Marktgemeinderat: Rattelsdorf sagt ja zu den Regionalwerken

Veröffentlicht am 16. November 2012 von Johannes Michel

Langsam aber sicher entscheiden die Stadt- und Gemeinderäte der Region über den Beitritt zu den zu gründenden Regionalwerken. In der Sitzung vom Donnerstag stimmte der Rattelsdorfer Marktgemeinderat fast geschlossen zu. Außerdem wurde über einen Antrag der Firma Röckelein zur Erweiterung der Kiesabbau-Fläche entschieden.

Bürgermeister Bruno Kellner (Vereintes Umland) führte noch einmal etwas ausführlicher in den Tagesordnungspunkt „Regionalwerke“ ein und erwähnte dabei die Klimaallianz Bamberg und die angestrebte Energieautarkie von Stadt und Landkreis. „Als Anschubfinanzierung sind wir mit knapp 4.500 Euro dabei“, sagte Kellner und sprach sich für einen Beitritt der Gemeinde Rattelsdorf aus. Sabina Sitzmann-Simon (CSU) sah das ähnlich: „Die Gemeinden sind verpflichtet, die Energieversorgung der Bürger sicherzustellen. Ein Verbund in der Region erleichtert diese Aufgabe.“ Sie wies außerdem darauf hin, dass es sich zu Beginn nur um eine erste Ausbaustufe der Regionalwerke handle und dass eine Erweiterung des Aufgabenfeldes nach und nach hinzukomme.

„Durch die Privatisierung hat sich in Sachen Infrastruktur einiges verschlechtert“, meinte Hans-Jürgen Scheerbaum (CSU) und votierte damit ebenfalls für die Regionalwerke. Anders sah das Andreas Schmittwolf (Christliche Wähler Union, CWU): „Ich bin ein großer Befürworter der erneuerbaren Energien, der Vorteil für Rattelsdorf erschließt sich aber für mich nicht.“ Bei einer Gegenstimme beschloss der Marktgemeinderat nach Abschluss der Diskussion den Beitritt der Gemeinde Rattelsdorf zu den Regionalwerken.

Langfristiger Kiesabbau bis 2073

Einstimmig hingegen fiel die Entscheidung für einen Antrag der Firma Röckelein auf Erweiterung der Kiesgewinnungsanlage. In den Jahren bis 2073 sollen weitere Flächen abgebaut werden, unter anderem entlang der Bundesstraße 4 und östlich der ehemaligen Bahnlinie. Die Seenfläche wird damit noch einmal deutlich zunehmen. „Angestrebt wird eine Freizeit- und Fischereinutzung, außerdem entstehen Biotope“, erläuterte Bürgermeister Kellner. Die Kosten für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes übernimmt die Firma Röckelein.

Des Weiteren bildete der Marktgemeinderat zwei Gremien. Eines soll die Architektenentwürfe für die Sanierung der Rattelsdorfer Schule, die europaweit ausgeschrieben werden musste, beurteilen. Bis Mitte Dezember läuft noch die Bewerbungsfrist. Außerdem richtet die Gemeinde einen „Arbeitskreis Kinderspielplätze Rattelsdorf“ ein. Dieser soll notwendige Reparaturen feststellen und einen grundsätzlichen (Investitions-)Bedarf ermitteln. Je ein Mitglied der Marktgemeinderats-Fraktionen und ein Mitarbeiter des Bauhofes werden sich unter der Leitung der CWU zusammenfinden.

Feuerwehrhaus macht Probleme

Zu Beginn der Sitzung sprach Bürgermeister Kellner in seinem Kurzbericht auch die nach wie vor bestehenden Probleme mit dem 1990 eingeweihten Feuerwehrhaus in Rattelsdorf an. Seit Jahren komme es dort zu Rissbildungen, durch die Dachkonstruktion entstünden statische Probleme. „Renovierungsarbeiten durch den Bauhof machen allerdings wenig Sinn, da dies die Probleme nicht beseitigen würde“, so Kellner. Daher wird in nächster Zeit ein Fachmann die Schäden beurteilen, die Gemeinde will die Winterzeit für eine detaillierte Analyse nutzen. Die Bauschäden am Feuerwehrhaus waren auch bereits Inhalt einer Gerichtsverhandlung.

Johannes Michel

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