Matthias Schneiderbanger: Gemeinde als mittelständisches Unternehmen

Veröffentlicht am 22. Februar 2014 von Johannes Michel

In der Nominierungsversammlung im November 2013 setzte sich Matthias Schneiderbanger klar gegen zwei Mitbewerber als Bürgermeisterkandidat der CSU Zapfendorf durch. Der Diplom-Verwaltungsfachwirt erklärt im Gespräch mit Nachrichten am Ort, wie er die Gemeinde führen würde, was die wichtigsten Aufgaben für die Zukunft sind und warum Zapfendorf vielmehr ein Wohn- als ein Gewerbestandort ist.

Nachrichten am Ort: Herr Schneiderbanger, 36 Jahre lang war Josef Martin Bürgermeister in Zapfendorf. Wann war für Sie klar: Dieses Erbe möchte ich antreten?

Matthias Schneiderbanger: Ehrlich gesagt seit ich 1994 im Rathaus angefangen habe. Mir macht die Arbeit mit den Menschen viel Freude und motiviert mich so, dass ich immer „mehr“ für die Menschen machen und auch gestalten will. Als Sachbearbeiter ist man auf seinen Bereich beschränkt und bei der Gestaltung stößt man dabei ja schnell an seine Grenzen. Daher habe ich auch nicht gezögert und nach meiner Ausbildung das Abitur nachgeholt, um das Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) zu absolvieren. Damit sehe ich mich gut gerüstet für dieses Amt.

Warum haben sich CSU und Vereintes Umland nicht wieder auf einem gemeinsamen Bürgermeister geeinigt? Schließlich hat das in den vergangenen Jahren immer gut funktioniert und stand für eine stabile Mehrheit…

Das ist grundsätzlich richtig. Allerdings besteht diese „Koalition“ erst seit 1990. Vorher hatte auch jede Gruppierung ihren eigenen Kandidaten aufgeboten. Für mich persönlich war die CSU die erste Adresse, da ich bereits seit 2005 bei der CSU politisch engagiert bin. Im Übrigen bin ich überzeugter Demokrat, der die Bürgerinnen und Bürger entscheiden lassen möchte, wen sie für den geeignetsten Kandidaten halten und nicht eine Gruppe von Parteimitgliedern oder Wählergemeinschaftsanhänger.

Zapfendorf Matthias Schneiderbanger 1200
Matthias Schneiderbanger

Haben Sie schon Erfahrungen auf kommunalpolitischer Ebene oder in einem anderen Gremium?

Leider ist es mir als Beamter des Marktes Zapfendorf gesetzlich verwehrt, Marktgemeinderatsmitglied zu werden. Daher konnte ich in dem Gremium keine Erfahrungen sammeln. Aber in meiner dienstlichen Funktion habe ich natürlich großen Einblick in den Ablauf und die Aufgaben eines Kommunalpolitikers.

Auf welche aktuellen Themen werden Sie in Zapfendorf zurzeit am meisten angesprochen und können Sie daraus entnehmen, wo den Bürgern „der Schuh drückt“?

In der Gemeinde sind die Themen vielschichtig. In jedem Gemeindeteil brennt den Bürgern ein anderes Thema unter den Nägeln. In Zapfendorf sind viele Bürger besorgt wegen den Auswirkungen der ICE-Baustelle. In Lauf und Sassendorf ist das Thema Windkraft vorherrschend. In Roth die Straßenausbaubeitragssatzung. Diese Sorgen der Menschen werde ich aufgreifen und im Dialog mit ihnen versuchen, das bestmögliche für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.

Wo sehen Sie die Herausforderungen für die Marktgemeinde in den kommenden Jahren?

Die Hauptherausforderung wird natürlich die ICE-Neubaustrecke für uns darstellen, die aber auch Chancen bietet, unseren Hauptort neu und/oder anders zu gestalten. Alles soll auch hier im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern stattfinden.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken und Schwächen von Zapfendorf?

Die Schwächen liegen darin, dass unser Markt als Standort für große Gewerbebetriebe uninteressant ist, da wir die großen flachen Flächen, wie etwa Ebensfeld, nicht anbieten können. Dies kann aber auch gleichzeitig eine Chance sein, da wir Zapfendorf als Wohngemeinde attraktiv gestalten können. In der gesamten Gemeinde kann man sehr gut leben. Es gibt fast alles, was man zum täglichen Leben benötigt, vor Ort. Dies gilt es zu erhalten und zu noch weiter zu verbessern.

Ein beherrschendes Thema gab es in den vergangenen Jahren: die Bahn. Sind Sie zufrieden mit dem Erreichten?

