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Was für ein Spiel: Young Pikes unterliegen nach Herzschlagfinale

Ein Drama in sechs Akten über zweieinhalb Stunden mit 227 Punkten erlebten die 767 Basketball-Zuschauer am Sonntagabend in der „Blauen“: Nach einer berauschenden ersten Halbzeit (56:38) feierten die Anhänger der Baunacher ihre Mannschaft und fragten sich, wer der Abstiegskandidat und wer der Tabellensiebte ist. Ein Sieg stand am Ende aber doch nicht zu Buche. Breitengüßbach dagegen feierte einen Sieg – und für Rattelsdorf standen gleich zwei Spiele an.

 

Was für ein Spiel: Young Pikes unterliegen nach Herzschlagfinale

Ein Drama in sechs Akten über zweieinhalb Stunden mit 227 Punkten erlebten die 767 Basketball-Zuschauer am Sonntagabend in der „Blauen“: Nach einer berauschenden ersten Halbzeit (56:38) feierten die Anhänger der Baunacher ihre Mannschaft und fragten sich, wer der Abstiegskandidat und wer der Tabellensiebte ist.  In den letzten sechs Minuten der regulären Spielzeit wurde den Young Pikes aber einmal mehr ihre fehlende Erfahrung zum Verhängnis. Die Brose-Talente verspielten einen 88:69-Vorsprung und gaben fahrlässig den sicher geglaubten Sieg gegen die nie aufsteckenden Römerstrom Gladiators Trier noch aus der Hand.

Beim Stand von 90:90 standen fünf Extraminuten auf dem Programm, aber auch die reichten nicht, den Krimi in der BARMER 2. Basketball-Liga ProA zu entscheiden. Beim Stand von 104:104 ging es in die zweite Verlängerung. 42 Sekunden vor dem Ende sorgte der in der ersten Halbzeit überragende Kristian Kullamäe für einen 112:110-Vorsprung für die Gastgeber. Nach einem Stopp in der Verteidigung vergaben die Baunacher Talente dann aber einen Korbleger und kassierten prompt auf der Gegenseite einen Dreier von Routinier Simon Schmitz. Nach einer Auszeit besaßen die Young Pikes bei einer Restspielzeit von 5,8 Sekunden die Chance, die Niederlage noch abzuwenden, doch der insgesamt 18. Ballverlust besiegelte die Niederlage. Triers 35-jähriger Power Forward Jermaine Bucknor machte schließlich an der Freiwurflinie den 112:115-Endstand perfekt.

„Hut ab vor den Trierern, die bis zum Ende gekämpft haben. Am Ende hat man unsere Unerfahrenheit gesehen. Aber das ist sicher ein super Lernpotenzial. So etwas kann man im Training nicht üben. Die Niederlage ist ärgerlich, so ein Spiel darfst du nicht verlieren. Aber das sind nun mal alles 17-, 18-, 19-Jährige, die solche Fehler machen. Hoffentlich lernen sie daraus. Nach so einem Spiel kann man niemandem einen Vorwurf machen, beide Mannschaften haben alles gegeben“, betonte Brose-Jugendkoordinator Yassin Idbihi nach der bitteren Niederlage.

„Es ist schwierig, wenn du auf diese Art und Weise verlierst. Aber bei jungen Spielern gibt es immer Höhen und Tiefen. Ihnen fehlt einfach noch die Erfahrung“, resümierte Gert Kullamäe, der von 2002 bis 2004 zahllose Dreier für die Bamberger Bundesliga-Basketballer versenkt hatte. Sein Sohn Kristian wandelte in der begeisternden ersten Hälfte der Baunacher auf seinen Spuren. 23 Punkte (bei nur einem Fehlwurf) gingen auf das Konto des estnischen Nationalspielers. Aus einer geschlossen auftretenden Mannschaft ragten zudem noch Henri Drell, Daniel Keppeler und der zwischenzeitlich verletzte Marvin Heckel in der Schlussphase heraus.

Nach dem Seitenwechsel bauten die Schützlinge von Trainer Felix Czerny die Führung sogar auf über 20 Punkte aus und gingen mit einem 78:61-Vorsprung in die letzten zehn Minuten. Nach 34 Minuten führten die Hausherren mit 88:69 und schienen dem so wichtigen Sieg entgegenzusteuern. Im Gefühl des sicheren Sieges leisteten sich die Young Pikes aber unerklärliche Ballverluste und stellten an beiden Enden des Feldes das Basketballspielen ein. Triers Amerikaner Kelvin Lewis sowie die routinierten Johannes Loos, Bucknor und Schmitz bestraften dieses Fehlverhalten, retteten sich in die Verlängerung und feierten nach 50 Spielminuten einen glücklichen Sieg – bei dem sie in der entscheidenden Phase ihre ganze Erfahrung in die Waagschale warfen und die Talente alt aussehen ließen.

BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA

Baunach Young Pikes – RÖMERSTROM Gladiators Trier 112:115 n.V.

Young Pikes Baunach: Kullamäe (34 Punkte/4 Dreier), Heckel (21/2), Drell (19/2), Keppeler (13), Pechacek (9), N. Tischler (6), Jelovcic (4), Seric (4), Wolf (2), Plescher, Edwardsson

Römerstrom Gladiators Trier: Lewis (29/3), Bucknor (23/2), Joos (20), Schmitz (16/4), Smit (15/3), Ilzhöer (6), Gloger (6), Schmikale, Hennen

 

Deutlicher Erfolg gegen Goldbach

Der TSV Tröster Breitengüßbach gewinnt sein Heimspiel vor 200 Zuschauern in der Hans-Jung-Halle gegen das Schlusslicht aus Goldbach mit 89:51.

Headcoach Johannes Laub konnte am vergangenen Samstag wieder auf seinen Kapitän und Aufbauspieler Alex Engel zurückgreifen. Dieser stand zusammen mit Lorber, Jörg Dippold, Klaus und Land in der Starting 5. Dahingegen musste Center Lucas Wagner aufgrund einer Fußverletzung passen, weshalb Youngstar Nieslon deutlich mehr Spielanteile bekam. Die Gastgeber erwischten den deutlich besseren Start in die Partie und setzten sich durch sechs Punkte von Land, zwei Dreier von Engel und Timo Dippold und einem Korbleger von Hubatschek bis zur fünften Spielminute auf 14:3 ab. Daraufhin waren die Unterfranken zu einer Auszeit gezwungen. Diese brachte allerdings nicht viel, denn die Tröster-Truppe machte einfach an der Stelle weiter, an der sie vor der Auszeit aufgehört hatte. Land, Hubatschek und Nieslon schraubten die Güßbacher Führung auf 19:3 ehe Goldbach wieder Punkte gelangen. Zum Ende der ersten zehn Spielminuten stand es 23:8.

Im zweiten Spielabschnitt dominierten die Hausherren weiter nach Belieben. Nieslon erzielte vier Punkte am Brett und Jörg Dippold sorgte per Dreier für das 30:8, woraufhin Goldbach erneut zu einer Auszeit gezwungen war. Das Spiel war bei diesem Spielstand bereits vorentschieden, denn die Unterfranken waren auf jeder Position deutlich unterlegen und hatten der Güßbacher Offensive defensiv nichts entgegenzusetzen. Den höchsten Vorsprung der Gelbschwarzen in der ersten Halbzeit erzielte Youngstar Matthew Will per Dreier, 38:10. Bis zur Pausensirene konnte der TV etwas Ergebniskosmetik betreiben und auf 43:17 verkürzen.

Lorber eröffnete das dritte Viertel mit vier Punkten hintereinander, sodass Breitengüßbach erstmals mit 30 Punkten in Führung lag. Land und Klaus konnten sich nach klasse Anspielen von Lorber, Engel oder Timo Dippold immer wieder schön am Brett durchsetzen und einfache Punkte erzielen. Dadurch stand es in der 27. Spielminute 60:21. Vier Punkte des überragenden Güßbacher Centers Land hintereinander brachten sogar einen 40-Punte-Vorsprung zum Ende der dritten zehn Minuten, 67:27. Es lag vor allem an der Verteidigung der Güßbacher, dass Goldbach nach 30 Minuten nur 27 Punkte erzielen konnte. Der TSV Tröster forcierte etliche Ballverluste und ließ nur schwierige Würfe der Gäste zu.

Im Schlussabschnitt nahm dann die Intensität der Breitengüßbacher Verteidigung deutlich ab, weshalb die Unterfranken nun auch zu einfacheren Punkten kamen und die letzten zehn Minuten gar mit 22:24 gewannen. Headcoach Laub gönnte seinen Leistungsträgern einige Pausen, sodass auch die Bankspieler etliche Einsatzminuten bekamen. Nieslon bedankte sich dafür bei seinem Coach und zeigte eine sehr starke Leistung. Nochmals vier Punkte und zwei Rebounds des 17-jährigen hielten die Führung konstant bei 40 Punkten, 79:39. Land baute diese nochmals aus, doch bis zur Schlusssirene konnte der TV Goldbach noch etwas Ergebniskosmetik betreiben und den Rückstand auf 89:51 verkürzen. Durch diesen Erfolg und der gleichzeitigen Niederlage des Tabellenführers Leitershofen, haben die Oberfranken nur noch vier Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze.

Breiengüßbach: Land (30/1 Dreier), T. Dippold (10/2), Nieslon (10), J. Dippold (9/1), Hubatschek (9), Klaus (7/1), Lorber (6/1), Engel (3/1), Will (3/1), Reichmann (2)

 

Rattelsdorf mit zwei Spielen am Wochenende

Am Wochenende musste die erste Mannschaft aus Rattelsdorf gleich zweimal ran: am Samstag spielte sie im Bayernpokal-Achtelfinale beim TV 1861 Hersbruck und am Sonntag empfing sie den Tabellenersten der Bayernliga TG SPRINTIS Veitshöchheim.

