Dorfwettbewerb: Preisgelder für aktive Dorfgemeinschaften

Veröffentlicht am 3. November 2016 von Redaktion

„Unser Dorf hat Zukunft“ – gleich drei Orte aus dem Landkreis Bamberg dürfen sich über den Sieg auf Kreisebene beim gleichnamigen Bundeswettbewerb freuen. Brunn im Markt Heiligenstadt, Oberleiterbach, Ortsteil des Marktes Zapfendorf und Oberhaid machen deutlich, wie unterschiedlich die Facetten des Dorflebens ausfallen können.

Der Gemeindeteil Brunn (Markt Heiligenstadt) lebt vom Engagement seiner kleinen, aber eng verknüpften Dorfgemeinschaft. Ohne Hilfe durch staatliche Förderung hat die Ortsbevölkerung kulturelle Treffpunkte wie das Gemeinschaftshaus und die Festhalle realisiert. Beeindruckende Grünstrukturen, große Haus- und Hofbäume, Obstwiesen, Fassadenbegrünung und blühende Bauerngärten machen Brunn zum ländlichen Paradies.

Oberleiterbach, ein Ortsteil des Marktes Zapfendorf, ist das erste offiziell anerkannte Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg. Biogasanlage und Hackschnitzelheizanlage decken einen Großteil des Heiz- und Strombedarfs der Haushalte. Das Engagement der Bürgerschaft wird in den zahlreichen gemeinsamen Projekten sichtbar, die in Oberleiterbach in Zusammenarbeit mit dem Amt für ländliche Entwicklung entstanden sind: Gemeinschaftshaus, Spielplatz, Grüngestaltung am Friedhof und Renaturierung des Leitenbaches sind nur einige der Ansatzpunkte.

Andere Strukturen sind im bevölkerungstarken Oberhaid zu erkennen: Kindergärten, Schule, Seniorenwohnanlage und betreutes Wohnen, ein Naherholungs- und Tourismuskonzept mit Wander- und Radwegen und ein eigenes Naturwaldreservat spiegeln die Zukunftsfähigkeit des großen Ortes wieder. Mit Hilfe der Städtebauförderung hat die Gemeinde ein attraktives Ortszentrum geschaffen, auch auf zukunftsgerichtete Energiekonzepte legt Oberhaid großen Wert.

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Insgesamt beteiligten sich elf Ortschaften aus dem Landkreis Bamberg am Kreisentscheid. Die drei Sieger – Brunn im Markt Heiligenstadt, Oberleiterbach, Ortsteil des Marktes Zapfendorf und Oberhaid – werden 2017 den Landkreis auf Bezirksebene vertreten.

Mut zum bürgerschaftlichen Engagement

Insgesamt war unter den elf Teilnehmerorten eine Tendenz deutlich zu erkennen: Mut zum bürgerschaftlichen Engagement und der ehrenamtliche Einsatz für die Gestaltung des eigenen Wohn- und Lebensumfeldes zahlt sich aus. Die Preisgelder, die der Landkreis für den Wettbewerb auf Kreisebene zur Verfügung stellt, sollen den aktiven Dorfgemeinschaften eine Anregung und Unterstützung sein, ihr Dorf für die Zukunft zu rüsten, neue Ideen umzusetzen und die örtlichen Traditionen lebendig zu halten.

Landrat Johann Kalb bei der Preisverleihung: „Bürgerschaftliches Engagement, Kreativität sowie Eigenverantwortlichkeit der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner stehen im Vordergrund des Wettbewerbs.“ Weiter betonte er den Wert der dörflichen Gemeinschaft und stellte die Attraktivität des Wohnens und Lebens in ländlichen Gebieten in den Mittelpunkt.

Die Zukunft aktiv gestalten

Insgesamt beteiligten sich elf Ortschaften aus dem Landkreis Bamberg am Kreisentscheid. Die drei Sieger werden 2017 den Landkreis auf Bezirksebene vertreten.

Ziel des Dorfwettbewerbs ist es, die Menschen dazu zu bewegen, ihre Chancen zu erkennen und die Zukunft ihrer Dörfer aktiv in die eigenen Hände zu nehmen. Eine Rückschau auf den diesjährigen Wettbewerb, zusammengestellt von Kreisfachberater Uwe Hoff, zeigte deutlich, was die Lebensqualität im ländlichen Raum ausmacht: Gemeinsam Initiative zu entwickeln und das unmittelbare Lebensumfeld selbst zu gestalten spielt für eine lebendige Dorfgemeinschaft die entscheidende Rolle. Dabei geht es nicht nur um den Erhalt oder die Wiederbelebung alter Traditionen, sondern auch um die Entwicklung von Zukunftsperspektiven am Ort. Vorbildlich aufgestellte soziale Einrichtungen, innovative Energiekonzepte, kulturell aktive Vereine und die Verknüpfung von Arbeiten und Wohnen in einem durch gesunde Grünstrukturen und rege genutzte Gärten gekennzeichneten Umfeld zeigen ein Bild des Lebens auf dem Dorf, das Lust auf die Zukunft macht.

Landratsamt Bamberg. Foto im Text: Rudolf Mader

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