Jetzt zu haben: Das 36-Kreisla-Vollbier

Veröffentlicht am 2. Oktober 2017 von Johannes Michel

Wer kann schon von sich behaupten, ein Bier ausschließlich mit Zutaten zu brauen, die aus einem Umkreis von wenigen Kilometern kommen? Die drei Wagner-Brauereien aus Kemmern, Merkendorf und Oberhaid schon. Seit Anfang Oktober ist ihr neues Landkreisbier, das 36 Kreisla, zu haben. Erstes Fazit auf Fränkisch: Passt!

Die Scheune im Bauernmuseum Frensdorf war voll, als am 30. September das mittlerweile vierte Landkreisbier „36 Kreisla“ angestochen wurde. Die Ehre hatte diesmal Vize-Regierungspräsident Thomas Engel. Und der Hauptdarsteller, ein Vollbier, hat gleich mehrere Besonderheiten: Es wurde ausschließlich aus Zutaten aus der Region gebraut – die Gerste kommt aus Oberhaid, der Hopfen wuchs in Kemmern, und das Wasser ist Quellwasser aus der Wagner-eigenen Quelle in Kemmern. Und: Mehrere Braumeister zeichnen sich für das Vollbier verantwortlich: Hubert und Tobias Wagner aus Kemmern, Günter und Rainer Wagner aus Merkendorf sowie Klaus Wagner-Bendner aus Oberhaid. Denn das Bier ist eine Koproduktion der drei Wagner-Brauereien.

Landrat Johann Kalb, der für die Idee des 36 Kreisla verantwortlich ist, freute sich, beim Anstich im Bauernmuseum gleich zwei Bierköniginnen begrüßen zu können: Die Bayerische Bierkönigin Lena Hochstraßer aus Starnberg und ihr oberfränkisches Pendant, Christina Pollnick aus Münchberg. Dass es im Landkreis Bamberg ganze 65 Brauereien gibt, versetzte die Bayerische Bierkönigin ordentlich ins Staunen: „Im Landkreis Starnberg kommen auf unsere 14 Gemeinden gerade einmal zwei Brauereien.“ Die Zusammenarbeit der drei Wagner-Brauereien begeisterte sie, das zeige, dass Konkurrenzdenken bei den Brauern in Bayern nicht das Entscheidende sei. Kalb erläuterte auch, warum für ihn das Landkreisbier wichtig ist: „Wir machen das nicht aus einem Selbstzweck heraus, es geht um Wirtschafts- und Kulturförderung.“ Und dass sich der Einsatz der Politik für das Bier bewähre, zeige sich schon alleine daran, dass das Brauereisterben sich nicht mehr fortsetze.


Hubert Wagner aus Kemmern kurz vor dem Fassanstich …

Wagners Beitrag zu 1000 Jahre Kemmern

Für die Brauerei Wagner aus Kemmern kommt das Landkreisbier zur passenden Zeit: Denn die Gemeinde feiert in diesem Jahr ihr 1000-Jähriges, aus diesem Anlass hat die Brauerei auch ein eigenen Festbier (Camerin-Festbier) gebraut. Und die Vollbiere haben eine lange Geschichte in Franken: „Vollbiere waren früher in Franken weit verbreitet und gelten als Vorläufer des Pils“, erklärte Braumeister Hubert Wagner schon 2013, als er wieder ein Vollbier in sein Sortiment aufnahm.

Das helle 36-Kreisla-Vollbier hat eine Stammwürze von 13,5 Prozent und 5,5 Prozent Alkohol. Für den ersten Sud mit 36 Hektolitern wurden 800 Kilogramm Braugerste und sechs Kilogramm Hopfen benötigt. Sobald die erste Charge verkauft ist, kann bis Ende September 2017 nachgebraut werden. Und das könnte schnell gehen – die Stimmen zum neuen Bier waren durch die Bank positiv.


Vizeregierungspräsident Thomas Engel brauchte nur wenige Schläge.

Umrahmt wurde der Bieranstich von Musikern aus Tschechien sowie von der Kreismusikschule Bamberg – kurz zuvor fand ein Konzert im Bauernmuseum statt. Und Kreisarchivpflegerin Barbara Spies erzählte einiges über die Geschichte der Bierkeller – also nicht den „Biergarten“, sondern die Lagerung. In Kemmern beispielsweise lagen die Felsenkeller auf der anderen Mainseite – und das Bier musste nach dem Brauen dort kühl eingelagert werden. Nachdem früher die Brücke über den Main im Herbst und Winter abgebaut worden war, hatten die Brauer oft ein Problem. Die für die Harmonie im Ort wichtige Funktion des Bieres betonte Spies mit einem Beispiel aus Oberhaid: Dort ist in den Protokollen aus dem Gemeinderat, die sich im Archiv finden, im 19. Jahrhundert die Diskussion über eine Bierpreiserhöhung dokumentiert, die keine Zustimmung fand. Dafür fehlt ein Eintrag über den plötzlichen Tod des Bürgermeisters. Wir Franken sind eben schon besonders …

Ab sofort zu haben …

Wer sich für das 36-Kreisla-Vollbier interessiert: Es ist ausschließlich bei den Wagner-Brauereien in Kemmern, Merkendorf und Oberhaid zu bekommen. Im Ausschank ist es auch im Museumsgasthof in Frendsdorf.

 

Viele Fotos vom Anstich des Landkreisbieres 2017 finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen).

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.