Musikalisch-literarische Reise „Wer denkt die Welt?“ begeistert Publikum

Veröffentlicht am 12. März 2012 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



Was kommt nach dem Tod? Warum lässt Gott Krieg und Leid zu? Und welche Rolle kann ich dabei einnehmen? All diese elementaren Fragen nach dem Sinn des Lebens wurden bei einer Spätschicht in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Rattelsdorf gestellt. Das Besondere daran: Die Fragen wurden von einem Kind namens „Nele“ in den Raum geworfen.

Das Kind nötigt in dem Werk „Neles Buch der großen Fragen: Eine Entde­ckungsreise zu den Geheimnissen des Lebens“ sich und seiner Familie Antworten ab, die kindgemäß, aber keineswegs kindisch sind. Die Besucher der „Nachtschicht“ durften „Nele“ auf ihrem gedanklichen Spaziergang im Rahmen der musikalisch-literarischen Reise mit dem Titel „Wer denkt die Welt?“ begleiten.

Hauptverantwortlich für die Umset­zung der literarischen Vorlage ist Mat­thias Simon. Ute Walter und der Kronacher Pastoralreferent luden nach überaus erfolg­reichen Auftritten im Landkreis Kronach nun auch in der Rattelsdorfer Pfarrkirche zur Entdeckungsreise durch die Ge­heimnisse der Welt ein. Mit im Ge­päck hatte er dabei sein bewährtes Team, das aus einer musikalisch her vorragend besetzten Band und der Schülerin Lina Prell be­stand, die einfühlsam die Rolle der Nele einnahm und all die elementa­ren Fragen des Lebens stellte.


Was ist im Leben wirklich wichtig?

Aus den Fragen und Antworten ent­wickelte sich ein kurzweiliger Abend, der passend zur Passionszeit einen meditativen Charakter mit ei­nem wohltuenden inhaltlichen Tief­gang kombinierte. Dies schaffte das Kronacher Team vor allem dadurch, da es nicht plakativ Antworten auf diese Fragen des Lebens offenbarte, sondern stattdessen Anre­gungen zum Nachdenken lieferte, die von nüchternen wissenschaftlichen Fakten bis hin zur christlichen Glaubensbetrachtung reichten.

Nicht alle Fragen lassen sich auch beantworten

Zu jeder ihrer Überlegungen nahm sich Nele die Geschichten und Ge­dichte zur Hilfe, die sie in ihren Büchern gelesen hat und die ihr ihre El­tern gegeben haben. Daraus erwuch­sen Fragen, wie „Wer hat uns ge­macht?“ und „Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich mich in alltägli­chen und nicht-alltäglichen Situatio­nen anders verhalten hätte?“ Mat­thias Simon übernahm die Aufgabe des „Antwortgebers“, gab aber auch immer wieder durch offene Rückmel­dungen zu verstehen, dass es für manche Fragen eben keine allgemein­gültigen Antworten gibt.

Am Leitfaden der Kinderfragen wurde aber dennoch Stück für Stück eine Schöpfungstheologie mit Anschauung und Erfahrung gefüllt, und es wuchs nach und nach ein biblisch begründetes und zugleich entwicklungsoffenes Gottesbild heran. So wurde beispielsweise das vom Men­schen durch Krieg und Mord verur­sachte Leid in die Verantwortung der Menschen gelegt, indem der Erzähler zur Antwort gab: „Wir kommen aus Gottes Händen, aber er hat uns nicht in der Hand.“ Und dennoch erwuchs an diesem Abend gerade in der christ­lichen Zuversicht, dass Gott immer bei den Menschen ist, eine lebensbe­jahende Hoffnung auf ein sinnvolles Leben. Bezeichnenderweise ist es aber nicht der Erzähler, sondern Nele, die letztlich zu diesem Trost spenden­den Fazit des Abends kommt.


Musikalisch und gesanglich untermalt wurden die Fragen von einer Band.

Den passenden „Soundtrack“ zu diesen Inhalten lieferte die Band, die zwischen dem Frage-Antwort-Spiel der beiden Erzähler inhaltlich exakt abgestimmtes Liedgut präsentierte. Die Darbietungen von Ute Walter (Bass und Gesang), Wolfgang Wich (Gitarre und Gesang), Silke Welsch (Gesang) und Katharina Böhnlein (Gesang) waren nicht nur inhalt­lich, sondern auch qualitativ ein ech­ter Hörgenuss. Mit großem Einfühlungsvermögen und ebenso großem Können wanderten auch sie auf einer musikalischen Entdeckungsreise, die Country-Einflüsse, meditative Kir­chenlieder und eingängige Pop-Balla­den zusammenfügte. Ihnen war es auch vorbehalten, mit. dem Lied „Alles was geschieht, lege ich in Gottes Hand“ eine eindeutige Antwort auf die vielen Fragen des Abends zu geben.

Pfarrer Reinhold Braun bedankte sich besonders bei der Rattelsdorferin Ute Walter und beim Pastoralreferenten Matthias Simon für die eindrucksvolle Darbietung und wünschte, dass das gelegte Samenkorn aufgehe und vielen Menschen Halt und Zuversicht gebe. Den lang anhaltenden Applaus erwiderte die Band mit der ab­schließenden und erneut passenden Darbietung des Leonard Cohen-Klas­sikers „Hallelujah“.


Im Bild: Ute Walter, Wolfgang Wich, Katharina Böhnlein, Silke Welsch, Lina Prell,
Pastoralreferent Matthias Simon und Ortspfarrer Reinhold Braun.

Manfred Jungkunz


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