Im entscheidenden Spiel 3 der Halbfinalserie unterlagen die Regionalliga-Basketballer des TSV Tröster Breitengüßbach mit großer Fan-Unterstützung nach großem Kampf in Weimar mit 82:78.
Alles war angerichtet für ein heißes und intensives drittes Halbfinalspiel in der Serie zwischen Culture City Weimar und dem TSV Tröster Breitengüßbach. Jebens kehrte in die Mannschaft zurück, dafür fehlten weiterhin Klaus sowie Marlon & Noah Stephan. Trotzdem kam die Tröster-Truppe, angefeuert von den zahlreichen Güßbacher Fans, gut in die Partie und führte durch Lorber und Nieslon schnell mit 0:5. Danach zeigte Weimar Topscorrer Brown, warum er der beste ausländische Spieler der Liga ist. Binnen 90 Sekunden versenkte er gleich drei Dreier. Zusammen mit Biel und Moritz Lang erspielte sich Weimar einen Vorsprung. Doch völlig unbeeindruckt davon versenkte Lorber seinen zweiten Distanzwurf. Wenige Augenblicke später trafen Jebens und Trummeter, sodass die Begegnung in der 6. Spielminute fast wieder ausgeglichen war, 16:15. Durch schönes Passspiel ging die Tröster-Truppe in der Folgezeit nach einfachen Zählern von Dippold und Jebens mit 18:19 in Führung. Doch Brown markierte postwendend seine Punkte 11, 12 und 13, die allerdings von Güßbachs Kapitän Dippold per Dreier gekontert wurden. So ging es mit einer 23:24-Führung in die Viertelpause.
Im zweiten Spielabschnitt konnte Weimars Offensive zu Beginn leider nicht kontrolliert werden. Sie spielten sich in einen Rausch und trafen teils auch sehr schwierige Würfe. Mit einem 12:3-Run erspielten sich die Gastgeber einen 35:27-Vorsprung, woraufhin TSV-Coach Völkl eine Auszeit nahm. Leider konnte diese nicht den Rhythmus von Weimar brechen, sodass sie ihre Führung durch Schwaiger und Moritz Lang auf 43:29 ausbauen konnten (16.). Eine weitere Auszeit musste her und brachte die Wende. In den letzten vier Minuten der ersten Halbzeit ließ man nur noch sieben Zähler der Hausherren zu und konnte auf der anderen Seite des Feldes einfache Punkte erzielen. Der bärenstarke Lorber und Trummeter verkürzten zur Halbzeit auf 50:43.
Das dritte Viertel war von beiden Seiten sehr defensivgeprägt und es gab hüben wie drüben zahlreiche Ballverluste, Fehlwürfe und Ungenauigkeiten. Zu Beginn kam Breitengüßbach durch Lorber und Nieslon auf 50:48 heran, musste aber in der Folgezeit knapp fünf Minuten auf die nächsten Zähler warten. Dies nutzte Weimar durch ihren Amerikaner Brown aus und setzte sich wieder auf 57:48 ab. Aufgeben war für die Tröster-Truppe keine Option, sodass man den Rückstand bis zum Viertelende durch Colin Stephan, Lorber und Trummeter auf 60:53 verkürzen konnte. So war im Schlussabschnitt noch alles drin.
Allerdings hatte erneut Brown mit zwei Dreiern und zwei Halbdistanzwürfen etwas dagegen. Er sollte am Ende der X-Faktor sein und auf unglaubliche 41 Punkte kommen. Doch auch davon ließen sich die Gelbschwarzen nicht aufhalten und konterten durch einen Dreier von Dippold und sieben Lorber-Punkten zum 70:61 (34. Min). Zwei Dreier von Trummeter und Jebens, sowie zwei Korbleger von Jebens und Nieslon machten die Partie in der 39. Minute wieder spannend, 75:71. Als Nieslon wenige Augenblicke später einen Dreier zum 76:74 versenkte, tobten die TSV-Anhänger in der Asbachhalle und die Begegnung drohte tatsächlich noch zu kippen. Güßbach musste schnell foulen, aber die Freiwürfe versenkte Weimar eiskalt. Ein Dreier von Dippold schaute schon in den Korb, doch er wollte nicht fallen. So konnte Weimar auf 80:74 wegziehen. Nach einem Freiwurf und einem anschließenden Dreier von Lorber kam 10 Sekunden vor dem Ende nochmal Hoffnung auf, 80:78. Doch Brown versenkte die anschließenden Freiwürfe zum 82:78, was auch der Endstand war. Die Enttäuschung direkt nach Spielende war natürlich groß, aber man kann sehr stolz auf das Erreichte sein. In einer Saison, in der man in keinem einzigen Training und in keinem einzigen Spiel in Bestbesetzung trainieren bzw. antreten konnte, muss man erst einmal in eine entscheidende dritte Begegnung gegen den haushohen Favoriten auf den Aufstieg kommen. Dieses nach irrem Kampf nur so knapp zu verlieren, zeigt eindrucksvoll, was da für ein eingeschworener Haufen auf dem Feld stand und wie der Zusammenhalt in der TSV-Familie ist. Jetzt gilt es sich erst einmal zu erholen, alle Verletzungen vollständig auszukurieren und in der neuen Spielzeit dann wieder voll anzugreifen.
Breitengüßbach: Lorber (30/6 Dreier), Nieslon (14/1), Jebens (12/2), Trummeter (12/1), Dippold (8/2), C. Stephan (2), Bauer, Rümer, Sauer
Florian Dörr
