Basteln in der Adventszeit II – Lebkuchenhaus

Veröffentlicht am 12. Dezember 2013 von Lena Thiem

„Basteln in der Adventszeit.“ Wir haben uns umgehört, was in der Vorweihnachtszeit in unseren Nachrichten-am-Ort-Gemeinden so alles gebastelt wird und für Sie Anregungen gesammelt, selbst mit den Kindern, Freundinnen, der Familie zu basteln und zu backen. In allen Altersstufen verbindet es und steigert die eigene Vorfreude auf Weihnachten. Im Seniorenheim in Hallstadt wurde bereits im November mit der Weihnachtsbäckerei angefangen, so entstand mit den Bewohnern ein dekoratives Lebkuchenhaus.

Märchenfilmmusik trällert aus dem CD-Spieler, am Tisch im Aufenthaltsraum im Seniorenheim Hallstadt sitzen ein Mann und sechs Frauen und belegen Honigkuchenteig-Platten mit Mandeln. Viel gesprochen wird nicht, das Belegen erfordert Konzentration, nur Brigitte Scholz, die Ergotherapeutin, die heute mit der Gruppe Freiwilliger ein Lebkuchenhaus backen möchte, redet und erklärt die nächsten Schritte, während Mandel für Mandel akribisch auf dem Honigteig platziert wird. Das Haus soll später ja auch schön aussehen.

2013 Basteln Weihnachtszeit Seniorenheim HallstadtKonzentriert und gründlich dekorieren die Damen die Teigplatten mit Mandeln.

Die Bewohner werden gezielt und nach ihren Kräften bei der Dekoration ihrer Wohnraumes eingebunden. Sie können mitbestimmen, was wo hinkommt und auch Wünsche äußern, was gebacken wird. Das ganze Jahr über wird im Seniorenheim mit den Bewohnern gebastelt und gebacken, in der Vorweihnachtszeit kommen natürlich Plätzchen, Vanille-Kipferl oder Lebkuchen auf das Blech. Und auch Frau K. bestätigt, es gibt gute und schlechte Tage. An den schlechteren sitzt man vielleicht nur dabei und schaut zu.

2013 Basteln in Adventszeit LebkuchenhausBrigitte Scholz Rezept für ein gelungenes Lebkuchenhaus: Honigkuchenteig

Backen für alle Sinne

Früher haben die Frauen, die heute am Tisch sitzen, selbst viel und gerne gekocht und gebacken. Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten sollen auch im Alter erhalten bleiben. Das geht nur, wenn geübt und wiederholt wird. Brigitte Scholz legt viel Wert darauf, dass jeder eingebunden wird und bei den einzelnen Aktionen auch alle Sinne aktiviert werden: Sehen, Fühlen, Riechen und sogar Hören. So wird gemeinsam gesungen, während der Teig geknetet wird. Die alten einfachen Liedtexte und die vertraute Tätigkeiten aus dem früheren Alltag lassen Erinnerungen aufkommen. Die Mandeln auf den Teig zu legen, schult die Augen-Hand-Koordination, das sieht leicht aus, ist aber für manchen bereits anstrengend, „dann reichen wir das Blech weiter, der Nächste wartet schon darauf, dass er auch etwas beitragen kann“.

Die Bleche mit den fertigen Einzelteilen werden in der Küche im großen Ofen gebacken. Aber ganz wichtig ist der Ergotherapeutin, dass ihre Schützlinge das Backen miterleben können. So schiebt sie auch ein kleines Blech mit Stangen aus Lebkuchenteig im Aufenthaltsraum in den Ofen. Und schon kurz darauf erfüllt würziger Honigkuchenduft den Raum und die Vorfreude der Bewohner erwacht. „Am schönsten ist es, wenn es duftet“, schwärmt Frau C. auf die Frage, wie ihr das gemeinsame Backen denn gefällt. Geduld ist gefragt, nicht nur von Frau Scholz, auch von den Senioren. Warten, bis man selbst mitwerkeln darf, warten auf den nächsten Schritt, bei dem man sich beteiligen kann, warten während der Teig im Ofen ist.

2013 Basteln Weihnachtszeit Seniorenheim HallstadtDie letzten Schritte erfordern noch einmal viel Fingerspitzengefühl und helfende Hände.

Natürlich darf auch jeder etwas von den fertigen Lebkuchenstangen schnabulieren. Das wird ein stabiles Haus, denn die Stangen sind knusprig, für die Senioren fast zu hart, aber geschmacklich kommen erste Weihnachtsgefühle auf. Als die Lebkuchenplatten durchgebacken und etwas abgekühlt sind, wird noch der „Kleber“ aus Eiklar, Zitronensaft und Puderzucker zusammen gerührt und mit einer Spritztülle aufgetragen. Viele Hände sind nötig, bis das Haus steht. Windschief sieht es aus, doch alle finden es sehr gelungen, sind stolz und zufrieden mit dem Werk und mit Bauherrin Brigitte Scholz.

Zum Bedauern der Bewohner müssen sie nun wieder warten, bis das Lebkuchhaus so weich ist, dass sie es in ca. drei vier Wochen verknuspern können. Doch Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Und die Wartezeit wird den Bewohnern durch zahlreiche Besuchen von Vereinen, Chören und Konzerten in der Vorweihnachtszeit und noch viele Angebote verkürzt: es werden Sterne gebastelt, Flure dekoriert, Orangen mit Nelken gespikt. Immer kann sich aktiv beteiligen, wer möchte.

Tipp: Lesen Sie auch den ersten Teil unserer Bastelserie…

 

Weitere Fotos vom Lebkuchenhaus-Basteln finden Sie in unserer Bildergalerie… (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen)

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