Nach Hersbruck reiste man mit nur sechs Spielern, wobei einer davon Coach Manuel Aas war, der allerdings aufgrund von Wadenproblemen nur wenige Minuten zum Einsatz kam. So spielten quasi fünf Rattelsdorfer gegen den Tabellenersten der Bezirksoberliga Mittelfranken. Die Vorzeichen waren dadurch sehr ungewiss und man musste vor allem viele Kräfte sparen um die 40 Minuten gut zu überstehen. Auf Seite von Hersbruck spielte ein alter Bekannter aus Rattelsdorf – der Scharfschütze Alexey Bondar.

Überzeugend war allerdings schon einmal der Start in die Partie. In der Verteidigung agierte man sehr clever und zwang den Gegner zu schwierigen Würfen und schlechten Pässen. Im Angriff zeigten die fünf Spieler tollen Teambasketball – mit einem 0:15-Lauf Mitte des ersten Viertels konnte man sich erstmals absetzen und diese Führung auch konstant halten. Hersbruck kriegte das überragende Offensivspiel und die hohe Trefferquote nicht in den Griff, fiel aber gleichzeitig auch nie völlig außer Reichweite. Halbzeitstand: 32:45.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie ein wenig zerfahren, dennoch behielt Rattelsdorf stets die Kontrolle und ließ sich nicht beirren. Die fünf Rattelsdorfer Jungs zeigten einen wirklich tollen und abgebrühten freien Basketball, auf den die Hersbrucker keine Antwort fanden. Kurze Läufe des Gegners wurden nach wenigen Minuten wieder eingedämmt. Mit sehr dezimierter Truppe zeigte die Mannschaft und Coach Manuel Aas eine tolle Leistung, wobei alle fünf Spieler zweistellig punkteten und zieht verdient mit einem 71:91 in das Viertelfinale des Bayernpokals.

Scoring: Fuchs Ja. (28 Punkte/1 3er), Sasse (22/5), Stumpf (18), Seemüller (12), Reh (11/2), Aas

 

Im Bayernliga-Spiel empfing man mit Veitshöchheim den Tabellenersten, mit erst einer Niederlage auf dem Konto. Im Hinspiel musste man eine klare Auswärtsniederlage hinnehmen. Nach einer ebenfalls starken Hinrunde mit nur zwei Niederlagen, wollte man allerdings in eigener Halle dem Gegner die zweite Saisonniederlage bescheren. Leider fehlten Matze Krauß, Nico Schobert und Max Bachmann.

Zu Beginn starteten die fünf „Pokalhelden“ des Vortages. Man merkte ihnen jedoch das lange Spiel gegen Hersbruck noch an, so dass Veitshöchheim mit einem 0:9-Lauf startete. Nach einem Wechsel von Coach Manuel Aas kamen dann aber frische Beine aufs Spielfeld, die ihre Intensität sofort auf das Spielfeld übertrugen. Durch einen 20:2-Lauf überrannte man den Spitzenreiter und zog davon, so dass man das erste Viertel mit 25:17 für sich entschied.

Auch im zweiten Viertel zeigte man sein ganzes Können und setzte den Gegner vor allem defensiv unter Druck. Im Angriff wurde wieder einmal toller Teambasketball gespielt und man ging mit einer verdienten 41:34-Führung in die Kabine.

In Hälfte 2 wurden die Rattelsdorfer Jungs dann aber leider vom Wurfpech verfolgt und erzielten lediglich sieben Punkte im dritten Spielabschnitt. Viele gute und offene Würfe fanden nun leider nicht mehr ihr Ziel. Diese Chance nutzten nun die erfahrenen Unterfranken und übernahmen erstmals seit Beginn der Partie wieder die Führung: 48:55.

Im letzten Viertel versuchte sich die Mannschaft nochmals aufzubäumen und das unglückliche dritte Viertel wieder aufzuholen. Leider waren alle Bemühungen vergebens. Im Angriff hatte man weiterhin Probleme und verlor dabei die Lockerheit aus der ersten Halbzeit, während Veitshöchheim auf der anderen Seite nochmals Gas gab und den Sack zumachte – eine gute Halbzeit war gegen diesen starken Gegner leider zu wenig. Endstand: 62:79.

Scoring: Reinfelder (23 Punkte/5 3er), Fuchs Ja. (18/1), Reh (6/2), Fuchs Jo. (5/1), Albus (4), Seemüller (2), Ruckdäschel (2), Dorsch (2), Sasse, Block, Stumpf

Jochen Hirmke, Florian Dörr, Lukas Sasse