Schätze in unseren Wäldern III: Auf der Suche nach der Stiefenburg

Veröffentlicht am 2. Oktober 2012 von Lena Thiem
Logopädie Scheßlitz



MIT GROSSER BILDERGALERIE!

Die Sonne zieht noch mal alle Register und wärmt den samstäglichen Herbstnachmittag, der vergebens versucht, mit Wind dagegen zu halten. Die Unternehmungslust schlägt zu: noch mal raus, solange der Herbst noch so golden glänzt, die klare Luft genießen, dem Körper etwas Bewegung gönnen, mal abschalten. Da trifft es sich gut, wenn  sich wohnortnah Erholungsgebiete in kürzester Zeit erreichen lassen. Keine große Planung, kein Eintritt – Natur pur, umsonst und draußen. Neben der Helenenkapelle auf dem Semberg und dem Muna-Gelände lockt der Stiefenberg (Gemarktung Baunach) mit Nordic Walking- und Wanderwegen.

Für unsere Serie „Schätze in unseren Wäldern“ war das Wochenende perfekt, um uns auf der Suche nach den Resten Stiefenburg durch den Wald zu schlagen.

Der Kutscherweg führt von Baunach aus direkt in den tiefgrünen Mischwald, der schon erste herbstliche Färbung zeigt. Von weitem zu erkennen, die Kuppe auf der die Stufenburg wohl zwischen 1196 und 1244 erbaut worden war. Gut beschildert sind die Wege des Stiefenbergs, hier kreuzen und überschneiden sich verschiedene Routen, wie Nordic Walking-Strecken und Wanderwege durch den Naturpark Haßberge.

Traumhaft, so einen Wald direkt zum Wandern und Erholen vor der Haustüre zu haben.  

Der Burgen- und Schlösserweg ist durch den grünen Turm gekennzeichnet.

Der grüne Turm führt den Wanderer zuerst auf gepflastertem Weg, bevor er nach dem Wasserhäuschen auf abenteuerliche und unbefestigten Wegen querfeldein tiefer in den Wald führt. Neben dem Waldpfad gibt es einiges zu entdecken: Spechte klopfen, erste Pilze ducken sich ins Moos, Himbeeren und Hagebutten leuchten noch rot, während die Eiche den Spaziergänger bereits mit ihren Früchten überhäuft,  ab und an ein Hochstand. Doch darf der Blick nicht zu lange abschweifen, sonst steckt der Fuß im Matsch oder strauchelt über Äste oder der nächste Wegweiser wird übersehen. Und auch die Steigungen verlangen gutes Schuhwerk und ein bisschen Kondition, erklären aber wieso die Nordic-Walking-Strecke P3, die hier vorbeiführt, „Cross and Hills“ (Querfeldein und Berge) heißt.

Je tiefer der Pfad in den Wald und bergan führt, desto größer wird die Anspannung:
Finden wir wirklich Reste der Burg?

Früher war die Ruine weithin zu sehen

Die Geschichte der Stiefenburg ist bewegt, Besitzer wechselten durch Pfändung, Erbschaft, Fehden. Den Bauernkrieg überstand das Gemäuer mehr recht als schlecht, bis die schließlich durch Margraf Albrecht von Brandenburg zerstörte Burg – beziehungsweise, was von ihr übrig war – 1590 an das Fürstbistum Bamberg fiel. Noch 1770 war die Ruine weithin über die baumlose Anhöhe zu sehen.

Wer heute erwartet, eine solche Burgruine vorzufinden, wird leider enttäuscht.

Eine Schautafel zeigt Standort und Fundstellen von Mauerresten.

Auf der Bergkuppe angekommen, soll eine Schautafel helfen, den Standort zu bestimmen. Hier stehen auch Informationen zur Geschichte, den historischen Funden und zu den verschiedenen Wanderwegen. Um die überwachsenen Mauerreste der Stiefenburg zu finden, sind wir ohne Erfolg nach rechts vom Weg abgegangen. Erst auf dem Rückweg wurden wir auf die auf der Schautafel als Schlosswiese bezeichneten Anhöhe fündig.

Ein kleiner Trampelpfad rechts am Hang führt dann doch zum Ziel.

Überwachsene Gemäuerreste ähnlich den Stufen einer Treppe

Wo früher eine Burg thronte, hat heute die Natur wieder die Oberhand.

Gemütlich gestaltet sich der Abstieg durch den ruhigen Wald. Leider lässt die Aufmerksamkeit nach – raufwärts ging es immer geradeaus, also warum auf Wegweiser achten? – Einmal nicht aufgepasst und unmerklich abgebogen, schon stehen wir auf einem Weg, an den wir uns nicht mehr erinnern. Zum Glück kommen uns Reiter der Pferdefreunde Baunach entgegen, die uns den Weg zurück nach Baunach weisen, ab dem Wasserhäuschen wissen wir auch selbst wieder, wo wir hin müssen.

In der Abenddämmerung ein Blick zurück auf den Wald, in dem es noch mehr zu entdecken gibt. 

Lena Thiem

Für die Vielzahl an zur Verfügung gestellten Informationen und Materialien zur Geschichte und Lage der Burg Stuffenburg bedanke ich mich sehr herzlich bei Franz Götz und dem Arbeitskreis Heimatmuseum Baunach.
In den zur Verfügung stehenden Quellen werden die Bezeichnungen Stuffenburg, Stufenburg, Stiefenburg wie auch Stuffenberg und Stiefenberg verwendet, was der jeweiligen Zeit der Quellen entspricht. Auch die aktuellen Wegweiser weisen einmal zur Stufenburg, einmal zur Stiefenburg.

 

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  1. ka. 16. Oktober 2012 at 12:01 - Antworten

    Hallo,

    ja, da bin ich öfters.
    Ein Tipp: besonders aufregend ist der Weg ab der Stufenburgkuppe runter nach Krappenhof – also die andere Richtung, als die, von der im Wanderbericht die Rede ist. Der Abstieg ist richtig steil!
    Wenn Schnee liegt nicht „ohne“.

    Von da könnte man nach Rudendorf oder vorher abzweigen in Richtung Leppelsdorf – Lauter.
    Die Wandermöglichkeiten sind recht gut beschildert.

    frohes Wandern.

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