Atemschutz: Feuerwehren übten Einsatz am Kindergarten

Veröffentlicht am 16. September 2013 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



MIT VIDEO UND GROSSER BILDERGALERIE!

Verdutzt, ja etwas schockiert bleibt ein Spaziergänger mit Hund vor dem Rattelsdorfer Kindergarten stehen. Rauch dringt aus gekippten Fenstern, zu sehen ist niemand – bis auf Kreisbrandmeister Andreas Schnapp. Er hat genau geplant, was um 19.33 Uhr passieren wird: Denn da geht ein Alarm bei den Feuerwehren in Rattelsdorf, Ebing und Höfen ein. Glücklicherweise handelt es sich nicht um einen echten Brand, sondern um eine Übung. Dabei steht der Atemschutz im Mittelpunkt.

„Rauchentwicklung in Rattelsdorf, Jahnstraße 16, Personen in Gefahr!“ Exakt um 19.33 Uhr werden die Feuerwehren aus Rattelsdorf, Ebing und Höfen zum Einsatz gerufen. „Keiner weiß, was in diesem Moment auf ihn zukommt“, erklärt Andreas Schnapp, mit dem ich mich eine halbe Stunde zuvor getroffen habe. Eine Woche lang hat er sich jeden Abend Zeit genommen und eine Großübung vorbereitet. Genutzt wird dafür der momentan leer stehende Kindergarten, der in Kürze durch einen Neubau ersetzt werden soll. Im Gebäude platziert Schnapp zwei „echte“ Personen und einen Dummy. Die wichtigste Aufgabe der Feuerwehrleute wird sein, diese zu finden und zu retten. Um möglichst nah an der Realität zu sein, werden die Personen auch geschminkt, sie zeigen Verletzungen am ganzen Körper.

Einmalige Gelegenheit: Übung im leer stehenden Gebäude

Klar ist: Bei der Übung werden Atemschutzgeräte nötig sein. Eine Nebelmaschine hat das gesamte Gebäude verraucht. Die Innentüren sind verschlossen – typisch für ein Gebäude, in dem beispielsweise tagsüber gearbeitet wird und das nachts so gut wie verlassen wirkt. „Es gilt, die Räume abzulaufen, abzutasten und bereits kontrollierte Räume zu markieren. Wichtig ist mir dabei die Zusammenarbeit zwischen den drei Feuerwehren. Sie müssen sich in Gruppen einteilen und sollten das Gebäude von beiden Seiten anfahren“, beschreibt Schnapp seine Erwartungen von der Übung. Denn der Kindergarten ist nicht nur über die Jahnstraße, sondern rückwärtig auch über die Ferdinand-Tietz-Straße zu erreichen.

Übung Feuerwehr Rattelsdorf, Kindergarten, 2013
Ein Verletzter wird gerettet und aus der Gefahrenzone gebracht.

Übung Feuerwehr Rattelsdorf, Kindergarten, 2013
Kontrolle am Brett: Wie lange sind die Feuerwehrleute schon mit Atemschutz im Gebäude?

Als die Meldung schließlich rausgeht, dauert es nur wenige Minuten, bis die nur wenige hundert Meter vom Kindergarten entfernte Rattelsdorfer Feuerwehr eintrifft. Auch Ebing und Höfen sind schnellstmöglich zur Stelle. Die Feuerwehrleute bauen auf, rüsten sich aus und betreten den Kindergarten. Zusammen mit Kreisbrandmeister Andreas Schnapp erhalte auch ich die Gelegenheit, ins verrauchte Gebäude zu gelangen. Und schon wenige Schritte hinter der Tür ist Schluss mit lustig: Eine Nebelwand raubt jegliche Orientierung, nur durch den direkt vor mir laufenden Kreisbrandmeister komme ich voran. Einen Trick verrät er mir gleich auch: „Ich taste mich mit den Füßen entlang der von den Feuerwehrleuten verlegten Schläuche.“

Bald haben die Männer und Frauen die erste Person gefunden und ziehen sie aus dem immer noch stark verrauchten Gebäude. Zwar wurden Fenster und Türen größtenteils geöffnet, der Rauch zieht aber nur langsam ab. Auch Person Nummer 2 und der Dummy werden gefunden. Als klar ist, dass keine weiteren Personen mehr im Gebäude sind, sorgt ein Hochleistungslüfter dafür, dass der Rauch abziehen kann. Und noch einmal gehe ich mir Kreisbrandmeister Schnapp und dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister Bruno Kellner den Kindergarten ab. Die Feuerwehrleute haben ganze Arbeit geleistet, Türen aufgebrochen, die Brandopfer gerettet. Andreas Schnapp ist zufrieden, auch wenn er einige Kritikpunkte notiert. Aber dafür ist die Übung schließlich da – und er kündigt an, künftig öfters solche Übungen abhalten zu wollen, um die Schlagkraft der Feuerwehren vor Ort noch weiter zu verbessern.

Johannes Michel

 

Unser Video zeigt, wie die Feuerwehren am Kindergarten eintreffen, Verletzte retten und sich im Gebäude vorarbeiten (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf das Einstellungsrädchen und wählen dann bei Qualität 720p HD aus…).

 

Viele Fotos von der Übung, auch mit den Bildern aus dem verrauchten Gebäude, finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen).


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  1. Rainer Paar 16. September 2013 at 12:11 - Antworten

    Ein wirklich guter Bericht, sowohl der Video, als auch der Textbericht. Leider ist hier die einzige Tageszeitung vor Ort weit hinterher…

  2. Jörg Fahner 16. September 2013 at 14:00 - Antworten

    Danke für den guten Bericht der die Arbeit der Feuerwehren zeigt! Eine kleine Anmerkung am Rande: Verletzte werden gerettet, nicht geborgen… Geborgen wird nur, wer nicht mehr zu retten ist…

    Nichts destotrotz wäre es klasse, wenn ihr mehr von der Arbeit der Feuerwehren zeigt, denn schließlich machen das die Jungs und Mädels in ihrer Freizeit…

  3. Johannes Michel 16. September 2013 at 14:20 - Antworten

    Danke für die beiden netten Beiträge und fürs Lob. An der kleinen Anmerkung ist natürlich was dran – ich habe das korrigiert.

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