Ein evangelischer Theologe erfand 1839 den Adventskranz

Veröffentlicht am 20. Dezember 2012 von Johannes Michel

Seit etwa 15 Jahren wird in Zapfendorf von der Gemeinde vor dem Rathaus ein Adventskranz aufgestellt. „Der Adventskranz ist das Symbol für die Adventszeit – und nicht der Weihnachtsbaum. Dieser hält erst kurz vor dem Heiligen Abend Einzug“, so Bürgermeister Josef Martin. Vor vier Jahren war der Adventskranz sogar einmal Thema im Zapfendorfer Marktgemeinderat.

Nur noch wenige Tage lässt er sich bewundern – und bald brennt (in diesem Jahr sehr kurz) die vierte Kerze. Mittlerweile ist der Adventskranz zwischen Rathaus und Pfarrkirche St. Peter und Paul in Zapfendorf schon eine kleine Institution. Während die meisten Gemeinden auf große Weihnachtsbäume setzen, steht hier Tradition.

„Erfunden“ wurde der Adventskranz vor über bald 175 Jahren von einem evangelischen Theologen in Norddeutschland. Dieser baute, nachdem er von Kindern immer wieder die Frage gestellt bekam, wie lang es noch bis Weihnachten dauere, einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. An jedem Tag wurde eine Kerze mehr angezündet, jeden Sonntag eine rote. Erst viele Jahre später hielt er auch Einzug in katholische Gegenden. Aus dem Kranz mit 24 Kerzen entwickelte sich ein Adventskranz mit vier Kerzen, der aus Tannengrün gefertigt wurde. 1925 wurde dann auch erstmals ein Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgehängt. Heute ist er ein weit verbreitetes Symbol für die Vorweihnachtszeit – ob in Irland, Norwegen oder bei uns in Deutschland. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung der Geburt Jesu Christi, der im christlichen Glauben als „Licht der Welt“ bezeichnet wird. Und so leuchtet auch in Zapfendorf an jedem Sonntag vor Weihnachten eine Kerze mehr.

 Adventskranz Zapfendorf 2012
Zwischen Kirche und Rathaus steht der Adventskranz, fotografiert am 13. Dezember 2012.

Adventskranz Zapfendorf 2012
Ein Stern in der Nacht…

11 zu 7: Adventskranz bleibt…

Der Zapfendorfer Adventskranz wird jährlich von den Mitarbeitern des Bauhofes geflochten. Erst kurz vor Weihnachten erfolgt dann die Aufstellung des Weihnachtsbaumes, der bis Mitte Januar stehen bleibt. Im Jahr 2008 stand der Adventskranz sogar einmal auf der Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung. Die CSU-Fraktion hatte beantragt, statt des Adventskranzes gleich einen Weihnachtsbaum aufzustellen, da dieser eine weihnachtlichere Atmosphäre verbreitete. Um den Adventskranz nicht ganz verschwinden zu lassen kam der Vorschlag, als neuen Standort die Schule zu wählen. Bürgermeister Josef Martin versuchte damals, dem Gremium den Sinn der Adventszeit nahe zu bringen, verweigerte sich der Aufgabe von Symbolen und warnte vor einer Verkitschung der Weihnachtszeit. Mit elf zu sieben Stimmen lehnte der Gemeinderat dann auch den „Weihnachtsbaum vor Weihnachten“ ab.

Der Zapfendorfer Adventskranz ist übrigens nicht der einzige Zeuge der adventlichen Tradition in unserer Region. Ein positives Beispiel zeigt auch Memmelsdorf: Dort befindet sich der mit Sicherheit größte Adventskranz des Landkreises (mehr Informationen auf der Internetseite der Gemeinde Memmelsdorf).

Johannes Michel


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