Äbtissinnenweihe in Kirchschletten: Aus Schwester wird Mutter Mechthild

Veröffentlicht am 11. November 2011 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



MIT VIDEO UND GROSSER BILDERGALERIE!

„1978 wurde ich Bürgermeister der Gemeinde Zapfendorf, und genauso lange ist Schwester Mechthild schon im Kloster Kirchschletten. Auch nach dieser langen Zeit kann ich Ihnen versichern: Die Rathaustüren stehen für Ihr Kloster jederzeit offen“, sagte Bürgermeister Martin nach der Weihe von Mechthild Thürmer und übergab ihr im Namen der Gemeinde eine Spende. Auch das evangelische Pfarrersehepaar Silvia und Gerhard Henzler aus Zapfendorf gratulierte herzlich.

17 Jahre war Mechthild Thürmer alt, als sie zum ersten Mal nach Kirchschletten kam, um mit Gleichaltrigen ein Wochenende zu verbringen, weg vom Alltag zu sein. Zusammen mit Freundinnen und dem damaligen Kaplan half sie mit, die Fenster neu zu streichen, auch Meditationen standen auf dem Programm. Sehr schnell war sie beeindruckt von der Gemeinschaft der Schwestern, von der Freude an der Arbeit. Von diesem Zeitpunkt an besuchte sie immer häufiger das Kloster. „Ich spürte ganz tief, dass Gott mich hier haben wollte.“ Nach dem Ende ihrer Ausbildung als Krankenschwester trat sie dann endgültig in die Klostergemeinschaft ein. Viele kennen sie als Religionslehrerin in Zapfendorf, andere von Begegnungen im Kloster oder auch bei Jugendwallfahrten.

Viele Besucher – Klosterkirche hätte nicht ausgereicht

Vor drei Wochen wurde Schwester Mechthild von der Abteigemeinschaft zur neuen Äbtissin gewählt, am vergangenen Freitag, 11. November, stand nun die offizielle Weihe durch Erzbischof Dr. Ludwig Schick an. Da in der Klosterkirche nur geladene Gäste Platz fanden, wurde der Gottesdienst unter anderem in die Pfarrkirche und den Pfarrsaal übertragen. Alleine in der Pfarrkirche hatten sich noch einmal etwa 70 Menschen versammelt, um dem Pontifikalamt beizuwohnen.


Erzbischof Dr. Ludwig Schick gibt Mutter Mechthild den Segen.

Erzbischof Schick freute sich, dass die Weihe gerade am Festtag des Heiligen Martin stattfand. „Er war ein großer Liebhaber der Gottessuche und gab sein letztes Hemd für andere“, sagte er zur Begrüßung. Gerade das zeichne das Christsein aus. In seiner Predigt verglich Schick die Kirche mit einem blühenden Garten voller Leben, der einem ständigen Wandel unterstehe. „Der Garten ist nur dann schön und fruchtbar, wenn er viele Beete hat. Das Kloster in Kirchschletten ist ein solches Beet, ein Teil der Kirche.“ Schick gab Mutter Mechthild drei Ratschläge mit auf den Weg: Niemals an Gottes Barmherzigkeit zu verzweifeln, zu entfalten, was Gott ihr in die Wiege gelegt habe sowie Rat einzuholen und zugleich Ratgeber zu sein.


Bürgermeister Josef Martin gratulierte mit einigen persönlichen Worten.

Anschließend segnete Erzbischof Schick Mechthild Thürmer und überreichte ihr die Regel des Heiligen Benedikt, den Ring und den Hirtenstab. „Ich übergebe Ihnen diesen Stab als Zeichen Ihres Amtes. Tragen Sie Sorge für die Schwestern, die Ihnen anvertraut sind und für die Sie einst Rechenschaft ablegen müssen.“

„Wir haben schon über 50 ökumenische Gottesdienste zusammen vorbereitet“

Zum Abschluss des Gottesdienstes gratulierte neben Bürgermeister Josef Martin auch das Pfarrerehepaar Silvia und Gerhard Henzler aus Zapfendorf. „Ich hätte mir nie träumen lassen, einmal bei einer Äbtissinnenweihe eingeladen zu sein“, sagte Gerhard Henzler. „Schon über 50 ökumenische Gottesdiente haben wir zusammen mit Schwester Mechthild vorbereitet.“ Sie schenkten ihr ein Buch über Mütter – sie sei jetzt die Mutter für ihre Schwestern.


Mutter Mechthild während des Gelübdes.

Wenn Mutter Mechthild heute zurückblickt, war ihre Wahl, vor 33 Jahren in den Benediktinerorden einzutreten, genau die richtige Entscheidung. „Wenn ich mich noch einmal für meinen Lebensweg entscheiden könnte, würde ich sofort wieder die gleiche Entscheidung treffen. Für mich kann ich mir keinen Platz auf dieser Welt vorstellen, an dem ich mehr Erfüllung finden könnte, denn die Hingabe an Gott im Dienst an den Menschen, die ich liebe, ist mir persönlich zum Lebenssinn geworden.“

Johannes Michel

 

Viele Infos zur Äbtissinnenweihe enthält auch das „Nachrichten am Ort“-Video, das Sie sich gerne anschauen können (Tipp: Wollen Sie das Video in HD-Qualität sehen? Dann klicken Sie im unteren Bereich des Videos einfach auf 360p und wählen dann 720p HD aus…).

 

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