Im Titelbild: Seit dem Bahnausbau ist auch die Ostseite von Breitengüßbach direkt angebunden. Auf dieser Seite sollen und P+R-Parkplätze sowie ein Skateplatz entstehen.
Mit einer langen Tagesordnung hat sich der Gemeinderat Breitengüßbach in der letzten Sitzung der Wahlperiode 2020/26 befasst. Neben dem Haushalt standen vor allem die Planungen für eine Park+Ride-Anlage und einen Jugendplatz mit Skateanlage im Süden des Ortes auf der Agenda. Zudem wurden langjährige Ratsmitglieder verabschiedet.
Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder verabschiedete zahlreiche Gemeinderäte, die in der neuen Legislaturperiode nicht mehr im Rat vertreten sein werden und blickte dabei auf viele Jahre kommunalpolitischen Engagements zurück. Verabschiedet wurden Alois Ludwig (CSU), der dem Gremium von 1990 bis 2026 angehörte und von 2002 bis 2013 Zweiter Bürgermeister war, Christine Brehm (Freie Wählergemeinschaft Unteroberndorf), Mitglied des Gemeinderats von 2014 bis 2026, Stephan Firnstein (SPD), Gemeinderat von 2018 bis 2026, Dagmar Riegler (Bündnis 90/Die Grünen), Gemeinderätin von 2020 bis 2026, Michael Schubert (CSU), Mitglied des Gemeinderats von 2020 bis 2026 und zugleich Jugendbeauftragter in dieser Zeit, Christian Nüßlein (Unabhängiger Bürgerblock Breitengüßbach), Gemeinderat von 2020 bis 2026, sowie Yola Klingel (Bündnis 90/Die Grünen), die dem Rat seit 2023 angehörte.
Eine besondere Ehrung erhielt Alois Ludwig für seine Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung. Bereits 2021 war er mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet worden. In der Gemeinde war er darüber hinaus unter anderem an der Organisation der 1200-Jahr-Feier und der historischen Ausstellung beteiligt.
Fotos von der Verabschiedung finden Sie in unserer Bildergalerie (zum Öffnen einfach ein beliebiges Foto anklicken, zum Beenden der Anzeige das X in der Ecke oben wählen).
[6]
[7]
[8]
[9]
[10]
[11]
[12]Haushalt 2026 einstimmig beschlossen
Ohne Gegenstimmen fiel die Entscheidung beim Zahlenwerk für das laufende Jahr aus. Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder sprach von einem Haushaltsvolumen von fast 21 Millionen Euro. Konkret umfasst der Verwaltungshaushalt rund 14,96 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 5,67 Millionen Euro. Zusammen ergibt sich ein Gesamtetat von 20,61 Millionen Euro.
Für neue Kredite sind 941.000 Euro vorgesehen. Hinzu kommt eine bereits bestehende Kreditermächtigung aus dem Vorjahr in Höhe von 1,76 Millionen Euro. Größte Ausgabenblöcke bleiben der Städtebau mit der Weiterentwicklung der Bachgasse, der geplante Jugendplatz, kommunaler Wohnungsbau sowie zahlreiche Sanierungsmaßnahmen – darunter Arbeiten am Schuldach sowie in der Hans-Jung-Halle. Für das Jahr 2027 rechnet die Gemeinde mit rund 610.000 Euro aus dem Investitionsprogramm des Bundes. Auch die Finanzplanung bis 2029 wurde einstimmig verabschiedet.
Anwohner äußern Sorgen zu Skateanlage und Parkplatz
Den größten Diskussionsstoff lieferten die Bauleitplanungen für die geplante Park+Ride-Anlage sowie den Jugendplatz mit Skateanlage [13]. Im Mittelpunkt stand dabei die zweite Beteiligungsrunde der Öffentlichkeit und der Fachbehörden. Während zur Änderung des Flächennutzungsplans aus der Bürgerschaft keine Stellungnahmen eingingen, meldeten sich im Bebauungsplanverfahren 27 Anwohner schriftlich zu Wort. Das zeigt: Nicht die grundsätzliche planerische Ausweisung beschäftigt die Menschen, sondern die konkrete Umsetzung vor ihrer Haustür.
Hinter den Einwendungen standen Fragen, die direkte Anlieger bewegen: zusätzliche Geräusche durch die Skateanlage, längere Aufenthaltszeiten am Abend, mehr Verkehr durch Pendlerparkplätze, Lichtquellen, Sicherheitsaspekte und die Sorge, dass sich das Wohnumfeld verändert. Im Brief der Anwohner wurde zudem thematisiert, welche Altersgruppen den Jugendplatz nutzen sollen, wie Nutzungskonflikte vermieden werden können und ob die Investitionssumme angemessen ist. Gerade bei Freizeitflächen prallen damit unterschiedliche Interessen aufeinander – das Bedürfnis nach Ruhe auf der einen, der Wunsch nach Angeboten für Jugendliche auf der anderen Seite.
Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder machte deutlich, dass die Gemeinde dieses Spannungsfeld im Blick habe. Das Konfliktpotenzial solle möglichst gering gehalten werden. Deshalb sei auch die kommunale Jugendarbeiterin in die Planungen eingebunden. Dahinter steht der Ansatz, den Platz nicht sich selbst zu überlassen, sondern ihn bewusst zu begleiten und als geordnetes Angebot zu entwickeln.
Unser Bild zeigt den Bereich des künftigen Skateplatzes.
Aus Sicht des Gemeinderats sprechen zahlreiche Gründe dafür, an dem Projekt festzuhalten. Mit der Park+Ride-Anlage soll zusätzliche Infrastruktur für Pendler geschaffen werden. Ziel ist es, den Umstieg auf die Bahn attraktiver zu machen und Verkehr besser zu bündeln. Gleichzeitig soll mit dem Jugendplatz ein Ort entstehen, an dem junge Menschen Raum für Bewegung, Begegnung und Freizeit erhalten. In den Planunterlagen wird das Projekt zudem als Beitrag zur Aufwertung des Bahnhofsumfelds, zur Familienfreundlichkeit und zur sozialen Infrastruktur beschrieben. Und das alles eingebunden in ein städtebauliches Gesamtkonzept. Denn auch für diese Planungen ist die Gemeinde auf Fördergelder angewiesen.
Auch nach Prüfung der eingegangenen Schreiben stimmte die Mehrheit des Rates für die von der Verwaltung ausgearbeiteten Stellungnahmen. Sämtliche Beschlüsse wurden bei drei Gegenstimmen gefasst.
Behörden sehen überwiegend keine grundsätzlichen Hindernisse
Auch die Stellungnahmen der Fachbehörden wurden beraten. Viele Träger öffentlicher Belange äußerten keine grundsätzlichen Einwände. Hinweise gab es unter anderem zu Wasserrecht, Verkehr, Bodenschutz und Sicherheitsfragen entlang der Bahnlinie.
Ein wichtiger Punkt kam vom Eisenbahn-Bundesamt: Einige Flächen gelten weiterhin als bahnrechtlich gebunden. Obwohl die Gemeinde diese Grundstücke bereits erworben hat, reicht der Eigentumswechsel allein rechtlich nicht aus. Deshalb wurde ein Freistellungsverfahren beantragt. Ein endgültiger Satzungsbeschluss für die Planungen konnte deshalb noch nicht gefasst werden. Zunächst erfolgte die Abwägung der Stellungnahmen. Mit einer Entscheidung im laufenden Verfahren wird in den kommenden Monaten gerechnet.

