Aus ehemaligen Amtszimmern wurde ein moderner Jugendtreff

Veröffentlicht am 23. Oktober 2019 von Johannes Michel

Etwas mehr als 950 Einwohner hat Gerach. Umso beeindruckender empfand Landrat Johann Kalb, was hier geleistet wird. „Gute Gemeinden engagieren sich insbesondere für Kinder, Jugendliche und Senioren“, so Kalb. Anlass seines Besuchs war der Tag der offenen Tür im neuen Jugendtreff.

Gleich hinter dem Geracher Kindergarten tut sich ein weiteres Gebäude auf. Einst war hier die Gemeindekanzlei untergebracht, bevor in den 1970er Jahren das ehemalige Schulhaus gleich neben der Kirche zum Rathaus wurde. Und in den Zeiten vor und während des Zweiten Weltkriegs, als der Kindergarten noch „Kinderaufbewahrungsanstalt“ hieß, wie Bürgermeister Gerhard Ellner ausführte, wurde es auch für diese Zwecke genutzt. Und heute? Nach mehreren Ortswechseln hat der Geracher Jugendtreff nun hier sein neues Zuhause gefunden. Dafür wurde umfangreich saniert und umgebaut, rund 100.000 Euro wurden investiert. Ellner war voll des Lobes für den Architekten Rudi Hemmer, der auch auf die Wünsche der Jugendlichen eingegangen war.

Einen Jugendtreff gibt es in Gerach seit 1998. Damals wurde ein Raum im Rathaus umgebaut, aber auch für andere Veranstaltungen genutzt. Später wechselte der Treff in die Laimbachtalhalle, im Jahr 2014 schließlich auf das ehemalige Wieland-Areal, das von der Gemeinde aufgekauft worden war. 400 Quadratmeter Fläche standen hier für die Jugendlichen zur Verfügung. Als die Firma Gröger allerdings am alten Standort an die Grenzen der Erweiterbarkeit kam und ein neues Grundstück suchte, musste die Gemeinde schon allein aufgrund dessen, dass ansonsten die Abwanderung eines wichtigen Arbeitgebers befürchtet wurde, handeln. Als beste Alternative für den Jugendtreff kristallisierte sich die ehemalige Gemeindekanzlei heraus.


Bürgermeister, Gemeinderäte und die Jugendlichen traten in einem Quiz gegeneinander an.

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Treff hat immer freitags geöffnet

Geplant waren Kosten von 72.000 Euro, auch durch einige Verzögerungen wurde es teurer. Bürgermeister Ellner hofft nun, dass sich das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) über die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung dementsprechend auch höher beteiligt als zunächst gedacht. Das konnte Christian Gemeinhardt vom ALE aber noch nicht zusagen. Sehr wohl sah er das Projekt aber als wichtig an: „Hier kommt Leben ins Dorf. Ich wünsche mir, dass der Jugendtreff stets genutzt wird und die Kinder und Jugendlichen später einmal sagen können: Hier hatten wir eine tolle Zeit.“

Voll des Lobes war auch Landrat Johann Kalb. Er sparte aber auch nicht mit deutlichen Worten zur aktuellen gesellschaftlichen Situation. Die sei „überhaupt nicht lustig“. In Zeiten des Auseinanderdriftens – siehe Brexit oder Polen, wo mittlerweile Politiker die Richter einstellen – seien gesellschaftlicher Zusammenhalt und Engagement für die Jugend wichtiger denn je. Kalb verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Aktion „Demokratie leben!“, wo sich Stadt und Landkreis Bamberg aktuell stark einbringen.

Nach den Grußworten nutzten viele Besucher die Möglichkeit, sich den neuen Jugendtreff ein wenig genauer anzuschauen. In den modern gestalten Räumen treffen sich die Jugendlichen immer freitags ab 17.30 Uhr, zurzeit kommen etwa ein Dutzend regelmäßig. Auf dem Programm stand auch noch eine Spielrunde „Schlag den Gemeinderat“ – ganz im Stil einer TV-Show wie „Schlag den Raab“ traten Bürgermeister und Gemeinderäte gegen die Jugendlichen an. Organisiert wurde der Tag der offenen Tür von den Jugendbeauftragten Anja Hartmann und Christopher Blenk (JAM) sowie den Jugendlichen Antonia Müller und Jannik Hartmann. Der Tag der offenen Tür wurde gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Bamberg.

 

Weitere fotografische Eindrücke vom Jugendtreff finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).


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