Quo vadis, Zapfendorf?

Veröffentlicht am 9. April 2015 von Nadine Rener

Eine Frage, die sich ganz Zapfendorf stellen muss nach den Geschehnissen rund um den ehemaligen Bürgermeister Matthias Schneiderbanger, der im Dezember letzten Jahres wegen des Verdachts der Untreue festgenommen wurde. Mittlerweile ist er aus seinem Amt zurückgetreten und machte somit Platz für einen Nachfolger. Doch wer soll das sein? Die CSU Zapfendorf möchte darauf mit ihrem eigenen Kandidaten antworten.

Nur ungefähr ein Jahr nach den Kommunalwahlen geht in Zapfendorf die Suche nach einem Gemeindeoberhaupt also wieder los. In der Aufstellungsversammlung am 8. April suchte der CSU-Ortsverband eben diesen Bürgermeisterkandidaten, den er am 28. Juni in die Abstimmung schicken will. Dabei gibt die CSU die Richtung klar vor: es soll in die Zukunft geblickt werden. Es ist von einem Aufbruch die Rede, nach dem Schock, den der Fall Schneiderbanger gerade auch in den Reihen der CSU ausgelöst hat. Vertrauen schaffen, das ist die Devise. Denn was geschehen ist, „will Zapfendorf relativ schnell wieder vergessen“, so der CSU-Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof, der als Gast der Versammlung beiwohnte.

Zwei Kandidaten stellen sich der Wahl

Bei der Versammlung war aber nur etwa die Hälfte der CSU-Mitglieder aus Zapfendorf anwesend und somit nahmen an der Wahl gerade einmal 31 stimmberechtigte Mitglieder teil. Zwischen zwei Kandidaten, die sich im Vorfeld der eigentlichen Wahl den Versammelten vorstellten, konnten sie sich entscheiden.

Als erstes schlug Baptist Schütz als Vertreter der Vorstandschaft Werner Porzner vor. Porzner ist seit 2013 Ortsvorsitzender und trat schon bei der letzten Aufstellungsversammlung gegen Matthias Schneiderbanger und Bernhard Weber an. Er ist Ingenieur und als Oberamtsrat bei der Deutschen Post tätig. Für ihn ist der Anspruch, „Politik aktiv zu gestalten“. Daher sei es umso wichtiger die Bürger stärker zu informieren, sie nicht im Unklaren zu lassen. Er will transparent sein, denn „Menschen fühlen sich dann unwohl, wenn sie uninformiert sind“. Zudem will er verstärkt auf Zusammenarbeit setzen, gerade auch mit der Umlandfraktion. Es soll auf einander zugegangen werden, gemeinsam sollen Probleme gelöst werden. Denn zusammen geht alles besser, so Porzner.

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Wer darf sich zuerst vorstellen? Links: Johannes Michel, rechts: Werner Porzner. Das Los entschied.

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Von Altbürgermeister Josef Martin wurde Johannes Michel vorgestellt. Er studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Bamberg, ist Herausgeber dieser Onlinezeitung und seit über zehn Jahren als freier Mitarbeiter beim Fränkischen Tag tätig. Als Journalist ist er ganz nah dran an der lokalen Politik in Zapfendorf, aber auch in den umliegenden Gemeinden. Neben den zahlreichen Erfahrungen, die er in vielen Gemeinderatssitzungen sammeln konnte, erlaubt ihm seine Arbeit außerdem „eine gute Sicht von außen auf die Gemeinde“. Außerdem sind für ihn neue Medien kein unbekanntes Terrain, die gerade auch in Zukunft für Politik wichtig sein werden. Die Gemeinde Zapfendorf „muss eine moderne Gemeinde sein“, so Michel. Als wichtige Themen nannte er zudem die Außendarstellung der Gemeinde sowie eine bessere Vernetzung der Vereine. Als unabhängiger und parteiloser Kandidat plädierte er für einen Neuanfang.

Im Juni fällt die endgültige Entscheidung

Bei der anschließenden Wahl setzte sich Porzner mit 23 zu 7 Stimmen durch und geht damit im Juni als CSU-Bürgermeister-Kandidat ins Rennen. Für ihn gehe die Arbeit jetzt erst richtig los, so Porzner. „Die Wahrnehmung auf Zapfendorf beschränkt sich auf den Skandal, aber Zapfendorf ist gut“. Und das will er auch beweisen. Am Ende der Versammlung warnte aber Rudrof, dass die Wahl ja noch lange nicht gewonnen sei. Außerdem freute er sich, dass es nicht nur einen, sondern zwei Bewerber gegeben habe.

Ende Juni zeigt sich dann, wer in Zukunft das Ruder in Zapfendorf in die Hand nimmt. Es kommen also noch ein paar spannende Monate auf Zapfendorf zu.

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Werner Porzner (Mitte) mit MdL Heinrich Rudrof und Thomas Brändlein, der als Wahlleiter fungierte.

Text und Fotos: Nadine Rener

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