An der Decke hängen die Eimer

Veröffentlicht am 10. März 2015 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



Eine eigene Spielstätte oder gar ein eigenes Sportheim sind für einen Verein zwar tolle Einrichtungen, bringen aber auch immer wieder Probleme und Kosten mit sich. So muss sich die SpVgg Rattelsdorf nun mit der Sanierung des Turnhallendaches auseinandersetzen. Bei der Mitgliederversammlung standen in diesem Jahr auch die Neuwahlen auf der Agenda.

Anfang Juli 2015 feiert der Rattelsdorfer Sportverein sein 90-Jähriges Bestehen – und möchte sich selbst ein Geschenk machen und zum zweiten Mal die Goldene Raute mit Ähre vom Bayerischen Fußballverband erhalten, als erster Verein in Bayern. Gefeiert werden soll mit einem Festabend, Einlagespielen der Fußballer und Kegler und mit einem Auftritt der Band Fab5, so Vorsitzender Andreas Schmittwolf. Weitere Highlights im laufenden Jahr sind die Vereinsolympiade, die 2014 leider aufgrund des schlechten Wetters entfallen musste, und das Familiensommerfest. Schmittwolf informierte die Mitglieder außerdem darüber, dass der Verein einen Pächter für die Vereinsgaststätte suchen wird, Zieltermin ist hier der 1. August.

Dringend saniert werden muss das Dach der Turnhalle, mehrere Eimer unter der Decke verheißen nichts Gutes. Schmittwolf rechnet mit Kosten von etwa 35.000 Euro, die auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage muss natürlich vorübergehend demontiert werden. Außerdem soll das Damen-WC renoviert und zugleich vergrößert werden.

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Viele Mitglieder waren zur Neuwahl gekommen.

Fast 50 Prozent der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche

Die Mitgliederentwicklung bei der SpVgg Rattelsdorf ist weiterhin positiv. Aktuell hat der Verein 779 Mitglieder, 365 von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Letztere liegen Schmittwolf sehr am Herzen, er will ihnen auch weiterhin eine ordentliche Sportstätte bieten: „Der Verein sollte kein Geld horten, ebenso nicht in teure Gastspieler investieren, sondern in die Sportanlagen.“

Nach Schmittwolfs Vor- und Rückblick berichteten die jeweiligen Abteilungsleiter über Erfolge und Entwicklungen. Beim Fußball erreichten die erste und zweite Mannschaft in der vergangenen Saison einen Doppelaufstieg – nun könnte der Doppelabstieg anstehen. Dies gelte es, so Abteilungsleiter Frank Müller, unbedingt zu verhindern. Über hundert Kinder seien beim Fußball in elf Jugendmannschaften aktiv, teilweise zusammen mit Mürsbach, Kemmern, Ebing und Breitengüßbach. Für den Sportplatz suche der Verein dringend einen Platzwart.

Beim Tennis sieht es mit dem Nachwuchs deutlich schlechter aus. Abteilungsleiter Manfred Reindl kündigte an, weiterhin um junge Spieler zu werben, zum Beispiel durch eine engere Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schule. Positiv hingegen läuft es bei der Gymnastik und beim Tanzen. Die Seniorengarde wurde 2014 deutscher Vizemeister, tägliche Aktivitäten rund um Tanzsport, Eltern-Kind-Turnen und Zumba sorgen für eine gute Belegung der eigenen Halle. Anders beim Basketball, der Abstieg aus der Regionalliga gilt fast schon als sicher. Und das, wo doch die Abteilung im vergangenen Jahr ihr 30-Jähriges begehen konnte. Abteilungsleiter Wolfgang Mühlig verwies daher auf die U20-Mannschaft bei den Herren, die oberfränkischer Meister wurde und auf die Nachwuchsarbeit, die auch weiterhin stark forciert werde. Kegeln und Volleyball gibt es auch noch bei der SpVgg, bei den Keglern kommt mit Sandra Karl die Kreismeisterin U18 aus dem Verein, die Volleyball-Herren spielen in der Bezirksklasse.

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Der Vorstand rund um Andreas Schmittwolf (2. von rechts) bleibt unverändert.

Beim nächsten Mal soll es „neue Gesichter“ geben

Vor den Neuwahlen wünschte sich Vorsitzender Andreas Schmittwolf, immerhin seit 1989 im Amt, dass sich die Arbeit künftig verstärkt auf mehrere Schultern verteilt. „Auch die Beisitzer sollten sich beispielsweise um das Sportheim, um Veranstaltungen oder um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.“ Außerdem sei es notwendig, den Vorstand auf längere Sicht zur verjüngen.

Veränderungen gab es bei der Wahl aber nur eine. Erster Vorsitzender bleibt Andreas Schmittwolf, ihm zur Seite stehen Winfried König und Alexander Wirth. Kassier ist weiterhin Hans Post, Schriftführer Gerhard Strohmer. Als Beisitzer wurden Hans Deschner, Uwe Schober, Harald Müller, Nico Imhof, Stefan Weidner und, neu, Ruth Schmitt gewählt.

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