfeld nicht zur Prüfung erhalten, begründete der Bürgermeister die nicht Zulassung. Ich füge hinzu, auf einen „Handel“, Fragen zu einem anderen Projekt zurückziehen, damit wir die Präsentation zeigen dürfen, konnten und wollten wir uns nicht einlassen.

    Was der Bürgermeister befürchtete, weiß ich nicht.

    Wir hätten gerne gezeigt, wie es war, wie es ist und wie es sein könnte. Die Marktgemeinderäte hätten erfahren, dass wir ihre Arbeit wertschätzen und – auch wenn wir nicht immer davon überzeugt sind – dankbar sind, dass sie sich dieser Aufgabe stellen. Die Power Point sollte den Druck mindern und Brücken bauen. Eine Basis schaffen, die Reset Taste drücken.

    Vielleicht mögen Sie das den Kollegen weitergeben.

    Im Vorgespräch am 29.06.17 erklärte uns Bürgermeister Kellner, wenn Bürger in die Sitzungen kämen, würden die Räte bei Abstimmungen nicht so leicht den Arm heben.

    Für mich klingt das nach „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“.

    Soll das unsere Grundlage sein?

    Silvia Niesen

  8. Schmittlutz K.-H. 20. Juli 2017 at 17:01 - Antworten

    Herr Schobert, Sie unterliegen einem Irrtum. Hier gibt es nichts „zu lenken“. Hier sprechen Fakten für sich, welche auf eine Antwort von Ihnen warten!
    Zeigen Sie Zivil Courage und beantworten Sie diese, dann bewegen wir uns mit Ihren Worten gesprochen im „vernünftigen Fahrwasser“.

    Es war doch Ihr persönliches Anliegen hier öffentlich Statement zu beziehen und bereits Goethe sagte „Die Geister die ich rief …..“
    Dies haben Sie sicherlich mit bedacht!

    Verwerflich, Sie „Schieben an, bekommen Gelegenheit zur Gegendarstellung“ werden erwartungsgemäss mit „Fakten“ konfrontiert, beziehen zu nicht einen einzigen Pkt. Stellung und wiederlegen diesen. Nein, Sie ziehen es jetzt charmant vor „sich hier auszuklinken“!
    „Keine feine englische Art“, „kein Abgang mit Stil“. Aber aufmerksam mitlesen werden Sie doch sicherlich? Oder? Damit sind Sie dann als „Anonymus“ wieder onBoard.

    Schon festgestellt, Sie befinden sich im Widerspruch zu Ihren eigenen Aussagen.
    Verweis 9 Absatz
    Zitiere: „Generell bin ich immer für eine sachlich geführte Diskussion zu haben, wir leben ja in einer Demokratie in der jeder seine Meinung vortragen darf. Diese können dann auch gerne kontrovers diskutiert werden und am Schluss entscheidet die Mehrheit des gewählten Gremiums.

    Herr Schobert stehen Sie auf und stehen ein für diese Ihre Aussage.

    Sie erinnern sich doch noch Ihrer Worte hier in Nachrichten vor Ort vom 14.Juli 2015:

    „http://nachrichtenamort.de/rattelsdorf/gastbeitrag-mehrgenerationenplatz-rattelsdorf-2015/“

    Sie bezogen öffentlich Stellung zu einem Projekt auf der gleichen ehemaligen Bahn-Trasse, in der Ebinger Str.

    Zitat O. Schobert auszugsweise:

    „Dies ist letztlich die Basis, nach der wir unsere Abstimmungen vornehmen da im Marktgemeinderat keine persönlichen Interessen vertreten, sondern als Vertreter der Bürger fungieren. Von daher stellt sich tatsächlich die Frage, ob hier nicht ein Projekt einfach nur um des Projektes Willen realisiert wird – obwohl keinerlei Notwendigkeit dafür besteht.“.

    Dieses Projekt verlagerte sich an den Sportplatz. Ob es dort jemals genutzt wird. Erfahrung like „Projekt Scaterbahn“.
    Meine Glaskugel schweigt zu diesem Thema.

    2017 wie „Phönix aus der Asche“ Sie Herr Schobert als neuer potentieller Interessent mit vorstehenden schlagkräftigen Argumenten am gleichen Ort, auf gleicher DB-Fläche in der Ebinger Str.

    Absatz 4 Ihrer Ausführungen:
    Zitat „Bei keiner der Sitzungen war auch nur ein Bürger anwesend“
    Schon mal die Akzeptanz hinterfragt? Stimmen zu bekommen ist in der Politik nicht zwingend der Maßstab aller Dinge. Aus derartigen Gründen erscheint mir ein „gelebtes Leitbild“ in Rattelsdorf Anregens wert. Andere Kommunen besitzen dies bereits.

    Als gewählter Vertreter der Bürger rechnet man anwesende Bürger nicht prozentual runter, das ist kein Stil. Vielleicht ein Denkanstoß mehr das Bürger mit Rückgrat aufstehen und widersprechen.

    Absatz 11 Ihrer Ausführungen:
    Zitat: „ Wenn alternative Flächen zum ehemaligen Bahngelände zur Verfügung stehen, die in unseren Anforderungskatalog (Gewerbefläche, Gewerbegebiet, erschlossen, guter Internetanschluss, kurzfristig verfügbar und so weiter) passen, sind wir gerne bereit, diese entsprechend zu prüfen.“
    „Es kann jedoch durchaus sein, dass uns damals auch nicht alle möglichen Flächen bekannt waren.“

    Sehr gut erinnere ich mich noch an eine gemeinsame Unterredung. Damals bestand Interesse an den ehemaligen Brachflächen im Gewerbegebiet „Im Stock. „Heute u.a. bebaut von Golden Care, daneben aktuell noch eine große Freifläche.

    Schon festgestellt:
    Was Ihnen scheinbar in all den Jahren der „vergeblichen Suche nach einem gewerblichen Bauplatz“ entgangen ist erbrachten die anwesenden 2 % der Bürger innerhalb von Minuten. Ja es sprudelte förmlich von Ideen, Vorschlägen und Alternativen.

    Nicht umsonst heißt es „wer suchet der findet“!

    Doch ein derartige „gewerbliche Fläche, wie das ehemalige DB-Gelände, in dieser exponierten Lage, im Grünen, mit altem Baumbestand und ideal zu Fuß von zu erreichen, wäre sicherlich erstrebenswert.
    Nur da sind die Anlieger und Bürger dagegen mit zunehmend steigender Tendenz.

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