Keine Klärschlammverbrennung in Zapfendorf

Veröffentlicht am 23. Januar 2018 von Johannes Michel

Für Verwirrung sorgte der Pressebericht zur jüngsten Sitzung des Stadtrates Baunach im Marktgemeinderat Zapfendorf. Dort war der Entwurf für das Klärschlamm-Konzept des Landkreises Bamberg vorgestellt worden, und das Bioheizkraftwerk Zapfendorf wurde als Ort zur Verbrennung des getrockneten Klärschlamms genannt. Dem ist aber nicht so, wie nun klargestellt wurde.

Gleich aus mehreren Fraktionen waren Dringlichkeitsanträge eingegangen, um die Gemeinderatssitzung in Zapfendorf am 18. Januar 2018 um einen Tagesordnungspunkt zu erweitern. Hintergrund: Die Stadt Baunach hatte eine Woche zuvor dem möglichen Klärschlamm-Konzept des Landkreises Bamberg zugestimmt. In diesem Rahmen war auch der Name Zapfendorf gefallen, da es hier ein Heizkraftwerk gibt, das für die Verbrennung von getrocknetem Klärschlamm in Frage käme.

In der Gemeinderatssitzung war dazu Robert Martin, Fachbereichsleiter Klimaschutz am Landratsamt Bamberg, anwesend. Er räumte die Irritationen aus dem Weg. Es gebe zwar im Landkreis Überlegungen, die landwirtschaftliche Nutzung des Klärschlamms als Dünger auslaufen zu lassen – aufgrund immer höherer Auflagen in Sachen Naturschutz. Dazu sei eine Grobanalyse in Auftrag gegeben worden, in deren Rahmen sich auch die Frage nach Standorten für die Klärschlammtrocknung und Verwertung (zum Beispiel in Form einer Verbrennung) gestellt habe. Entscheidungen seien allerdings noch keine gefallen, zunächst gelte es, die Bereitschaft der Kommunen zu einer interkommunalen Zusammenarbeit in diesem Bereich abzufragen.

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Klage über ein Gemeinderatsmitglied

Auch der Niederlassungsleiter des Bio- und Holzkraftwerks Zapfendorf, Harald Söll, war zur Sitzung gekommen. „Es gibt keinen Antrag von unserer Seite, Klärschlamm in Zapfendorf zu verbrennen“, so Söll. Lediglich Vorplanungen für eine Anlage zur Klärschlammtrocknung liefen. Diese wäre eine geschlossene Halle, in der LKWs den noch feuchten Klärschlamm anliefern und den getrockneten in Pulverform wieder abholen würden. Als Verwertung käme dieser dann nicht in die Verbrennung, sondern in die Zementherstellung, wo er andere Elemente ersetzen kann. „Die Anlage hätte eine Trocknungskapazität von 12.000 Tonnen pro Jahr und damit ein Einzugsgebiet von bis zu 30 Kilometern“, erklärte Söll.

Auf Nachfrage berichtete er, dass die Katalysatortechnik und auch der Elektrofilter im Heizkraftwerk vor Kurzem auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurden. Aktuell beschäftigt der Betreiber Veolia in Zapfendorf 24 Mitarbeiter, mit einer Trocknungsanlage könnten zwei Mitarbeiter pro Schicht hinzukommen. Gemeinderat Stefan Fischer (SPD) hatte zuvor angemerkt, dass das Heizkraftwerk auf einem Sondergebiet „Altholzverbrennung“ stehe und somit andere Verbrennungen als die von Holz gar nicht möglich seien.


Das Bio- und Holzkraftwerk in Zapfendorf ist weithin sichtbar.

CSU-Gemeinderat Dr. Christopher Rosenbusch wies darauf hin, dass es etwas unglücklich gewesen sei, aus der Presse über mögliche Entwicklungen, die Zapfendorf betreffen könnten, zu erfahren. Und er beschwerte sich über Gemeinderat Stefan Kabitz (Freie Wähler), der ebenfalls einen Dringlichkeitsantrag eingereicht, diesen aber zuvor bei Facebook veröffentlicht habe. In einer Facebookgruppe mit Namen „Unser Zapfendorf“ wurde über diese Vorgehensweise heftige Diskussionen geführt. „Und nun ist er zur Sitzung nicht einmal anwesend.“ In der nichtöffentlichen Sitzung im Anschluss sollte das Thema Stefan Kabitz ebenfalls angesprochen werden. Kabitz war im zurückliegenden Jahr bei lediglich sechs von 16 Marktgemeinderatssitzungen anwesend.

Kinderhort soll an die Schule

Bei der Erweiterung der beiden Kindertagesstätten, die noch Ende 2017 großes Thema im Gemeinderat war, gibt es Änderungen. Der Kinderhort der Schule, der bisher in der Kindertagesstätte St. Franziskus untergebracht ist, soll langfristig an die Schule verlegt werden. Das hat die Vorteile, dass die Kinder die dort vorhandenen Räume (Werken, Turnhalle, Speisesaal) mitnutzen können, ein doppelter Bau entfällt. Momentan sind 40 Kinder im Hort untergebracht, er hat – im Gegensatz zur offenen Ganztagsschule – auch freitags und in den Ferienzeiten geöffnet. Die Betreuung des Hortes könnte auch bei der einer Verlegung an die Schule in den Händen der katholischen Kirchenstiftung verbleiben, so der Kindergartenbeauftragte Josef Martin. Hochgerechnet spart die Verlegung Geld – denn die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Franziskus kann, wenn dort kein Hort mehr untergebracht werden muss, kleiner ausfallen. Der Beschluss, den Hort an die Schule zu verlegen, fiel einstimmig.

Ebenfalls angenommen wurde ein Antrag von Gemeinderätin Dagmar Raab (SPD), pro Quartal mindestens eine Sitzung des Schwimmbadausschusses durchzuführen. Das Freibad Aquarena ist einer der größten Kostenfaktoren für die Gemeinde. Bürgermeister Volker Dittrich griff unter „Verschiedenes“ erneut das Thema Stefan Kabitz auf – Kabitz hatte kurz vor Weihnachten im Gemeindegebiet ein Flugblatt verteilt und dort die Sanierung einer Treppenanlage in Lauf als seinen Erfolg bezeichnet. Auf der Rückseite habe er außerdem einem Mitglied der Feuerwehr Platz für einen Bericht über die Ehrenamtskarte eingeräumt – in diesem Bericht werde das Engagement der Gemeinde für die Ehrenamtlichen zu Unrecht in Frage gestellt. Zudem habe es keine Absprache mit der Feuerwehrführung über eine solche Veröffentlichung gegeben.

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