Knappe Niederlage der Independents: Hitchcock wäre stolz gewesen

Veröffentlicht am 19. März 2012 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



Natürlich geht es im Sport um Erfolg. Im Basketball dauert es stets 40 Minuten, bis dieser feststeht. Dass diese teilweise einen extrem hohen Unterhaltungswert liefern, durften die Zuschauer am Sonntagabend in der Abtenberghalle in Rattelsdorf erfahren. Sie bekamen einen regelrechten Krimi geliefert. Auch wenn das Happy End als Sahnehäubchen ausblieb – das Spiel gegen die Baskets aus Vilsbiburg hatte alles, was ein packendes Match ausmacht.

Es gibt Begegnungen, bei denen die Luft knistert. Rattelsdorf gegen Vilsbiburg versprach schon im Vorfeld einiges, da die beiden schnellsten Teams der Liga aufeinander trafen. Auch wenn die Gäste über einen starken Kader verfügen und momentan eine beeindruckende Serie abliefern: Die Independents waren angespornt, motiviert und hielten Schritt. So endete das erste Viertel schon mit 32:40 Punkten. Die Dreier auf beiden Seiten fanden ihr Ziel.

Mit Marc Gregory Campbell befindet sich der ehemalige Backup-Aufbauspieler des NCAA-Champions North Carolina in den Reihen der Vilsbiburger. Der Spieler mit der Nummer 10 traf bereits im ersten Viertel fünf Dreier und kam am Ende gar auf 43 Punkte, darunter 24 jenseits der Drei-Punkte-Linie und alle seine neun Freiwürfe. Damit machte er den Independents das Leben besonders schwer.

Trotzdem sah das Match einen offenen Schlagabtausch. Die Vilsbiburger Quote ließ im zweiten Spielabschnitt ein wenig nach und so stand es zur Halbzeit 60:53 für die Gastgeber. Vielleicht waren die Gäste auch kurzzeitig ein wenig demoralisiert, denn die Stimmung in der Abtenberghalle nahm Dank manch großartigem Solo richtig Fahrt auf. Eines davon war ein erfolgreicher Dunking mit Foul von Max Neundorfer, den man auch als Video abrufen kann (Direktlink zu Max Neundorfers Dunking bei Facebook).

Gäste kamen ins Spiel zurück

Nach der Halbzeit konnte die Führung zwar auch über das dritte Viertel gewahrt werden, aber die Gäste fanden doch wieder besser ins Spiel zurück. Mit der Schlusssirene wäre Independents-Aufbau Deon McDuffie beinahe ein weiterer spektakulärer Dreier gelungen, doch das entscheidende Quäntchen Glück fehlte. Mit 80:77 ging es in den letzten Spielabschnitt. Hier spielten die Gäste nun routinierter, obwohl beide Teams alle Kräfte mobilisierten. Mit wichtigen Dreiern von Matze Krauß, Lukas Vonhausen und Deon McDuffie blieben die Independents immer wieder im Spiel, auch Webster Moreland spielte stark auf. Doch der Vilsbiburger 10er versetzte den Rattelsdorfern mit drei schnellen Dreiern einen Todesstoß. So schien es zumindest.

Coach Wolfschmidt gestand bereits ein, dass er bei Stand von 99:110 gut zwei Minuten vor Schluss das Spiel schon verloren sah. Dann jedoch kam es aus dem Nichts zu einem unglaublichen Comeback. In nur 26 Sekunden, Spieluhr von 1.31 runter bis 1.05, gelang den Independents ein Lauf von 10:2 Punkten. Zwischenzeitlich stand es 112:114 und ein Basketball-Wunder schien greifbar nahe.

Freiwürfe trainieren ist angebracht

Mehr Spannung geht nicht. In der letzten Minute mussten die Gäste ihren Spieler Michael Mayr verletzt vom Spielfeld helfen. Seine Freiwürfe verwandelte Teamkollege Nikolaus Märkl von der Bank kommend beide und erzielte damit seine einzigen Punkte. Nach einem anschließend verlegten Dreier waren die Chancen auf die Sensation dahin. Bis zum 113:119 Endergebnis entschied sich das Spiel symptomatisch an der Freiwurflinie – ausgerechnet. Hier trafen die Independents nur 14 von 27, während die Gäste sich den Sieg mit 26 von 29 Freiwürfen einfach nicht nehmen ließen.

„Natürlich ist es schade, wenn die beste Leistung der Saison am Ende nicht mit einem Sieg honoriert wird“, so Coach Andy Sippach nach dem Fight, „aber man kann jeden einzelnen Spieler und dem Team als Ganzes nur Komplimente machen.“ Freiwürfe stehen jetzt aber wahrscheinlich trotzdem auf dem Trainingsplan…

Andy Sippach


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