Ich bin mit dem aktuellen Planungsstand sehr zufrieden, da unser Bürgermeister durch sein Verhandlungsgeschick im Grunde alles, was für Zapfendorf erreicht werden konnte, erreicht hat. Seien es die jeweiligen Unter- beziehungsweise Überführungen, die nun außerhalb der Ortschaft liegen, drei Fußgänger- und Radfahrüberquerungen innerorts oder der Lärmschutz im Ortsbereich. Nun liegt es an uns, auf beiden Seiten der Bahnstrecke bestmögliche Anbindungen für die Ortschaft zu schaffen.

Auf drei Bevölkerungsgruppen richtet sich zurzeit verstärkt der Blick: Kinder, Familien und Senioren. Wie sehen Sie Zapfendorf in diesen Bereichen aufgestellt? Was gibt es noch zu tun und welche Ideen bringen Sie hier mit?

Für Kinder ist in Zapfendorf bestens gesorgt. Es beginnt bei den Kinderkrippen, geht über den Kindergarten bis hin zur Grund- und Mittelschule mit jeweils einer Ganztagsbetreuung. Daneben bieten einige Vereine vielschichtige Jugendarbeit an, so dass für die Kinder viel geboten wird. Handlungsbedarf sehe ich aktuell bei den Kinderspielplätzen, hier muss nun endlich ein Konzept erarbeitet werden, wo und wie man attraktive Kinderspielplätze in der Gemeinde anlegt beziehungsweise umbaut.
Das Angebot für Familien geht in die ähnliche Richtung, da es den berufstätigen Eltern natürlich in erster Linie darum geht, dass sie ihre Kinder gut versorgt wissen. Auch existieren für bauwillige Familien vergleichsweise günstige Baulandpreise, eine gute Verkehrsanbindung und eine attraktive Freizeitgestaltung: unser Schwimmbad, Vereine, Radwege. Wobei natürlich beim Radwegeausbau der Lückenschluss nach Unteroberndorf im Zuge des ICE-Ausbaus mit energischem Nachdruck gefordert werden muss.
Schließlich die Senioren: Wichtig ist, dass die Senioren in Zapfendorf alles bekommen, was sie fürs tägliche Leben brauchen. Die Senioren aus den Gemeindeteilen, die nicht selbst mobil sind, kommen mit dem gemeindlichen Bürgerbus nach Zapfendorf. Das Seniorenheim am Ort verhindert, dass die Senioren, die nicht mehr allein leben können, aus Zapfendorf wegziehen müssen und somit noch regelmäßig mit ihren Angehörigen zusammenkommen können. Und auch unsere Vereine, die spezielle Angebote für Senioren vorhalten. Besonderes Augenmerk legt die Gemeinde darauf, dass die ärztliche Grundversorgung auch noch in den nächsten Jahren gewährleistet bleibt. Auch neue Lebensformen für Senioren (zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser) sollten durch die Gemeinde unterstützt werden.

Ganz konkret: Warum sollten die Bürger Ihnen ihre Stimme geben?

Ich besitze die notwendige Fachkompetenz. Die Führung einer Gemeinde kann man heute mit der Führung eines mittelständischen Unternehmens gleichsetzen. Jeder am Unternehmen Beteiligte wünscht sich einen kompetenten und erfahrenen Chef. Auf die Gemeinde bezogen sind die Bürger die Beteiligten, die diese Anforderungen stellen sollten. Mein Lebenslauf und auch mein ehrenamtliches Engagement spiegelt diese nötige Vorbildung und Erfahrung wider. Trotzdem sehe ich mich in dieser Funktion nur als Erster unter Gleichen. Das heißt: Ich will und werde in allen Lebensbelangen Ansprechpartner der Bürgerinnen und Bürger sein und bleiben, so wie es viele Menschen während meiner Tätigkeit im Rathaus erleben durften. Ich werde unsere Marktgemeinde mit meinen zahlreichen Ideen weiter nach vorne bringen und zukunftsfähig machen.

Eine persönliche Frage noch zum Schluss: Was gefällt Ihnen an Zapfendorf besonders? Haben Sie einen Lieblingsplatz?

Einen ganz konkreten Lieblingsplatz in der Gemeinde habe ich nicht. Aber ich genieße es, wenn ich im Gemeindegebiet unterwegs bin, eine kurze Weile inne zu halten und den Blick über unsere schöne Landschaft und unsere schönen Ortschaften ziehen zu lassen.

 

Matthias Schneiderbanger ist Bürgermeisterkandidat der Zapfendorfer CSU.

Gerne können Sie hier Ihren Kommentar zum Artikel hinterlassen.


Bitte geben Sie Ihren richtigen Namen (kein Pseudonym) an, ansonsten können wir Ihren Kommentar nicht veröffentlichen.
Ist dies Ihr erster Kommentar, erfolgt vor der Freischaltung zunächst eine Prüfung.
Für den Inhalt von Kommentaren ist die Redaktion nicht verantwortlich.