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Furiose zweite Halbzeit bringt Halbfinaleinzug

Der TSV Tröster Breitengüßbach gewinnt auch das zweite Spiel der Viertelfinalserie in Leipzig dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit mit 72:87 und zieht dadurch ins Halbfinale der Playoffs ein.

Erneut mit einer Rumpfbesetzung – es fehlten alle drei Stephan-Brüder und Center Jonas Klaus, dafür war Leo Trummeter wieder mit dabei sowie Tobias Assel aus der 2. Mannschaft – ging es für die Truppe von Headcoach Mark Völkl zum zweiten Playoffspiel nach Leipzig. Dabei erwischten die Oberfranken einen guten Start und gingen nach schönem Passspiel und einfachen Körben am Brett durch Wagner, Nieslon und Trummeter schnell mit 2:6 in Führung. Diesen Vorsprung hielt man bis zur fünften Spielminute, 10:12. Anschließend kamen die Gastgeber, angeführt von Siegert und Dalchau besser in die Partie und zogen auf 20:12 davon. Rümer von der Dreierlinie und Assel verkürzten den Rückstand auf 20:17 nach dem ersten Viertel.

Im zweiten Spielabschnitt waren die Gastgeber die bessere Mannschaft. Während sie durch Dalchau und Radestock nach Belieben punkten konnten, ging auf Seiten des TSV Tröster relativ wenig. Zu statisch, zu viele Einzelaktionen und daraus resultierende schlechte Würfe prägten die Güßbacher Offensive in dieser Phase. So ging Leipzig folgerichtig mit 27:19 in Führung (14. Min). Doch Breitengüßbach fing sich wieder. Angeführt von den erfahrenen Spielern Lorber und Jebens kämpfte man sich Punkt für Punkt wieder heran. Die Verteidigung stand wieder kompakter, sodass man in der 18. Spielminute wieder auf 31:28 dran war. Allerdings hatten die Sachsen den längeren Atem in Halbzeit eins und konnten sich durch einen Schlussspurt eine verdiente 41:32-Führung erspielen.

Den Schwung nahmen die UniRiesen auch mit in das dritte Viertel. Man merkte ihnen ihr gestiegenes Selbstvertrauen und, dass sie unbedingt ein drittes Spiel in der Hans-Jung-Halle erzwingen wollten, deutlich an. Perez-Neto und Radestock sorgten mit einem 9:0-Lauf für die höchste Führung der Hausherren an diesem Abend (50:36), was von den heimischen Zuschauern lautstark bejubelt wurde. Doch anschließend ging ein Ruck durch die komplette Breitengüßbacher Mannschaft. Die Verteidigung zog nun merklich an und man gestattete den Sachsen nur noch vier Zähler in den verbleibenden sechs Minuten des Viertels. Jebens und Dippold läuteten mit schönen Aktionen die Aufholjagd ein und verkürzten bis zur 26. Spielminute auf 50:43. Danach kam die große Zeit von Güßbachs Scharfschützen. Lorber (2), Trummeter und Wagner verwandelten gleich vier Dreier im Korb der UniRiesen. Lorbers Zweiter war auch gleichbedeutend mit dem ersten Führungswechsel seit dem ersten Viertel, 54:57. Dass Leipzigs bärenstarker Center Perez-Neto sich kurz vor dem Viertelende zu einer Disqualifikation hinreißen ließ, spielte den Gelbschwarzen natürlich in die Karten.

Von diesem Schock erholte sich Leipzig im vierten Viertel nicht mehr und die Tröster-Truppe machte einfach weiter. Jebens, Lorber, Trummeter und Nieslon stellten binnen 180 Sekunden auf 54:71 und die Begegnung war vorentschieden. Im Stile einer Spitzenmannschaft verwalteten die Oberfranken den Vorsprung bis zum Spielende. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass nach Punkten von Sauer alle TSV-Akteure erfolgreich waren. Besonders Tobias Assel, eigentlich Spieler der 2. Mannschaft, konnte mit acht Zählern und einer 100%-Trefferquote sehr überzeugen. Schlussendlich stand ein verdienter 72:87-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel, der gleichzeitig den Einzug ins Halbfinale bedeutete. Dort geht es nun gegen Weimar, die ihre Serie gegen Veitshöchheim ebenfalls mit 2:0 gewinnen konnten. Für Breitengüßbach ist es die viertel Halbfinalteilnahme in den letzten fünf Jahren. In dem einem Jahr, in dem sie nicht im Halbfinale standen, spielte die Truppe von Headcoach Mark Völkl eine Liga höher in der Pro B.

Breitengüßbach: Jebens (22), Lorber (15/3 Dreier), Trummeter (13/1), Assel (8/1), Nieslon (8/1), Rümer (8/2), Wagner (5/1), Bauer (3/1), Dippold (3/1), Sauer (2)

Florian Dörr