Im Titelbild: Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Wich (links) und Bürgermeister Thomas Söder (rechts) mit den ausscheidenden Stadtratsmitgliedern Herbert Diller, Verena Luche, Ute Sommer, Heiko Nitsche und Hans Partheimüller. Es fehlt Thomas Aßländer.
Bei der letzten Sitzung des Hallstadter Stadtrats in der laufenden Wahlperiode standen noch einmal mehrere große Themen auf der Tagesordnung – von der Wärmeversorgung über die Zukunft des Ortsteils Dörfleins bis hin zu Verkehrsplanungen am Dr.-Pfleger-Campus. Zudem wurden sechs ausscheidende Mitglieder des Gremiums verabschiedet.
Bürgermeister Thomas Söder verabschiedete sechs Stadträtinnen und Stadträte, die dem bei der Kommunalwahl neu gewählten Gremium nicht mehr angehören werden. Er würdigte deren langjähriges kommunalpolitisches Engagement und überreichte jeweils ein Erinnerungsgeschenk.
Aus dem Stadtrat scheiden aus:
- Heiko Nitsche, Mitglied seit 1. Mai 2002
- Hans Partheimüller, Mitglied seit 1. Mai 2008
- Herbert Diller, Mitglied seit 1. Mai 2014
- Thomas Aßländer, Mitglied seit 1. Mai 2020
- Verena Luche, Mitglied seit 1. Mai 2020
- Ute Sommer, Mitglied seit 1. Mai 2020
Wärmeplanung beschlossen: Main als Wärmequelle soll näher untersucht werden
Einstimmig verabschiedete der Stadtrat die kommunale Wärmeplanung für die Stadt Hallstadt. Bereits in der Februarsitzung [6] war der Entwurf durch das Institut für Energietechnik vorgestellt worden. Damals hatte insbesondere das Potenzial des Mains als Wärmequelle Aufmerksamkeit erhalten.
In der aktuellen Sitzung griff Stadtrat Ludwig Wolf (BBL/FW) dieses Thema erneut auf. Hallstadt liege bei der Wärmeplanung zwei Jahre vor den gesetzlichen Fristen und solle diesen Vorsprung nutzen, um die Möglichkeiten der Flusswärme gemeinsam mit Fachleuten weiter zu vertiefen. Auch beim Nahwärmenetz im Bereich Valentinstraße solle man zügig vorankommen. Ziel müsse ein konkreter Beschlussvorschlag Anfang 2027 sein. Bürgermeister Thomas Söder sprach von einem guten Weg, auf dem sich die Stadt befinde. Für die SPD-Fraktion verwies Manuel Reitberger auf das Wärmenetz zwischen Cleantech Innovation Park und Freibad. Dort müsse geprüft werden, ob bestehende Leitungen noch in ausreichendem Zustand seien. Im vergangenen Sommer sei es beim Freibad mehrfach zu niedrigen Wassertemperaturen gekommen.
Der von der Verwaltung ausgearbeitete Beschlussvorschlag wurde noch um einen Zusatz ergänzt: Eine Studie zur Nutzung von Fern- und Nahwärmenetzen, insbesondere unter Einbeziehung von Flusswasser, soll vorangetrieben und bis 1. Juli 2027 abgeschlossen werden. Danach fiel die Entscheidung einstimmig.
Sanierungsgebiet Dörfleins: Nächster Meilenstein erreicht
Breiten Raum nahm erneut die Entwicklung des Ortskerns von Dörfleins ein. Bereits Ende Januar hatte der Stadtrat die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen beraten [7] und das Verfahren zur Ausweisung eines Sanierungsgebiets eingeleitet. Ziel ist es, den Ortskern langfristig zu stärken, Leerstände zu vermeiden beziehungsweise zu beseitigen, ortsbildprägende Gebäude zu erhalten und Fördermöglichkeiten für private Eigentümer zu eröffnen.
Nun standen die eingegangenen Stellungnahmen aus der Beteiligung von Behörden, Fachstellen und Öffentlichkeit auf der Tagesordnung. Kai Kreilinger vom Büro RSP war in der Sitzung anwesend. Diskutiert wurde unter anderem die Stellungnahme des Bayerischen Bauernverbands, der vor Einschränkungen für landwirtschaftliche Fahrzeuge im Bereich der Weiherstraße gewarnt hatte. Bürgermeister Söder betonte dazu, dass Details erst in späteren Planungen entschieden würden, insgesamt aber unnötige Versiegelungsflächen zurückgebaut werden sollten. Bei der Einzelabstimmung zu diesem Punkt gab es drei Gegenstimmen, alle übrigen Stellungnahmen wurden einstimmig behandelt.
Anschließend billigte der Stadtrat den überarbeiteten Abschlussbericht zu den vorbereitenden Untersuchungen einstimmig. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde die Satzung zur förmlichen Festlegung des Sanierungsgebiets „Dörfleins“ beschlossen. Das Gebiet umfasst eine Fläche von rund 15 Hektar.
Emil-Kemmer-Straße soll an Campus angepasst werden
Mit Blick auf den entstehenden Dr.-Pfleger-Campus stellte der Stadtrat außerdem die Weichen für eine spätere Umgestaltung der Emil-Kemmer-Straße. Im Bereich der früheren Gewrbeflächen entstehen eine Montessori-Schule, eine Pflegeschule sowie eine Dreifeldsporthalle. Dadurch steigen die Anforderungen an Verkehr und Infrastruktur deutlich.
Bürgermeister Söder verwies darauf, dass künftig bis zu 500 Schülerinnen und Schüler an beiden Schulen unterwegs sein könnten. Die Planung solle deshalb jetzt beginnen, gebaut werde aber erst nach Fertigstellung der Schulgebäude – voraussichtlich 2028 oder 2029. Andernfalls würden neu hergestellte Straßen zunächst als Baustraßen genutzt und entsprechend belastet. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Parkmöglichkeiten, neue Bushaltestellen, ein verbreiterter Gehweg, eine Querungshilfe sowie die Verlegung und qualitative Verbesserung des Geh- und Radwegs Richtung Bamberg. Die vorläufig geschätzten Baukosten liegen bei rund 820.000 Euro, Planungskosten noch nicht eingerechnet. Der Grundsatzbeschluss fiel einstimmig.
