Im Titelbild: Vereidigung der neuen Gemeinderatsmitglieder durch Bürgermeisterin Denise Müller. Von links: Bernhard Görtler (CSU), Otto Fuchs (Grüne), Thomas Ochs (Grüne), Manuel Kauzner (IGK), Sebastian Schneider (CSU), Florian Graupe (IGK), Magnus Geus (CSU), Carmen Schlichting-Förtsch (UBB) und Dr. Verena Benoit (CSU). Es fehlt Andreas Schwank (UBB).
Der Kemmerner Gemeinderat ist in die Wahlperiode 2026 bis 2032 gestartet. Viele Besucherinnen und Besucher interessierten sich für die Sitzung, in deren Mittelpunkt die Vereidigungen der neuen Mitglieder und die Wahl eines zweiten Bürgermeisters standen.
Bereits zu Beginn der Sitzung wurde die neue Erste Bürgermeisterin Denise Müller offiziell vereidigt. Den Amtseid nahm das an Lebensjahren älteste Gemeinderatsmitglied, Otto Fuchs (Grüne), ab. Geschäftsleiter Markus Diller appellierte anschließend an das neue Gremium, trotz schwieriger Rahmenbedingungen gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Nicht alle Wünsche würden sich erfüllen lassen, dennoch müssten wichtige Projekte weiter vorangebracht werden.
Denise Müllers Vereidigung durch Otto Fuchs.
Danach nahm Bürgermeisterin Müller den neu gewählten Gemeinderatsmitgliedern den Amtseid ab. Vereidigt wurden Otto Fuchs, Magnus Geus (CSU), Sebastian Schneider (CSU), Florian Graupe (Interessengemeinschaft Kemmern, IGK), Manuel Kauzner (IGK), Bernhard Görtler (CSU), Dr. Verena Benoit (CSU), Thomas Ochs (Grüne) sowie Carmen Schlichting-Förtsch (UBB). Andreas Schwank (UBB) fehlte bei der Sitzung.
Tobias Wagner wird zweiter Bürgermeister
Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, weiterhin nur einen zweiten Bürgermeister zu wählen. Auf einen dritten Bürgermeister wird in Kemmern auch künftig verzichtet. Stattdessen bleibt es bei der Regelung eines zusätzlichen weiteren Stellvertreters. Bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters standen sich mit Tobias Wagner (CSU) und Anne Schmitt (Grüne) zwei Kandidaten mit sehr unterschiedlichen Profilen gegenüber.
Magnus Geus hob bei seinem Vorschlag für Wagner dessen Erfahrung aus den vergangenen sechs Jahren hervor. Zudem habe Wagner bei der Kommunalwahl das beste persönliche Ergebnis aller Kandidaten erzielt und sei als Braumeister und Vereinsfunktionär stark in Kemmern verwurzelt. Thomas Ochs betonte dagegen bei der Vorstellung von Anne Schmitt insbesondere deren langjährige Erfahrung in der Regionalentwicklung und ihre gute Vernetzung über die Gemeindegrenzen hinaus. Schmitt selbst erklärte vor der Abstimmung, die Wahl werde auch zeigen, „wie sich der Gemeinderat die Zusammenarbeit, auch fraktionsübergreifend, in Zukunft vorstellt“.
In der geheimen Abstimmung setzte sich Tobias Wagner schließlich mit acht zu sechs Stimmen durch und wurde anschließend vereidigt. Als weiterer Stellvertreter der Bürgermeisterin wurde anschließend Jochen Kutzelmann bestimmt. Der Vorschlag von Tobias Wagner erhielt mit 13 Stimmen zu einer eine deutliche Mehrheit.
Tobias Wagner wurde als zweiter Bürgermeister vereidigt.
Erstmals Rechnungsprüfungsausschuss eingerichtet
Eine Neuerung gibt es bei der Rechnungsprüfung. Bislang hatte der gesamte Gemeinderat die Prüfungen durchgeführt. Künftig übernimmt dies erstmals ein eigener Rechnungsprüfungsausschuss mit fünf Mitgliedern. Ziel sei laut Verwaltung, die Prüfungen angesichts der zunehmenden Digitalisierung effizienter zu gestalten.
Die Besetzung des Ausschusses:
| Gruppierung | Mitglied | Stellvertretung |
| CSU | Dr. Verena Benoit | Rosemaria Schmitt |
| CSU | Magnus Geus | Bernhard Görtler |
| Grüne | Anne Schmitt | Otto Fuchs |
| UBB | Carmen Schlichting-Förtsch | Andreas Schwank |
| IGK | Manuel Kauzner | Florian Graupe |
Zur Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses wurde Dr. Verena Benoit gewählt. Sie setzte sich mit acht zu sechs Stimmen gegen Anne Schmitt durch.
Diskussion über Ordnungsgelder und Digitalisierung
Intensiver diskutiert wurde die neue Geschäftsordnung des Gemeinderats. Thomas Ochs regte an, künftig ein digitales Ratsinformationssystem einzuführen, wie es in anderen Kommunen und im Kreistag bereits genutzt werde. Geschäftsleiter Markus Diller erklärte, dies könne grundsätzlich in einer späteren Sitzung beraten werden. Die Nutzung von Tablets, Smartphones und Laptops während der Sitzungen ist künftig nicht mehr untersagt.
Kontrovers verlief zudem die Debatte über mögliche Ordnungsgelder bei wiederholten Störungen von Sitzungen. Ochs sprach sich dafür aus, die entsprechende Regelung aus der Geschäftsordnung zu streichen, da ein solcher Passus in Kemmern nicht notwendig sei. Rosemaria Schmitt (CSU) und Tobias Wagner widersprachen. Bürgermeisterin Müller verwies darauf, dass die Regelung Bestandteil der Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetags sei. Anne Schmitt warnte wiederum davor, eine Mehrheit könne Ordnungsgelder gegen eine Minderheit einsetzen. Sebastian Schneider mahnte, man solle nicht bereits zu Beginn der Wahlperiode von Konflikten im Gemeinderat ausgehen. Der Antrag auf Streichung wurde schließlich mit acht zu sechs Stimmen abgelehnt. Die Geschäftsordnung selbst wurde einstimmig beschlossen.
Der Gemeinderat für die Wahlperiode 2026 bis 2032. Es fehlt Andreas Schwank.
Weitere Vertreter bestimmt
Einstimmig beschloss der Gemeinderat zudem, Bürgermeisterin Denise Müller zur Standesbeamtin und stellvertretenden Leiterin des Standesamts Kemmern zu bestellen. Für den Zweckverband „Kommunale Selbsthilfe“ im Landkreis Bamberg wurde Sebastian Schneider als weiterer Verbandsrat bestimmt. Tobias Wagner begründete den Vorschlag unter anderem mit Schneiders Funktion als Feuerwehrkommandant und dessen technischem Verständnis. Stellvertreter wird Thomas Ochs.
Zum Ende der Sitzung kam außerdem nochmals das Thema Kirchweih zur Sprache. Tobias Wagner fragte nach dem Stand der Planungen, nachdem im Wahlkampf insbesondere eine „Kirchweih im Dorf“ diskutiert worden war. Bürgermeisterin Müller erklärte, es gebe Gespräche mit dem Schausteller, der künftig nicht mehr auf dem Festplatz am Main aufbauen wolle. Weitere Überlegungen sollen bis zur nächsten Gemeinderatssitzung angestellt werden.



