EU-Förderung doch eher unwahrscheinlich

Veröffentlicht am 24. Juli 2015 von Johannes Michel

15 zu 4. Die Rattelsdorfer Marktgemeinderäte sind nach wie vor zum großen Teil überzeugt vom Projekt Mehrgenerationenplatz. So entstand in der Sitzung vom 23. Juli 2015 auch der Beschluss, ihn zu bauen – sollten die Fördergelder aus dem europäischen Programm „Leader“ fließen. Das ist aber seit wenigen Tagen eher unwahrscheinlich.

Erst am Mittwoch traf sich die Lokale Aktionsgruppe Region Bamberg e.V. (LAG), die für die Projektsteuerung im Programm Leader verantwortlich ist, im Rattelsdorfer Rathaus zur Sitzung. Diskutiert wurde über viele Projekte, die in der aktuellen Förderperiode von 2014 bis 2020 umgesetzt werden könnten. Mit dabei ist auch der AWO-Klostergarten in Rattelsdorf, der bereits in der Vorläuferperiode so gut wie beschlossen war, wie Jochen Strauß von der LAG unserer Onlinezeitung bestätigte. Was soll hier passieren? Die Projektbeschreibung liest sich folgendermaßen: „Im Ortszentrum von Rattelsdorf befindet sich auf dem Hochufer des Flüsschens Itz eine ehemalige Klosteranlage, in der die AWO ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen eingerichtet hat. Zur Anlage gehört ein unter Denkmalschutz stehender historischer Garten, der 1771 als Ziergarten im Barockstil angelegt wurde. Dieser Garten wird saniert, als Kulturgut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als Veranstaltungsort erschlossen. Somit entsteht ein Garten der Begegnung zwischen den Besuchern und den Bewohnern des Haus an der Itz.“

Fehlt dem Platz das Alleinstellungsmerkmal?

Mit dem von der Gemeinde Rattelsdorf zur Sprache gebrachten Mehrgenerationenplatz an der Ebinger Straße, der ebenfalls für Leader-Fördergelder in Frage kam, hätte Rattelsdorf somit zwei Projekte in der laufenden Förderperiode. Die Bruttokosten für den Mehrgenerationenplatz, mit Planung und der WC-Anlage, lägen nach aktuellem Stand bei rund 280.000 Euro. Bei den Entscheidern, so Strauß, sei Skepsis aufgekommen, ob bereits am Anfang der Periode, die bis 2020 andauert, derart viel Geld ausgegeben werden sollte.

Außerdem, das bestätigte auch Bürgermeister Bruno Kellner in der Gemeinderatssitzung, wurde über das Alleinstellungsmerkmal einen solchen Platzes, über die Besonderheit und darüber diskutiert, ob dieser das „Gewicht“ eines Leader-Projekts habe. Jochen Strauß: „Befürchtet wurde auch, einen Präzedenzfall zu schaffen – denn auch andere Gemeinden könnten einen solchen Platz wollen.“ Die Entscheidung, ob der Platz gefördert wird, wurde auf die nächste Sitzung der LAG vom 16. September 2015 vertagt. Kellner machte aber wenig Hoffnung: „Die Diskussionsbeiträge sagten aus, dass es auch dann keine positive Entscheidung geben wird.“ Dennoch hielt der Gemeinderat mit 15 zu 4 Stimmen an seiner Entscheidung fest, den Platz zu bauen, falls die Leader-Gelder doch noch fließen. „Wir stehen mit einem starken Signal hinter dem Platz“, so Kellner.

Tipp zum Weiterlesen: Zum Mehrgenerationenplatz bietet Nachrichten am Ort mittlerweile eine große Artikelsammlung. In der Bevölkerung sorgte der Platz, dokumentiert in den Kommentaren unter dem Artikel Mehrgenerationenplatz: Nur ein Prestigeprojekt?, teilweise für Kritik.

LAG Konferenz
Bei einer LAG-Konferenz im November 2014, in der Mitte der Vorsitzende Landrat Johann Kalb, sah es noch gut aus für den Mehrgenerationenplatz.

