Stationen: Zapfendorf, Breitengüßbach, Kemmern und Hallstadt

Veröffentlicht am 18. September 2014 von Johannes Michel
Logopädie Scheßlitz



2010: München – Lindau, 2011: Regensburg – Passau, 2012: Würzburg – Ansbach, 2013: Altötting – Bad Reichenhall. Und 2014: Bayreuth – Forchheim. In diesen Tagen, vom 13. bis 20. September, sind Reservisten der Bundeswehr, aber auch aktive Soldaten und Interessierte unterwegs beim „5. Marsch der Verbundenheit“ und machten dabei auch Station in Zapfendorf, Breitengüßbach, Kemmern und Hallstadt. Das Ziel: Solidarität mit den Soldaten demonstrieren, die unser Land bei Auslandseinsätzen vertreten.

Unsere Region ist eine „bundeswehrfreie Zone“. Da fällt es schon auf, wenn auf einmal zahlreiche Menschen in Bundeswehruniform durch die Straßen laufen – so geschehen am 18. September 2014. Vor dem Zapfendorfer Rathaus trafen sich Reservisten, aktive Soldaten aus Hammelburg sowie auch interessierte Bürger, die drei Zapfendorfer Bürgermeister und Landrat Johann Kalb zum Start des Marsches der Verbundenheit im Landkreis Bamberg.

Irmengard Röhle, Vizepräsidentin Betreuung auf Bundesebene im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, freute sich über diese große Resonanz. „Das spricht für eine positive Identifikation mit der Bundeswehr.“ Aktuell befänden sich fast 3.500 Soldaten im Auslandseinsatz, die Bevölkerung begegne diesem Engagement aber „mit freundlichem Desinteresse“, wie es einmal der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler ausgedrückt habe. Ziel des Marsches der Verbundenheit sei daher, die Menschen für die Arbeit der Soldaten zu sensibilisieren. In der Idealvorstellung solle ein Soldat immer taff sein, keine Schwäche zeigen. „Soldaten sind aber auch nur Menschen“, so Röhle.

Marsch der Verbundenheit 2014
In Kemmern erfolgte auch ein Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde.

Gelbe Schleife der Solidarität

Sie berichtete zudem von den Schwierigkeiten, vor denen vielen Soldaten nach der Rückkehr in die Heimat stünden. Noch wenig Verständnis gebe es für posttraumatische Belastungsstörungen. Auch hier soll der Marsch der Verbundenheit für Aufklärung sorgen. Die meisten Soldaten, die aus dem Ausland zurückkehrten, seien aber nicht traumatisiert, sondern brächten wichtige Erfahrungen mit, seien persönlich gereift, sagte Röhle. Landrat Johann Kalb und Bürgermeister Matthias Schneiderbanger freuten sich über den Besuch und wünschten dem Marsch einen guten Verlauf. Beide erhielten von Röhle die gelbe Schleife mit dem Text „Tu was für Dein Land“ angesteckt. Ebenso unterschrieben Kalb und Schneiderbanger ein gelbes Transparent, das auf den Marsch der Verbundenheit hinweist und eine Gruppe von Soldaten bald auf einen Auslandseinsatz begleiten wird.

Um 9.30 Uhr starteten die Teilnehmer dann zum Marsch in Richtung Breitengüßbach. Etwas später in Kemmern wurden die Teilnehmer auf dem Marktplatz von Bürgermeister Rüdiger Gerst und 2. Bürgermeister Hans-Dieter Ruß empfangen. Auch einige Reservisten der Soldatenkameradschaft Kemmern hatten sich eingefunden. Noch vor der offiziellen Begrüßung betonte Oberstleutnant der Reserve Philipp Mohr, wie sehr er den besonderen Empfang zu schätzen weiß. Denn als einziger Gemeindevertreter lud Bürgermeister Rüdiger Gerst die Teilnehmer ein, sich ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen. „Es ist ein Zeichen der besonderen Verbundenheit und Solidarität unserer Bevölkerung mit den Soldatinnen und Soldaten, die im Ausland friedensstiftend tätig sind.“

Auch Vizepräsidentin Irmengard Röhle freute sich über diese ganz besondere Würdigung durch die Gemeinde Kemmern: „Man merkt, dass hier der Bürgermeister ganz besonders hinter der Sache steht.“ Zur Erinnerung überreichte sie Bürgermeister Gerst eine kleine Tafel. Für sie ist im Besonderen auch die Arbeit der Reservistenkameradschaften in den einzelnen Gemeinden und Städten wichtig, „die als Mittler zwischen Bundeswehr und Gesellschaft das Bewusstsein für die Frauen und Männer schaffen, die Dienst tun für unser Land“. Im Anschluss an den feierlichen Akt zog die Truppe auf Einladung der Gemeinde zur kurzen Rast zu Bratwürsten und Bier in den Biergarten der Brauerei Wagner. Nach einer weiteren Etappe von ca. 40 Minuten nahm 1. Bürgermeister Thomas Söder gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft Hallstadt die Truppe am Marktplatz in Empfang. Er bedankte sich für das Engagement der Reservisten und die Solidarität, die sie damit zeigten. Irmengard Röhle schenkte ihm einen Kompass, „damit er sich wieder einnorden kann, wenn er politisch mal die Richtung verliert“.

 

Viele Fotos vom Marsch der Verbundenheit, geschossen in Zapfendorf, Kemmern und Hallstadt, finden Sie in unserer großen Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der linken Ecke oben wählen).

Fotos: Lena Thiem, Johannes Michel

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