Rattelsdorf: Ärztehaus wird zum MVZ

Veröffentlicht am 2. Mai 2017 von Nadine Rener

Der Schwerpunkt der vergangenen Marktgemeinderatssitzung in Rattelsdorf lag auf der Ebinger Straße, in der sich in den nächsten Jahren wohl einiges tun wird. So ist dort unter anderem der Bau des Ärztehauses mit rund fünf bis sechs Arztpraxen und möglicherweise einer Apotheke geplant. Bürgermeister Bruno Kellner freute sich, denn „es ist eine runde Geschichte für den Markt Rattelsdorf“. Ebenfalls in Planung: Ein Bürgerhaus für Medlitz.

Bereits in der Marktgemeinderatssitzung vom 16. Februar 2017 wurde der Plan zum Ärztehaus gebilligt, allerdings war die Frage nach Ausgleichsflächen offen geblieben. Diese Fläche wurde nun aber südlich des alten Schrottplatzgeländes gefunden. Außerdem hatte der Vorhabenträger darum gebeten, das Ärztehaus als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) auszuweisen. Dadurch können in dem Zentrum neben Arztpraxen und Apotheken auch andere medizinische Dienstleistungen angeboten werden, wie zum Beispiel Physiotherapie. Des Weiteren werden am medizinischen Versorgungszentrum 62 neue Parkplätze entstehen, die die Parkplatzsituation beruhigen sollen, betonte Kellner.

Kein Mischgebiet, aber ein beschränktes Gewerbegebiet an der Ebinger Straße

Wenn ein medizinisches Versorgungszentrum von einer solchen Größe und in einer solchen Konzentration von Dienstleistungen entstehe, ergeben sich aber möglicherweise weitere Entwicklungen, so Bürgermeister Bruno Kellner, der damit zum Bebauungsplan „An der Ebinger Straße/Alter Bahnhof“ überleitete. Auf der anderen Seite des Versorgungszentrums soll nun ein eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Wie Ingenieur Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz ausführte, gelten in einem eingeschränkten Gewerbegebiet dieselben Emissionsschutzwerte wie in einem Mischgebiet. Das heißt nur leises Gewerbe wird zugelassen, wie beispielsweise Büros. Ursprünglich war dort ein Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnbebauung vorgesehen. Allerdings setzte sich langsam die Idee eines eingeschränkten Gewerbegebietes durch, da sich Wohnen und Gewerbe häufig nicht vertragen, so Bürgermeister Kellner.

Für die Gestalt dieses Gewerbegebiets stellte Schönfelder zwei Alternativen vor: bei der ersten Variante würden dort vier Baufelder entstehen, bei der zweiten Variante drei Bauplätze und ein Parkplatz für etwa 50 Parkplätze ausgewiesen werden. Der Parkplatz habe eine Doppelfunktion, so der Ingenieur, denn er biete nicht nur zusätzlichen Parkraum, sondern er würde mit Schotterrasen versehen und könne zu einer grünen Lunge werden.

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Viele neue Parkplätze in der Ebinger Straße

Marktgemeinderat Andreas Schmittwolf (CWU) befürwortete die zweite Alternative und verwies auf die katastrophale Parksituation bei Veranstaltungen in der Abtenberghalle, weswegen diese Parkplatzfläche dringend notwendig sei. Marktgemeinderätin Christine Jäger (SPD) plädierte dagegen für die erste Alternative. Denn die Gemeinde investiere viel in dieses Projekt, vier Bauplätze brächten Geld in die Gemeindekasse. Außerdem verwies sie darauf, dass am medizinischen Versorgungszentrum auf der anderen Seite ebenfalls viele Parkplätze entstünden. Die CSU-Fraktion brachte außerdem eine dritte Alternative ins Spiel: Der vierte Bauplatz solle unterteilt werden in einen kleineren Bauplatz und einen kleineren Parkplatz, was allerdings mit sieben zu zehn Stimmen abgelehnt wurde. Letztendlich entschied sich der Gemeinderat mit drei Gegenstimmen für die zweite Alternative.

Ein solches Gewerbegebiet verursacht aber auch mehr Verkehr, weswegen sich ebenfalls mit der Ebinger Straße beschäftigt wurde, die zukunftsgerichtet gestaltet werden soll, so der Bürgermeister. Auf der nördlichen Seite der Ebinger Straße gibt es bereits einen Rad- und Fußweg, auf der südlichen Seite könnte nun auch einer entstehen, damit das medizinische Versorgungszentrum optimal erreicht werden kann. Querungshilfen könnten die Situation für Fußgänger verbessern.

An dieser Stelle soll das neue medizinische Versorgungszentrum enstehen 

Förderung für das Bürgerhaus in Medlitz?

Viele Bürger aus Medlitz hatten sich zur Gemeinderatsitzung eingefunden, da es ebenfalls um das geplante Bürgerhaus in Medlitz ging, wozu bereits mehrere Bürgerveranstaltungen stattgefunden haben. Die Gemeinde versucht eine Förderung durch das Programm ELER zu erreichen, das die Entwicklung im ländlichen Raum vorantreiben soll und wofür bestimmte Kriterien erfüllt werden müssen. Projekte wie das Bürgerhaus Medlitz werden mit einem Satz von 60 Prozent gefördert.

Architekt Stefan Moncken und Günter Pechmann stellten die aktuellen Planungen zum Bürgerhaus vor, die ebenfalls mit dem Amt für Ländliche Entwicklung abgestimmt sind. So soll das Bürgerhaus und das Feuerwehrgebäude zusammengeführt und deswegen ein verbindender Übergang angebaut werden. Dies habe den Vorteil, erläuterte Moncken, dass so die Sanitäranlagen im Feuerwehrhaus genutzt und damit keine neuen gebaut werden müssen, außer ein Behinderten-WC, das im Erdgeschoss entstehen soll. Außerdem gebe es so einen einheitlichen Eingang und ein größeres Raumangebot. Im Erdgeschoss ist der Bürgersaal vorgesehen, im Obergeschoss mehrere Räume wie ein Jugendraum.

Die Heizungssysteme wurden überprüft und Moncken empfahl Fernwärme zu nutzen, außerdem ist eine zentrale Lüftungsanlage eingeplant. Daneben soll die Fassade saniert, das Erdgeschoss entkernt und im Obergeschoss baufällige Fachwerkwände ersetzt werden. Zum Thema Kosten wurden zwei Varianten vorstellt, eine einfachere und eine mit Zusatzmaßnahmen, die zum Beispiel Arbeiten am Dach einschließt. Die Entscheidung für die erste Alternative fiel, da Kellner darauf hinwies, dass eigentlich geplant war, es bei der alten Dacheindeckung zu belassen. Als Kostenrahmen für das Bürgerhaus werden nun bis zu 780.000 Euro angesetzt. Bis Ende September muss der fertige Bauplan für das Medlitzer Bürgerhaus beim Amt für Ländliche Entwicklung vorliegen und Ende Oktober endet die Frist für das ELER-Programm.

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