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Wasserversorgung der Abtenberghalle wird saniert

Über einige Investitionen ging es in weiteren Tagesordnungspunkten. So sind in der Abtenberghalle nach mehreren Wasserschäden nun Sanierungsarbeiten im Bereich Wasserversorgung notwendig. Hierbei werden die Leitungen ausgetauscht, außerdem sind neue Brauseanlagen fällig. Die Kosten liegen bei 170.000 Euro, zuzüglich dem Honorar für das planende Ingenieurbüro „Wir sind im Zugzwang, das die Versicherung angekündigt hat, bei einem weiteren Wasserschaden keine Kosten mehr zu tragen“, erklärte Kellner. Bei einer Gegenstimme wurde der Auftrag an ein Ingenieurbüro vergeben. Das gleiche Büro bekommt auch den Auftrag für die Erstellung der Haustechnik-Planung für den Schulhaus-Neubau beziehungsweise die Sanierung. Auftragswert: 108.000 Euro.

Bürgermeister Kellner informierte zudem über den ICE-Ausbau. Da aus der Überführung am Bahnhof Ebing nun eine Unterführung mit Aufzügen geworden sei und da es Einigkeit mit den Besitzern von Grundstücken in Sachen Baustraßen gebe, werde demnächst eine Bürgerversammlung in Ebing einberufen. Die Kosten für die Unterführung tragen komplett Bahn und Landkreis, auf die Gemeinde Rattelsdorf kommen keine Investitionen zu, so Kellner.

4 Kommentare bisher. Haben Sie etwas dazu zu sagen?
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  1. Elke Schmittlutz 24. Juli 2015 at 12:24 - Antworten

    Aktueller Stand der Kosten :rund 280.000 Euro!!!

    Das muss man sich mal richtig auf der Zunge zergehen lassen.
    280.000 Euro! Ist dann da der öffentliche, von Frau Sitzmann-Simon favorisierte Lokus schon dabei?

    280.000 Euro für einen Platz in einem Ort in dem so viele Spielplatze verrotten und vergammeln. Für die kein Geld da ist.

    Für mich unglaublich dann solche Aussagen:

    Wir stehen mit einem starken Signal hinter dem Platz“, so Kellner.

    Und:
    Dennoch hielt der Gemeinderat mit 15 zu 4 Stimmen an seiner Entscheidung fest, den Platz zu bauen

    Wollen oder können sie nicht „unsere Entscheider“.
    Es wäre doch so einfach uns Bürger , für die ja dieser Platz sein soll, miteinzubinden.

    Herr Kellner, die Signale aus der Bevölkerung hören, nicht nur die eigenen.

    Gemeinderäte, von uns Bürgern gewählt entscheiden über einen Platz den die Mehrheit hier im Ort mit Sicherheit nicht will.

    Schade dass es nicht öffentlich gemacht wird wer wie und warum so abgestimmt hat.

    Tja, das ist Demokratie.

    Für den Bgm. und die Gemeinderäte.

    Nur nicht für uns Bürger.

  2. Elke Schmittlutz 24. Juli 2015 at 16:38 - Antworten

    Zum Klostergarten:
    Der war mal Eigentum der Gemeinde. Man hat (still und leise) das Kloster samt Garten verkauft und somit der Öffentlichkeit verschlossen.
    Jetzt soll er wieder , für viel Geld, saniert und uns allen zugänglich gemacht werden?

    Ein Schelm der böses dabei denkt……….

  3. Elke Schmittlutz 21. September 2015 at 11:58 - Antworten

    2 Monate danach….
    Man hört nix…
    Man liest nix….

    Was ist los?
    Ist Die sonst so fleißig schreibende Frau Neubecker krank? Im Urlaub?

    Wieder mal Fragen über Fragen….

  4. Elke Schmittlutz 29. Januar 2016 at 09:10 - Antworten

    Ach……
    jetzt auf einmal will der Bmg. die Bürger „mitnehmen“ mit einbinden….das steht zumindest im Mitteilungsblatt.

    Einbinden in ein Projekt dass die Mehrheit der Gemeinderäte befürwortet…..was hat da der Bürger noch für eine Chance?
    In meinen Augen eine Augenwischerei.

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