Die dringend notwendige Sanierung des Kirchturms der Kilianskirche stand im Mittelpunkt einer Stadtratssitzung. Der Aufwand ist erheblich, der Zeitplan ambitioniert. Am künftigen Pfleger-Campus setzte Hallstadt auf eine gemeinsame Nutzung von Stellplätzen, um Flächen zu sparen und das Gelände möglichst autofrei zu halten.
Der Kirchturm der Kilianskirche in Hallstadt steht vor einer umfassenden Sanierung. Anlass sind deutliche Schäden, die bei einer Begehung festgestellt wurden. Betroffen sind vor allem die Holzkonstruktion sowie die Dachschalung. Brisant: In der Vergangenheit hatten sich bei stärkerem Wind wiederholt Teile der Dacheindeckung gelöst – insbesondere Schieferstücke, die herabfielen. Ein klares Zeichen für dringenden Handlungsbedarf also.
Das machte Bürgermeister Thomas Söder im Stadtrat am 18. März 2026 deutlich. Wann die letzte größere Sanierung durchgeführt wurde, lasse sich nicht mehr genau nachvollziehen. Ein historisches Foto aus den 1960er Jahren, auf dem die Kirche eingerüstet zu sehen ist, deutet jedoch darauf hin, dass damals am Turm gearbeitet wurde.
Zunächst mussten umfangreiche Voruntersuchungen erfolgen. Dazu gehörten unter anderem ein vollständiges Aufmaß des Turms, die genaue Analyse der Holzkonstruktion sowie die Ermittlung der statischen Verhältnisse. Diese Vorarbeiten waren Voraussetzung, um die notwendigen Maßnahmen überhaupt planen und ausschreiben zu können. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 37.700 Euro, ein Teil davon wurde durch Zuschüsse des Landesamts für Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung abgefedert. Inzwischen liegen die Angebote für die eigentlichen Sanierungsarbeiten vor. Geplant sind umfangreiche Zimmererarbeiten sowie die Erneuerung der Schieferdeckung einschließlich der notwendigen Gerüstbauarbeiten. Auch Details wie die Ziffernblätter der Turmuhr und die Zeiger müssen im Zuge der Arbeiten ab- und später wieder angebracht werden. Für die Bauzeit wird der Turm eingerüstet und eingehaust werden.
Vom Turm lösten sich auch schon Schiefern. Nun kommt die Sanierung.
Die Gesamtkosten werden auf rund 335.000 Euro geschätzt und liegen damit unter früheren Annahmen. Zudem sind mögliche Zuschüsse in dieser Summe noch nicht berücksichtigt. Die Stadt steht hierzu im Austausch mit Fördergebern, unter anderem der Oberfrankenstiftung. Ob und in welcher Höhe Fördermittel fließen, ist derzeit noch offen. Ein wichtiger Punkt: Während das Kirchengebäude selbst im Eigentum der katholischen Kirche steht, liegt die Unterhaltsverpflichtung für den Kirchturm bei der Stadt Hallstadt. Diese Konstellation macht die Kommune für die Finanzierung und Durchführung der Arbeiten verantwortlich.
Kirchenpfleger und Stadtrat Günter Hofmann (CSU) erklärte auf Nachfrage, dass auch am Kirchendach selbst in absehbarer Zeit Sanierungsbedarf besteht. Dort dringe bereits Wasser ein. Diese Arbeiten fallen jedoch in den Zuständigkeitsbereich der Kirchenstiftung und sind unabhängig von der Turmsanierung zu betrachten. Ziel der Stadt ist es, die äußeren Arbeiten möglichst zügig abzuschließen. Bürgermeister Söder formulierte als Zeitrahmen, den Turm bis zur Kirchweih wieder instand zu setzen. Restliche Arbeiten im Inneren könnten dann gegebenenfalls im Anschluss erfolgen. Der Stadtrat nahm den Sachstand zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung einstimmig, die Sanierung umzusetzen.
Gemeinsame Nutzung von Stellplätzen am Pfleger-Campus
Ein zentrales Thema war auch die Stellplatzplanung am künftigen Dr.-Robert-Pfleger-Campus. Um möglichst viele Freiflächen zu erhalten und eine übermäßige Versiegelung zu vermeiden, setzt die Stadt auf eine Mehrfachnutzung der Parkplätze.
Geplant sind zentrale Stellplatzflächen am Rand des Campusgeländes. Hintergrund ist das Ziel, das Areal möglichst autofrei zu gestalten. Die Stellplätze sollen daher von mehreren Einrichtungen gemeinsam genutzt werden – konkret von Montessori-Schule, Pflegeschule und der geplanten Dreifeldsporthalle. Da sich die Nutzungszeiten weitgehend ausschließen – die Sporthalle wird tagsüber vor allem schulisch genutzt – sieht die Verwaltung hier eine praktikable Lösung.
Diskutiert wurde im Gremium dennoch, wie sich die Situation bei Veranstaltungen entwickeln könnte, etwa bei Elternabenden in der Schule mit parallelen Nutzungen der Halle. Hier müssten dann die zusätzlichen Stellplätze im Straßenraum genutzt werden, zudem könnten Absprachen mit benachbarten Unternehmen getroffen werden. Engpässe zu Spitzenzeiten seien jedoch nicht völlig auszuschließen.
Für die Umsetzung sind zudem rechtliche Sicherungen erforderlich, etwa durch Dienstbarkeiten im Grundbuch sowie Geh- und Fahrrechte zugunsten der Pflegeschule. Der Stadtrat folgte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig.
Hinweise auf kommende Bürgerinformationen
Unter den Mitteilungen informierte Bürgermeister Thomas Söder über zwei anstehende Termine: Am 16. April findet eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Neubau der Autobahnbrücke statt (18 Uhr im Kulturboden). Bereits am 25. März wird über das Sanierungsgebiet Dörfleins informiert (15 Uhr in der Schule Dörfleins).

